Bayer Aktie: Roundup-Zuständigkeit geklärt
17.06.2026 - 22:14:46 | boerse-global.de
Der Roundup-Rechtsstreit bei Bayer macht einen entscheidenden Schritt nach vorn — zumindest was die Verfahrensfrage betrifft.
Ein Bundesrichter hat entschieden, dass der 7,25-Milliarden-Dollar-Sammelvergleich von Bayers Tochter Monsanto nicht in Kalifornien verhandelt wird. Der Fall geht zurück an das Missouri State Court, wo der überwiegende Teil aller Roundup-Klagen anhängig ist. Bayer begrüßte die Entscheidung ausdrücklich: Sie schaffe die nötige Klarheit, damit das Genehmigungsverfahren dort weitergeführt werden kann.
Vergleich, der noch nicht steht
Der Vergleich selbst ist damit noch nicht durch. Das Missouri-Gericht hatte ihn Anfang März vorläufig gebilligt, die endgültige Zustimmung steht aber noch aus. Mit dem Vergleich will Bayer sämtliche bisherigen und künftigen Klagen abdecken, bei denen eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom auf den Einsatz von Roundup zurückgeführt wird. Die Zahlungen sollen über zwanzig Jahre gestreckt werden, ein Großteil aber bereits 2026 fließen.
Parallel läuft eine grundsätzlich andere Baustelle: Der US Supreme Court soll im sogenannten Durnell-Fall ein Urteil mit Signalwirkung für weitere Glyphosat-Klagen fällen. UBS-Analyst Matthew Weston beziffert sein Kursziel im Basisszenario auf 52 Euro, skizzierte aber auch ein Negativszenario bis auf 28 Euro — das er selbst als unwahrscheinlich einstuft. Berenberg-Analyst Sebastian Bray sprach zuletzt davon, dass die Wahrscheinlichkeiten für das Supreme-Court-Votum nahe an einem Münzwurf liegen.
Rückenwind aus Brüssel
Indes kam heute positive Nachricht aus Europa. Das Europäische Parlament stimmte dafür, mit modernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel in vielen Fällen von strengen EU-Kennzeichnungspflichten auszunehmen. Für Bayers Agrarsparte, die Saatgut für gentechnisch modifizierte Nutzpflanzen produziert, öffnet das potenziell neue Vermarktungsperspektiven im EU-Binnenmarkt.
Die Kombination aus Verfahrensklarheit beim Roundup-Vergleich und dem EU-Gentechnikbeschluss trieb die Aktie auf ein Monatshoch — und drehte die Jahresbilanz 2026 für die Anteilsscheine wieder leicht ins Plus. Wie das Supreme-Court-Urteil ausfällt und wann Missouri den Vergleich endgültig absegnet, wird über den nächsten größeren Kursimpuls entscheiden.
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