Baykars, KIZILELMA

Baykars KIZILELMA S1: Erster Kampfjet ohne Pilot startet Serienproduktion

23.01.2026 - 02:22:12

Das erste Serienmodell des türkischen KIZILELMA-Kampfdrohnenjägers hat seinen Erstflug absolviert. Die Auslieferung an die Streitkräfte soll noch in diesem Quartal beginnen.

Die Türkei setzt mit einem unbemannten Kampfflugzeug neue Maßstäbe in der Militärluftfahrt. Der türkische Rüstungskonzern Baykar hat den Erstflug des ersten Serienmodells seines revolutionären KIZILELMA S1 erfolgreich absolviert. Damit tritt das Flugzeug in die entscheidende Phase vor der Auslieferung an die türkischen Streitkräfte ein, die noch in diesem Quartal beginnen soll. Dieser Schritt festigt die Position des Landes als führende Kraft in der unbemannten Luftfahrt und markiert den Beginn eines neuen Zeitalters der robotischen Kriegsführung.

Der erfolgreiche Flug des S1-Modells krönt eine intensive Testkampagne im Jahr 2025. Drei Prototypen wurden dabei bis an ihre Grenzen belastet. Diese strenge Evaluierungsphase war entscheidend, um die fortschrittlichen Systeme und Fähigkeiten der Plattform zu integrieren und zu verifizieren.

Vom Prototyp zur Serienreife: Eine rasante Entwicklung

Die Entwicklung des KIZILELMA verlief mit atemberaubendem Tempo. Seit dem Erstflug des ersten Prototyps Ende 2022 verfolgte Baykar einen ambitionierten Testfahrplan. Die zweite Hälfte des Jahres 2025 war besonders entscheidend. Die Prototypen erreichten dabei mehrere Weltpremieren, die das enorme Kampfpotenzial der Plattform demonstrierten.

Zu den Meilensteinen zählten die erfolgreiche Integration und Erprobung eigener Sensoren und Waffensysteme. Im Oktober 2025 flog der KIZILELMA erstmals mit dem hauseigenen MURAD 100-A-AESA-Radar, einem Schlüsselkomponent für die Luftraumüberwachung. Es folgten Abwurftests mit TOLUN-Small-Diameter-Bombs und lasergelenkten TEBER-82-Bomben. Bis November war auch das elektro-optische Zielsystem Toygun 100 integriert und simulierte Abschüsse mit der Gökdoğan-Luft-Luft-Lenkwaffe wurden durchgeführt.

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Eine neue Ära im Luftkampf: Erster unbemannter Fernabschuss

Das Programm erreichte Ende 2025 einen historischen Meilenstein: den weltweit ersten bestätigten Beyond-Visual-Range-Luftkampf durch einen unbemannten Jäger. Bei einem Test nahe Sinop ortete und verfolgte das Flugzeug mit seinem MURAD-Radar ein hochfliegendes Ziel und schoss es mit einer Gökdoğan-Rakete ab. Diese Demonstration einer vollautonomen Fernabfangfähigkeit markiert einen Quantensprung.

Zwei Prototypen führten im Dezember 2025 zudem einen erfolgreichen Formationsflug durch, gesteuert von intelligenten Schwarmalgorithmen. Diese Fähigkeit mehrerer unbemannter Jäger, autonom und kohärent zu operieren, ist Grundlage für künftige Luftkampfstrategien wie Schwarm- oder „Loyal Wingman“-Operationen. Diese Tests unterstreichen die Reife der Plattform.

Strategische Bedeutung und Marktposition

Der Start der Serienfertigung katapultiert den KIZILELMA an die Spitze des globalen Trends zu unbemannten Kampfflugzeugen. Mit einer tarnkappenoptimierten Zelle, der Fähigkeit, von Kurzstart-Trägern wie der TCG Anadolu zu operieren, und einer Nutzlast von 1,5 Tonnen ist er für hochriskante Missionen ohne Pilotengefahr konzipiert.

Das Programm festigt Baykars und damit der Türkei bedeutenden Anteil am globalen Drohnenmarkt, der auf dem Erfolg der Modelle Bayraktar TB2 und Akıncı aufbaut. Die ersten beiden Serieneinheiten sollen laut Firmenangaben noch im ersten Quartal 2026 ausgeliefert werden – ein außergewöhnlich schneller Zyklus von der Entwicklung bis zur Truppe. Diese rasche Einführung könnte die strategische Lage in der Region verändern.

Die nächsten Schritte: Integration und neue Fähigkeiten

Nach dem Erstflug wird der KIZILELMA S1 nun Verifikationstests für seine Sensor- und Waffensysteme durchlaufen. Beobachter merkten an, dass dem ersten Serienmodell noch bestimmte optische Systeme fehlten, was auf eine baldige Nachintegration hindeutet.

Der Fokus liegt nun auf der nahtlosen Einbindung in die Struktur der türkischen Luftwaffe. Dort soll er künftig mit bemannten Flugzeugen wie der F-16 und dem künftigen Kampfjet KAAN zusammenarbeiten. Als „Force Multiplier“ könnte er Luftüberlegenheits-, Angriffs- und Aufklärungsmissionen übernehmen.

Die Entwicklung schreitet bereits voran: Eine potenzielle KIZILELMA-B-Variante soll Überschallgeschwindigkeit erreichen. Mit Beginn der Serienproduktion ist der KIZILELMA dabei, die Grenzen der Luftkriegsführung neu zu definieren.

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