BER, Warnstreik

BER: Warnstreik legt Flughafen am Mittwoch komplett lahm

17.03.2026 - 00:00:22 | boerse-global.de

Ein ganztägiger Warnstreik legt den Berliner Flughafen lahm, alle 445 Flüge fallen aus. Die Tarifverhandlungen für 2000 Beschäftigte sind gescheitert, die nächste Runde folgt am 25. März.

BER: Warnstreik legt Flughafen am Mittwoch komplett lahm - Foto: über boerse-global.de

Ein ganztägiger Warnstreik der Gewerkschaft Verdi führt am Mittwoch zum kompletten Stillstand des Flughafens Berlin Brandenburg (BER). Alle 445 geplanten Passagierflüge fallen aus, rund 57.000 Reisende sind betroffen. Es ist die jüngste Eskalation in einem festgefahrenen Tarifstreit.

Tarifverhandlungen gescheitert: Verdi fordert sechs Prozent mehr

Der Streik ist die Antwort der Gewerkschaft auf ein als unzureichend empfundenes Angebot der Flughafengesellschaft. Verdi verhandelt für etwa 2.000 Beschäftigte der Flughafengesellschaft und fordert eine pauschale Lohnsteigerung von sechs Prozent. Jeder Mitarbeiter soll mindestens 250 Euro mehr im Monat erhalten, Auszubildende 125 Euro. Zudem will die Gewerkschaft einen gekündigten Ausbildungstarifvertrag wieder einsetzen und einen zusätzlichen bezahlten freien Tag für Mitglieder durchsetzen.

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Das Angebot der Arbeitgeberseite sieht dagegen einen mehrjährigen Plan mit einer Lohnpause bis Juni 2026 vor. Erst danach sollen gestaffelte Erhöhungen von einem bis 1,5 Prozent folgen. Verdi-Verhandlungsführer wiesen dieses Angebot als „Provokation“ zurück. Der Streik soll den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde am 25. März massiv erhöhen.

Chaos für Reisende: Fluggesellschaften müssen umbuchen

Für Passagiere bedeutet der Streik puren Reisechaos. Die Flughafenbetreiber raten dringend davon ab, am Mittwoch zum Terminal zu kommen. Stattdessen sollten sich Betroffene direkt an ihre Fluggesellschaft oder ihren Reiseveranstalter wenden, um Umbuchungen oder Alternativen wie die Bahn zu prüfen.

Die Fluggesellschaften müssen hunderte Flüge kurzfristig streichen und umleiten, was zu Kettenreaktionen an Drehkreuzen wie Frankfurt oder München führen dürfte. Zwar haben Passagiere bei Ausfällen Anspruch auf Ersatzbeförderung oder Erstattung. Ob sie jedoch zusätzliche Entschädigungen erhalten, ist ungewiss. Airlines argumentieren häufig, dass Streiks des Bodenpersonals höhere Gewalt darstellen, für die sie nicht haften.

Ein turbulentes Quartal für den BER

Der Warnstreik ist nur der jüngste Tiefpunkt in einem äußerst unruhigen ersten Quartal 2026 für den Hauptstadtflughafen. Bereits im Februar legte gefrierender Regen den Betrieb lahm. Anfang März führten geopolitische Spannungen und damit verbundene Luftraumsperrungen zu Flugausfällen in den Nahen Osten. Vor wenigen Tagen, am 12. März, sorgte eine gesichtete Drohne in der Nähe eines Militärhangars für einen vorübergehenden Sicherheitsstopp.

Die Arbeitsniederlegung reiht sich zudem in eine Welle von Streiks im deutschen und europäischen Luftverkehr ein. Erst kürzlich legten Pilotenstreiks bei Lufthansa innereuropäische Verbindungen lahm. Die Branche steckt in einem Spagat zwischen hohen Betriebskosten, Schuldenabbau und den Forderungen einer gut organisierten belegschaft nach inflationsausgleichenden Löhnen.

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Was kommt nach dem Streik?

Die wirtschaftlichen Folgen eines kompletten Einstellungstags sind erheblich. Der Flughafen verliert Einnahmen aus Landegebühren und Einzelhandel, die regionale Wirtschaft leidet unter ausgefallenen Geschäftsreisen und gestörter Frachtlogistik.

Alles hängt nun von der nächsten Verhandlungsrunde ab. Sollte es am 25. März keinen Durchbruch geben, drohen im Vorfeld der wichtigen Frühjahrs- und Sommersaison weitere und möglicherweise längere Streiks. Für die zehntausenden gestrandeten Passagiere bleibt bis dahin nur die Hoffnung auf eine schnelle Lösung – und die Suche nach einem alternativen Weg ans Ziel.

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