Bayer, Richterwechsel

Bayer: Richterwechsel zu Chhabria gefährdet 7,25-Mrd-Vergleich

02.06.2026 - 17:14:10 | boerse-global.de

Richterwechsel in den USA gefährdet Bayers milliardenschweren Glyphosat-Vergleich. Die Aktie fällt auf ein neues Jahrestief.

Adobe: La Prueba de Fuego de la Inteligencia Artificial se Acerca - Bild: über boerse-global.de
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Der Druck auf Bayer nimmt zu. Ein Zuständigkeitswechsel im Glyphosat-Streit bringt den mühsam ausgehandelten US-Vergleich erneut ins Wanken. Im Zentrum steht ein Paket über rund 7,25 Milliarden US-Dollar.

Richterwechsel erhöht das Risiko

Ein US-Bundesrichtergremium hat vorläufig entschieden, das Verfahren von Missouri nach San Francisco zu verlegen. Dort übernimmt Richter Vince Chhabria. Für Bayer ist das heikel, weil Chhabria frühere Vergleichsbemühungen bereits kritisch gesehen hat.

2020 lehnte er einen ersten umfassenden Vorschlag ab. Genau deshalb reagiert der Markt jetzt nervös. Anleger fürchten, dass die neue Zuständigkeit den Deal verzögern oder inhaltlich verändern könnte.

Bayer spricht von einem Routinevorgang. Der Konzern will Einspruch einlegen und auf eine Rückverlegung nach Missouri drängen. Das Unternehmen setzt darauf, dass die Argumente für den bisherigen Gerichtsstand tragen.

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Die Börse reagiert sofort

An der Frankfurter Börse geriet die Aktie stark unter Druck und zählte zeitweise zu den schwächsten Werten im DAX. Dabei markierte sie ein neues Jahrestief. Der Zeitpunkt verschärft die Lage zusätzlich, denn im Juni läuft eine wichtige Frist für Kläger aus dem Vergleich ab.

Hinzu kommt der Blick auf die Bilanz. Die Nettofinanzverschuldung lag zuletzt bei mehr als 32 Milliarden Euro. Für die neue Finanzchefin Judith Hartmann ist das ein schwieriger Start. Sie hat ihr Amt erst zu Monatsbeginn übernommen.

Juni wird zum Prüfstein

Für den weiteren Verlauf bleiben zwei Punkte entscheidend. Zum einen das Vorgehen von Chhabria und die Frage, ob Bayer den Fall wieder nach Missouri ziehen kann. Zum anderen die erwartete Entscheidung des US Supreme Court im Fall „Durnell“ noch im Laufe des Juni. Ein Urteil könnte die rechtliche Grundlage für künftige Glyphosat-Klagen in den USA spürbar verschieben.

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Scheitert der Vergleich oder zieht sich das Verfahren in die Länge, gerät auch die Strategie von Konzernchef Bill Anderson unter Druck. Das Ziel, die Rechtsrisiken bis 2026 einzudämmen, würde dann schwerer erreichbar. Im August folgen außerdem die Quartalszahlen von Crop Science und Pharmaceuticals. Sie liefern den nächsten Blick auf die operative Lage.

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