Bayern, Sonderausschreibung

Bayern fordert Sonderausschreibung für 5.000 Megawatt Windkraft

11.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.de

Bayern will mit einer Sonderausschreibung von 5.000 Megawatt den Realisierungsstau bei genehmigten Windprojekten auflösen. Sieben weitere Bundesländer unterstützen die Initiative für mehr Planungssicherheit.

Bayern fordert Sonderausschreibung für 5.000 Megawatt Windkraft - Foto: über boerse-global.de
Bayern fordert Sonderausschreibung für 5.000 Megawatt Windkraft - Foto: über boerse-global.de

Bayern startet eine Bundesratsinitiative für mehr Windkraft. Der Freistaat will eine einmalige Sonderausschreibung von 5.000 Megawatt noch in diesem Jahr durchsetzen. Ziel ist es, einen bundesweiten Realisierungsstau bei bereits genehmigten Projekten aufzulösen und Planungssicherheit zu schaffen.

Paradox: Genehmigt, aber nicht gebaut

Das Problem klingt absurd: Immer mehr Windprojekte erhalten eine Genehmigung, doch der Bau stockt. Grund sind überzeichnete reguläre Ausschreibungen. 2025 lagen Gebote für 23,7 Gigawatt vor – das Ausschreibungsvolumen betrug aber nur 14,5 Gigawatt.

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Auch in Bayern warten über 100 genehmigte Anlagen auf den Förderzuschlag. In der letzten Rode erhielt weniger als die Hälfte der bayerischen Projekte den Zuschlag. Die Sonderausschreibung soll diesen Flaschenhals am 1. Oktober 2026 öffnen, ohne die regulären Volumen zu schmälern.

Breite Allianz für den Ausbau

Bayern steht mit seinem Vorstoß nicht allein da. Sieben weitere Bundesländer, von Nordrhein-Westfalen bis Schleswig-Holstein, unterstützen die Initiative. Auch aus Sachsen kommt Druck, dem bayerischen Vorbild zu folgen.

Doch Bayern denkt weiter. Langfristig will der Freistaat das Fördermodell im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) anpassen. Das sogenannte Referenzertragsmodell soll so reformiert werden, dass auch windschwächere Standorte in Süddeutschland wirtschaftlich betrieben werden können.

Klare Flächenziele als Fundament

Ein zentraler Punkt: Bayern pocht auf die Einhaltung der bundesweiten Flächenziele für Windkraft bis 2032. Diskussionen auf Bundesebene über eine Aufweichung lehnt die Staatsregierung strikt ab. Sie fürchtet sonst massive Investitionsunsicherheit.

Im Freistaat selbst schreitet die Flächensicherung voran. Ende Januar waren 0,84 Prozent der Landesfläche für Windkraft reserviert. Die Bayerischen Staatsforsten planen zudem bis 2030 rund 500 Anlagen im Staatswald. Ein neues Beteiligungsgesetz sorgt seit Jahresbeginn für mehr Akzeptanz, indem es Kommunen an den Erträgen beteiligt.

Vom Nachzügler zum Vorreiter?

Die Initiative markiert einen strategischen Schwenk. Während Bayern beim Windkraftausbau lange kritisiert wurde, zeigen aktuelle Zahlen eine enorme Dynamik. Ende 2025 waren Anlagen mit 2,7 Gigawatt Leistung am Netz.

Allein 2025 wurden Genehmigungen für 198 neue Anlagen erteilt. Aktuell durchlaufen 743 Projekte das Genehmigungsverfahren – ein Rekordwert. Die durchschnittliche Genehmigungsdauer liegt bei nur zehn Monaten, ein Spitzenwert in Deutschland.

Branche begrüßt pragmatischen Schritt

Energieexperten sehen die Initiative als notwendigen Schritt. Die Diskrepanz zwischen Genehmigung und Förderung stellt für Entwickler ein enormes finanzielles Risiko dar. Ohne Lösung drohen Millionen-Vorlaufkosten zu versanden.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betont zudem die geopolitische Dimension. Angesichts internationaler Krisen sei der zügige Ausbau heimischer Energiequellen von überragendem Interesse für die Versorgungssicherheit.

Was kommt als nächstes?

Der Gesetzesantrag wird nun in den Fachausschüssen des Bundesrates verhandelt. Beobachter rechnen aufgrund der breiten Unterstützung mit einer Weiterleitung an den Bundestag.

Für Projektentwickler bedeutet das: Sie müssen sich auf eine mögliche Sonderausschreibung im Oktober vorbereiten. Zahlreiche auf Eis liegende Verträge für Windkraftstandorte könnten dann schnell aktiviert werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Bund auch die geforderten langfristigen Anpassungen am Fördersystem mitträgt.

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