Berlin, Mietenkataster

Berlin führt digitales Mietenkataster ein

22.04.2026 - 01:30:29 | boerse-global.de

Die Berliner Koalition hat ein digitales Mietenregister beschlossen, um illegale Mietüberhöhungen zu bekämpfen. Es ergänzt verschärfte Regeln für Sozialwohnungen und Ferienwohnungen.

Berlin führt digitales Mietenkataster ein - Foto: über boerse-global.de
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Die Berliner Regierungskoalition aus CDU und SPD hat sich auf die Einführung eines flächendeckenden Mietenregisters geeinigt. Das digitale Verzeichnis soll Transparenz schaffen und gegen illegale Mietüberhöhungen vorgehen.

Kompromiss nach monatelangen Verhandlungen

Die Entscheidung fiel auf einer zweitägigen Klausurtagung der Koalitionsspitzen am 21. April in Potsdam. Damit enden monatelange Verhandlungen über die technische und rechtliche Ausgestaltung des Registers. Die SPD-Fraktionschef Raed Saleh und sein CDU-Kollege Dirk Stettner präsentierten die Pläne. Das Kataster soll Behörden ein zentrales Werkzeug sein, um die Einhaltung der Mietpreisbremse zu überprüfen und sogenannte Wuchermieten zu identifizieren.

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Das System wird vollständig digital aufgesetzt, um den Verwaltungsaufwand für Stadt und Eigentümer gering zu halten. Ziel sei keine bürokratische Datensammlung, sondern eine rechtssichere Datenbank, betonten die Politiker. Diese soll dem Senat eine systematische Prüfung der Mietniveaus in über zwei Millionen Berliner Wohnungen ermöglichen.

Wohnraumsicherungsgesetz verschärft Regeln

Das Mietenregister folgt auf das bereits am 17. März vom Senat beschlossene Wohnraumsicherungsgesetz. Dieses Bündel fasst mehrere bestehende Vorschriften zusammen und verschärft die Regeln für Sozialwohnungen. Mieter mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) müssen Untervermietungen nun bei den Bezirksämtern melden. So soll der Missbrauch geförderter Wohnungen verhindert werden.

Das Gesetz erhöht auch den Druck auf Vermieter bei der Instandhaltung. Bei akuten Gesundheitsgefahren müssen Mängel binnen 48 Stunden behoben werden. Bei Untätigkeit kann die Stadt leichter einen Zwangsverwalter einsetzen, der die Reparaturen auf Kosten des Eigentümers organisiert.

Schärfere Kontrollen für Ferienwohnungen

Parallel intensiviert Berlin die Überwachung des Ferienwohnungsmarktes. Seit einem Senatsbeschluss vom 31. März müssen Plattformen wie Airbnb für jedes Inserat eine gültige Registrierungsnummer anzeigen. Zuvor wurden viele Wohnungen ohne Genehmigung an Touristen vermietet. Verstöße können nun mit bis zu 500.000 Euro geahndet werden.

Auch die finanziellen Folgen für den Entzug von Wohnraum wurden verschärft. Die Ausgleichszahlung für den Abriss oder die gewerbliche Umnutzung von Wohnungen ohne Ersatz stieg von 4.100 auf 4.600 Euro pro Quadratmeter. Diese Mittel sollen den Verlust bezahlbaren Wohnraums kompensieren.

Kritik und personelle Verstärkung

Die neuen Regelungen signalisieren einen aktivierenden Staatseingriff in den Berliner Wohnungsmarkt. Für die Umsetzung hat der Senat bereits zwölf neue Stellen für die Mietpreisprüfstellen geschaffen. Doch es gibt auch Kritik.

Der Berliner Mieterverein begrüßt zwar mehr Transparenz, vermisst aber eine verbindliche Sozialwohnungsquote für private Bauherren. Haus- und Grundbesitzerverbände warnen hingegen vor abschreckenden Wirkungen auf Investitionen. Die vielen Meldepflichten und die Drohung mit behördlichen Eingriffen könnten den Mietwohnungsbau ausbremsen.

Die Timing der Maßnahmen fällt nicht zufällig in das Wahljahr 2026. Die Abgeordnetenhauswahl im September rückt näher – und Wohnen bleibt das drängendste Thema für die Berliner Bevölkerung.

Ausblick: Kombination mit neuem Mietspiegel

Parallel zum Mietenregister arbeitet die Stadt am Mietspiegel 2026. Die Datenerhebung dafür lief von September bis Dezember 2025. Die Veröffentlichung ist für Frühsommer geplant. Der qualifizierte Mietspiegel bildet dann die neue rechtliche Grundlage für Mieterhöhungen und die Mietpreisbremse.

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Die Kombination aus aktuellem Mietspiegel und umfassendem Register verspricht den Behörden ein nie dagewesenes Datenfundament. Für Vermieter bedeutet das einen stärker regulierten Markt. Für die 2,2 Millionen Berliner Mieter hofft der Senat auf einen wirksameren Schutz vor explodierenden Wohnkosten. Ob diese Rechnung aufgeht, wird die Praxis zeigen.

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