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BBT Group schützt Pflegekräfte vor Kündigungen

22.01.2026 - 20:01:12

Die BBT Group vereinbart ersten Teilerfolg im Sozialplan: Pflegefachkräfte mit direkter Patientenbetreuung sind bei der Fusion in Mannheim vor Zwangskündigungen geschützt. Die Verhandlungen für andere Abteilungen laufen weiter.

Mannheim – Die BBT Group hat einen Teilerfolg im Ringen um einen Sozialplan erzielt. Bei der anstehenden Krankenhausfusion in Mannheim sollen Pflegefachkräfte mit direkter Patientenbetreuung vor Zwangskündigungen geschützt werden. Das teilte der Konzern heute mit. Die Verhandlungen laufen jedoch weiter.

Sozialplan mit ersten Erfolgen

Der Durchbruch betrifft konkret examinierte Pflegekräfte und Pflegeassistenten mit mindestens einjähriger Ausbildung. Für sie sollen im Zuge der Restrukturierung keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Das ist ein zentrales Zugeständnis des Managements an die Mitarbeitervertretung.

Hintergrund ist die strategische Entscheidung, die beiden Mannheimer Häuser Theresienkrankenhaus und Diakonissenkrankenhaus (Diako) zusammenzulegen. Bis Ende 2026 soll die gesamte stationäre Versorgung am Standort Diako gebündelt werden. Dieser Schritt wird den Abbau von bis zu 350 Stellen zur Folge haben.

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Bereits im Dezember 2025 hatte das Unternehmen in den Fachbereichen Gefäßchirurgie und Urologie die ersten betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen. Dort sah man keine Möglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung. Für die nun geschützten Pflegekräfte bedeutet die Einigung dagegen Planungssicherheit.

Restrukturierung unter Kostendruck

„Die Bündelung der stationären Versorgung am Diako ist der richtige Weg“, betonte Dr. Ulrike Heesemann, Regionalleiterin der BBT Group in Mannheim. Sie verwies auf den anhaltenden Kostendruck im Gesundheitswesen, den Trend zur ambulanten Behandlung, die notwendige Spezialisierung und den Fachkräftemangel.

Die Gespräche über einen umfassenden Sozialplan laufen seit Mitte Januar. Ziel ist es, für alle von der Fusion betroffenen Mitarbeiter Ausgleichs- oder Milderungsmaßnahmen zu vereinbaren. Die Verhandlungen für andere Abteilungen außerhalb der Pflege sind noch nicht abgeschlossen.

Konzernweite Neuaufstellung

Die Veränderungen in Mannheim sind Teil einer größeren strategischen Neuausrichtung des gesamten BBT-Konzerns. Erst zu Beginn dieses Monats wurden neue regionale Holding-Gesellschaften in den Regionen Trier und Koblenz-Saffig gegründet.

Diese Regionalisierung soll mehr Verantwortung und Entscheidungsbefugnis vor Ort schaffen. So firmiert die neue Struktur in Trier nun als BBT Region Trier gGmbH. Sie bündelt das Brüderkrankenhaus Trier, Medizinische Versorgungszentren sowie Angebote der Altenpflege und Sozialen Teilhabe.

Modellfall für die Branche?

Die Herausforderungen der BBT Group spiegeln einen bundesweiten Trend wider. Krankenhäuser in ganz Deutschland kämpfen mit steigenden Betriebskosten, sich wandelnden Patientenbedürfnissen und umfassenden Reformen.

Der Ansatz in Mannheim – Bündelung der Infrastruktur bei gleichzeitiger Verhandlung eines Sozialplans zum Schutz des klinischen Personals – wird in der Branche aufmerksam verfolgt. Kann er als Modell für weitere Krankenhausfusionen dienen?

Die internen Arbeiten zur Konzentration aller stationären Dienste am Diako laufen auf Hochtouren. Das Management will über weitere Ergebnisse des Sozialplans berichten, sobald sie feststehen. In den kommenden Wochen werden die Verhandlungen für die nicht geschützten Mitarbeitergruppen entscheidend sein.

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