Bayer Aktie: Richter Chhabria übernimmt Roundup-Fall
02.06.2026 - 19:17:32 | boerse-global.deBayer steckt in einer Zwickmühle. Der Konzern kämpft mit juristischen Altlasten, während er neue Medikamente präsentiert. Die Anleger interessiert derzeit nur eines – und das schickt die Aktie auf Talfahrt.
Die Papiere verloren am Dienstag zeitweise fünf Prozent und notierten zuletzt bei 33,92 Euro. Das ist ein Minus von 3,66 Prozent zum Vortag. Seit Jahresanfang summiert sich der Verlust auf knapp elf Prozent.
Gerichtssaal wechselt, Risiken steigen
Auslöser ist eine Entscheidung des US-Richtergremiums JPML. Dieses ordnete bedingt an, den milliardenschweren Sammelvergleich von Missouri an ein Bundesgericht in Nordkalifornien zu verlegen. Sollte das durchkommen, übernähme Richter Vince Chhabria den Fall.
Chhabria ist in Leverkusen kein Unbekannter – und keiner, den man sich als Gegner wünscht. Bereits 2020 lehnte er einen ersten Vergleichsversuch ab. Auch den aktuellen Plan des Konzerns betrachtet er skeptisch.
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Der im Februar ausgehandelte Vergleich hat ein Volumen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar. Mit ihm will Bayer bestehende und künftige Roundup-Klagen ein für alle Mal vom Tisch haben. Vorstandschef Bill Anderson hatte den Aktionären versprochen, die Rechtsrisiken bis Ende 2026 signifikant einzudämmen.
Ein Scheitern oder eine Verzögerung würde diese Zusage gefährden.
Bayer stemmt sich gegen die Verlegung
Das Unternehmen kündigte am Dienstag an, gegen die Übertragungsanordnung vorzugehen. Ein Sprecher betonte, der Fall gehöre vor das Staatsgericht in Missouri. Man sei zuversichtlich, eine Rückverweisung zu erreichen.
Analysten der Bank of America sehen das anders. Sie warnen, dass ein Bundesrichter wie Chhabria die Wahrscheinlichkeit einer endgültigen Genehmigung des Vergleichs senken könnte.
Terminkalender bleibt prall
Die nächsten Wochen werden richtungsweisend. Am 4. Juni läuft die Frist für Kläger, aus dem Sammelvergleich auszusteigen (Opt-out-Deadline). Für den 9. Juli ist die Anhörung zur Angemessenheit des Vergleichs angesetzt (Fairness Hearing).
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Hinzu kommt der Fall "Durnell" vor dem US Supreme Court. Eine Entscheidung im Juni oder Juli könnte grundsätzliche Fragen zur Produkthaftung bei Bundesvorgaben klären.
Parallel präsentiert Bayer auf dem ERA-Kongress neue Daten zum Nierenmedikament Kerendia. Solche Fortschritte interessieren die Börse derzeit kaum. Der Rechtsstreit dominiert – und er bleibt auf Monate hinaus unberechenbar.
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