BayWa, Aktie

BayWa Aktie: 900 Millionen aus r.e.-Verkauf

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 04:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der Agrarhändler verkauft seine Ökostromtochter für 900 Millionen Euro, weit unter den ursprünglichen Erwartungen.

BayWa einigt sich auf Sanierungsplan mit deutlich geringerem Erlös
Abstrakte Darstellung des Sektors für erneuerbare Energien mit warmem Licht und fließendem Kapital, das Wachstum und finanzielle Gewinne symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die BayWa AG hat sich mit ihren Gläubigerbanken und Großaktionären auf einen neuen Sanierungsplan geeinigt. Im Zentrum steht der Verkauf der Ökostromtochter BayWa r.e. Der erwartete Erlös fällt jedoch deutlich niedriger aus als geplant. Die Einigung kam am Dienstagabend nach monatelangen Verhandlungen zustande.

Der Deal und sein Preis

BayWa will die Tochter BayWa r.e. an einen sogenannten Transformations-Gesellschafter verkaufen. Damit verschwinden die Ökostromsparte und ihre Schulden aus der Bilanz. Ursprünglich rechnete der Vorstand mit 1,7 Milliarden Euro Erlös. Jetzt bleiben davon nur noch rund 900 Millionen Euro übrig.

Der Grund: Das Management von BayWa r.e. senkte im Frühjahr seine eigenen Ergebnisziele drastisch. Das drückte den Unternehmenswert nach unten.

Der neue Sanierungsplan zieht sich länger hin als geplant. Er soll nun bis Ende 2030 laufen, zwei Jahre mehr als ursprünglich vorgesehen.

Aktionäre und Banken machen Zugeständnisse

Die beiden Hauptaktionäre halten zusammen etwa 67 Prozent der BayWa-Anteile. Sie übertragen ihre Beteiligungen an einen Treuhänder. Die Gläubigerbanken wandeln Darlehen über 700 Millionen Euro in ein nachrangiges Instrument um.

Auch BayWa AG selbst verzichtet auf Forderungen gegen die r.e.-Tochter. Investor EIP zieht mit und verzichtet ebenfalls auf ausstehende Ansprüche. BayWa will die künftige Eigentümerstruktur von BayWa r.e. in den kommenden Wochen bekanntgeben.

Fokus auf das Kerngeschäft

GVB-Präsident Stefan Müller lobt die Neuausrichtung. Er sieht in Agrarhandel, Landtechnik und Baustoffe die tragenden Säulen des Konzerns. Diese Bereiche haben BayWa über Jahrzehnte profitabel gemacht.

Der Rückzug aus dem Energiegeschäft soll die Mutterfirma entlasten. BayWa kann sich künftig auf ihre traditionellen Kernkompetenzen konzentrieren.

Aktie reagiert auf die Nachricht

Die BayWa-Aktie schloss am Donnerstag bei 11,25 Euro. Auf Wochensicht verlor der Titel noch 5,86 Prozent, auf Monatssicht sogar 10 Prozent. Die Nachricht zum Sanierungsplan sorgte zumindest kurzfristig für Erleichterung unter Anlegern.

Seit Jahresbeginn steht der Kurs mit 32,84 Prozent im Minus. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Verlust sogar 42,89 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 23,90 Euro, erreicht am 2. Dezember 2025, trennen den Kurs fast 53 Prozent. Der RSI von 44,7 signalisiert eine neutrale Marktlage. Die Volatilität von 73,37 Prozent auf 30-Tage-Basis zeigt: Unsicherheit bleibt hoch.

Die Details zur künftigen Eigentümerstruktur von BayWa r.e. sollen in den kommenden Wochen feststehen. Damit dürfte klarer werden, wie tragfähig der neue Sanierungsplan bis 2030 tatsächlich ist.

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