BCG-Studie, CEO

BCG-Studie: CEO wird zum Chef-Strategen für Künstliche Intelligenz

15.01.2026 - 23:51:12

Die Investitionen in Künstliche Intelligenz werden sich 2026 verdoppeln. Laut einer neuen Studie übernehmen die Vorstandsvorsitzenden nun persönlich die Führung bei der KI-Strategie – oft aus Sorge um den eigenen Job.

Diese Kernaussagen stammen aus dem „BCG AI Radar 2026“ der Boston Consulting Group. Die dritte jährliche Studie, für die 2.360 Führungskräfte – darunter 640 CEOs – in 16 Märkten befragt wurden, zeigt einen dramatischen Wandel. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten wollen 94 Prozent der Manager ihre KI-Investitionen halten oder erhöhen, selbst wenn kurzfristige Erträge ausbleiben. Unternehmen planen im Schnitt, 1,7 Prozent ihres Umsatzes für KI zu verwenden. Das signalisiert eine langfristige Verankerung der Technologie im Kerngeschäft, weit über die IT-Abteilung hinaus.

Die Studie belegt einen fundamentalen Rollenwechsel: Der CEO wird zum Chef-Strategen für KI. Die Zeit, in der KI an Technologievorstände delegiert wurde, ist vorbei. Heute sehen sich 72 Prozent der Vorstandsvorsitzenden als primäre Entscheider für KI in ihrem Unternehmen.

Diese direkte Verantwortung speist sich aus einem wachsenden Druck. Die Hälfte der befragten CEOs glaubt, dass ihr Job von der erfolgreichen Umsetzung der KI-Strategie abhängt. Die Vorreiter unter ihnen widmen mehr als acht Stunden pro Woche ihrer eigenen KI-Weiterbildung und investieren doppelt so viel wie der Durchschnitt in den Aufbau von KI-Kompetenzen.

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„KI gestaltet Strategie und Betrieb von oben nach unten neu“, analysiert BCG-CEO Christoph Schweizer. Das Top-Engagement markiere eine neue Phase, in der die Führungsetage die Transformation nicht nur überwacht, sondern aktiv lenkt.

Verdoppelte Budgets und der Hype um „Agentic AI“

Die Budgets spiegeln die hohe Priorität wider: Die Ausgaben für KI sollen sich 2026 im Vergleich zu 2025 verdoppeln. Vier von fünf CEOs sind heute zuversichtlicher als noch vor einem Jahr, dass sich die Investitionen auszahlen werden.

Ein großer Teil des Geldes fließt in sogenannte „Agentic AI“. Diese autonomen Systeme können Ziele verfolgen und komplexe Aufgaben ausführen. Rund 90 Prozent der CEOs erwarten, dass solche KI-Agenten noch 2026 substanzielle Erträge liefern. Sie stellen deshalb über 30 Prozent ihrer gesamten KI-Investitionen für dieses Feld bereit. Führende Unternehmen sind noch aggressiver und stecken mehr als die Hälfte ihres KI-Budgets in Agenten.

„KI-Agenten sind bereit, erheblichen organisatorischen Wert freizusetzen“, sagt BCG-Experte Vladimir Lukic. Sie könnten noch in diesem Jahr eine klare Rendite liefern.

Globale Trend mit regionaler Kluft

Der Trend zu mehr KI-Investitionen ist global, doch das Tempo und die Überzeugung variieren stark. CEOs in Asien zeigen sich deutlich zuversichtlicher als ihre westlichen Kollegen. Die höchste Zuversicht herrscht in Indien (76 %), Großchina (73 %) und Japan (70 %). In den USA (52 %) und Großbritannien (44 %) ist sie deutlich geringer.

Viele westliche Manager investieren laut Studie eher aus dem Druck heraus, mit der Konkurrenz Schritt zu halten, als aus fester Überzeugung. Diese Kluft zeigt sich auch bei den Budgets: Nur 24 Prozent der britischen Firmen planen 2026, mehr als 50 Millionen Euro in KI zu investieren. In Großchina sind es 68 und in Japan 53 Prozent der Unternehmen.

„Diese regionale Disparität könnte die globale Wettbewerbslandschaft beeinflussen“, warnt Sylvain Duranton von BCG X. Unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der KI-Einführung würden langfristig Spuren hinterlassen.

Der Schlüssel liegt in der Transformation, nicht in der Technik

Für die Zukunft macht die Studie deutlich: Der entscheidende Erfolgsfaktor wird nicht die Einführung der KI-Technologie allein sein, sondern die Geschwindigkeit und Tiefe der organisatorischen Transformation.

Die erfolgreichsten Unternehmen priorisieren die Weiterbildung ihrer Belegschaft. Sie investieren rund 60 Prozent ihres KI-Budgets in die Qualifizierung der Mitarbeiter – mehr als doppelt so viel wie weniger fortgeschrittene Konkurrenten.

Die Ausgaben variieren auch branchenspezifisch. Technologieunternehmen wollen mit 2,1 Prozent des Umsatzes am meisten ausgeben, gefolgt von Finanzinstituten (2,0 %). Industrie- und Immobilienfirmen investieren mit 0,8 Prozent hingegen zurückhaltender.

Die Botschaft der Studie ist eindeutig: KI-Investitionen sind ein unumkehrbarer Trend. Der Fokus hat sich von Experimenten verschoben hin zur strategischen, CEO-geführten Umsetzung – mit Nachdruck auf autonomen Agenten und grundlegenden Veränderungen von Kompetenzen und Geschäftsprozessen.

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