BDA, Kapitalflucht

BDA warnt vor Kapitalflucht durch Vermögensteuer

08.02.2026 - 11:22:12

Der BDA lehnt die von der Linken vorgeschlagene Vermögensteuer scharf ab und warnt vor massiven wirtschaftlichen Risiken und Kapitalabflüssen. Das DIW mahnt trotz Berechnungen zur Vorsicht.

Die Forderung der Linken nach einer Vermögensteuer stößt auf scharfen Widerstand der deutschen Wirtschaft. Der Arbeitgeberverband BDA warnt vor einer massiven Abwanderung von Kapital und einer Schwächung des Standorts Deutschland.

Berlin – Die Debatte um die Wiedereinführung einer Vermögensteuer in Deutschland ist am Wochenende neu entflammt. Auslöser ist ein Konzept der Linken, das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) berechnet wurde. Der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeber (BDA) reagierte umgehend mit einer scharfen Warnung vor den wirtschaftlichen Folgen.

Arbeitgeber befürchten „Aderlass“ für Unternehmen

BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter lehnt die Pläne entschieden ab. „Substanzsteuern greifen das betriebsnotwendige Kapital der Unternehmen an“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Seiner Ansicht nach würden die geplanten Abgaben nicht zu höheren Staatseinnahmen führen, sondern Kapital ins Ausland treiben.

Die Arbeitgeber argumentieren, eine Steuer auf Unternehmensvermögen – unabhängig vom erzielten Gewinn – schwäche die Widerstandsfähigkeit der Betriebe. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Stagnation sei dies gefährlich. Die benötigte Liquidität für Innovationen und Modernisierungen würde abgeschöpft.

Anzeige

Passend zum Thema Unternehmensfinanzen: Mittelständische Unternehmer sehen ihre Liquidität aktuell besonders bedroht, wenn Vermögensabgaben diskutiert werden. Ein kostenloser Spezialreport zum Investitionsabzugsbetrag erklärt praxisnah, wie Sie steuerlich vorplanen, Investitionen absetzen und so sofort finanzielle Spielräume freisetzen. Mit konkreten Umsetzungstipps, Fallbeispielen und Hinweisen zu typischen Fallstricken für kleine und mittlere Betriebe. Jetzt Investitionsabzugsbetrag-Ratgeber sichern

Linke peilt 150 Milliarden Euro jährlich an

Im Zentrum der Kontroverse steht ein Konzept der Linken, das bis zu 150 Milliarden Euro pro Jahr einbringen soll. Die DIW-Studie sieht eine progressive Besteuerung vor: Privatvermögen über einer Million und Betriebsvermögen über fünf Millionen Euro wären betroffen.

Für Milliardäre könnte der Spitzensteuersatz bis zu 12 Prozent betragen. Die Linke argumentiert, die Steuer würde nur das reichste eine Promille der Bevölkerung treffen. Die Einnahmen seien nötig, um Haushaltslöcher zu stopfen und Investitionen in Infrastruktur sowie soziale Leistungen zu finanzieren.

DIW-Experten mahnen zur Vorsicht

Die DIW-Forscher selbst zeigen sich trotz ihrer Berechnungen zurückhaltend. Studienautor Stefan Bach nannte das Vorhaben „ambitioniert“ und warnte vor erheblichen wirtschaftlichen Risiken. Ohne internationale Koordination drohten Ausweichreaktionen.

Hohe Steuersätze auf mobiles Kapital könnten Vermögende und Unternehmen veranlassen, ihren Steuersitz in günstigere Länder zu verlegen. Bach warnt: Würde ein nennenswerter Teil der besteuerten Vermögen abwandern, blieben die tatsächlichen Einnahmen weit hinter den theoretischen 150 Milliarden Euro zurück.

Historisches Tabu und aktuelle Ängste

Die Vermögensteuer liegt seit fast 30 Jahren auf Eis. Seit 1997 wird sie nicht mehr erhoben, nachdem das Bundesverfassungsgericht die damaligen Bewertungsmethoden für verfassungswidrig erklärte. Alle Wiederbelebungsversuche scheiterten bisher an politischem Widerstand und Bedenken zu Bürokratie und Nebenwirkungen.

Marktbeobachter betonen, dass schon die Diskussion über drastische Steuererhöhungen Unsicherheit bei Investoren schürt. Familienunternehmer fürchten um die Generationennachfolge im Mittelstand. Im Gegensatz zur Einkommensteuer müsse eine Vermögensteuer auch in Verlustjahren gezahlt werden – was zum Verkauf von Betriebsvermögen zwingen könnte.

Polarisierung ohne baldige Lösung

Die Vermögensteuer bleibt ein zutiefst polarisierendes Thema. Während Linke und Sozialverbände sie als Instrument für mehr Verteilungsgerechtigkeit sehen, betrachtet die Wirtschaft sie als „Gift für den Standort Deutschland“.

Politische Beobachter halten die Umsetzung einer solch ehrgeizigen Vermögensteuer im aktuellen Bundestag für unwahrscheinlich. Die DIW-Studie sorgt jedoch dafür, dass das Thema auf der Agenda bleibt. Erwartet wird nun eine Debatte über moderate Formen der Vermögensbesteuerung oder Erbschaftsteuer-Reformen als Kompromisslösungen. Der BDA stellt sich bereits auf erbitterten Widerstand ein.

Anzeige

PS: Unternehmer, die jetzt handeln wollen, können mit dem Investitionsabzugsbetrag gezielt Steuern mindern und so finanzielle Puffer erhalten. Dieser kostenlose Leitfaden erklärt Schritt für Schritt Voraussetzungen, Förderhöhen und typische Rückabwicklungsfälle sowie konkrete Beispiele zur steuerlichen Vorbereitung von Anlageinvestitionen. Ideal für Geschäftsführer und Selbstständige, die mögliche Vermögensabgaben abfedern und Handlungsoptionen schaffen möchten. Kostenlosen IAB-Report herunterladen

@ boerse-global.de