Bayer Aktie: EMA validiert Asundexian-Antrag
15.06.2026 - 00:25:36 | boerse-global.de
Für Bayer beginnt eine entscheidende Phase in Europa. Die Europäische Arzneimittelagentur hat den Zulassungsantrag für das Schlaganfallmedikament Asundexian offiziell validiert. Damit startet das formelle Bewertungsverfahren für den wichtigsten Hoffnungsträger der Pharma-Sparte.
Vom Rückschlag zum Hoffnungsträger
Der Weg bis hierhin war holprig. Im Jahr 2023 scheiterte Asundexian bei Patienten mit Vorhofflimmern. Bayer hat das Medikament daraufhin neu positioniert. In der Sekundärprävention von Schlaganfällen zeigt die Phase-III-Studie nun deutlich bessere Ergebnisse. Ein großer Vorteil ist das geringe Blutungsrisiko.
Neben Europa strebt der Konzern Zulassungen in den USA und China an. Dort haben die Behörden bereits beschleunigte Prüfverfahren genehmigt. Das Marktpotenzial ist enorm. Schlaganfälle bilden in Europa die zweithäufigste Todesursache.
Analysten reagieren verhalten positiv auf die operative Entwicklung. Die Berenberg Bank hob ihr Kursziel leicht auf 40,50 Euro an. Sie belässt die Einstufung auf "Hold". Die Experten loben die höhere Profitabilität im Pharmabereich.
Die juristische Dauerbaustelle
Die Kehrseite: US-Rechtsstreitigkeiten bleiben ein schwerer Bremsklotz. Allein im ersten Quartal flossen über zwei Milliarden Euro für Glyphosat- und PCB-Klagen ab. Analysten sehen eine 60-prozentige Chance auf ein rettendes Supreme-Court-Urteil im wichtigen Durnell-Fall.
Am Aktienmarkt spiegelt sich diese gemischte Lage wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 36,06 Euro. Damit notiert das Papier knapp über der 200-Tage-Linie. Auf Jahressicht steht ein Plus von rund 30 Prozent auf der Anzeigetafel.
Parallel dazu zieht sich ein prominenter Investor zurück. Der Staatsfonds von Singapur hat seinen Anteil auf 2,90 Prozent reduziert.
Der formelle Start des EMA-Verfahrens sichert Bayer operative Dynamik im Pharmageschäft. Der Kursverlauf der kommenden Monate hängt jedoch an einer anderen Front. Fällt das Supreme-Court-Urteil im Durnell-Fall zugunsten der Leverkusener aus, entfällt der größte Unsicherheitsfaktor für die Aktie.
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