Bauwirtschaft, Bürokratie

Bauwirtschaft: Bürokratie erstickt zarten Aufschwung

04.02.2026 - 21:52:12

Die deutsche Bauindustrie zeigt erste Stabilisierungstendenzen, doch eine Vervierfachung der Bauvorschriften und Personalmangel in Behörden gefährden den dringend benötigten Konjunkturimpuls.

Die deutsche Bauwirtschaft zeigt erste Anzeichen der Stabilisierung. Doch ein massiver Bürokratieberg droht, den dringend benötigten Aufschwung abzuwürgen. Branchenverbände fordern schnelle und tiefgreifende Reformen, um Genehmigungen zu beschleunigen und Vorschriften zu entschlacken.

Besonders der Wohnungsbau bleibt das größte Sorgenkind. Das politische Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde in der Vergangenheit deutlich verfehlt. Zwar steigen die Baugenehmigungen aktuell leicht – angetrieben von stabileren Materialpreisen und gesunkenen Finanzierungskosten. Das Niveau liegt aber weit unter dem früherer Jahre.

Experten mahnen zur Vorsicht: Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen oft Monate oder Jahre. Der Impuls für die Konjunktur kommt also mit großer Verzögerung. Die Bundesregierung will die Wohnbauförderung nun auf zwei Säulen reduzieren. Die Hoffnung: Weniger Bürokratie soll den Neubau beleben.

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Ein Vorschriften-Dschungel lähmt die Unternehmen

Das eigentliche Problem ist hausgemacht: Ein undurchdringliches Dickicht aus Vorschriften. Die Zahl der Bauvorschriften hat sich in den vergangenen Jahren von rund 5.000 auf über 20.000 vervierfacht. Selbst für Fachleute ist dieser Wust kaum zu überblicken.

Die Folgen sind massiv:
* Allein in der ostdeutschen Bauwirtschaft verursachte der bürokratische Aufwand 2023 Kosten von 3,5 Milliarden Euro.
* Immer mehr Mitarbeiter erledigen nur noch administrative Aufgaben.
* Vor allem kleinere Unternehmen scheuen daher öffentliche Ausschreibungen.

Die Verbände fordern ein entschlossenes Handeln der Politik. Sonst sei die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche in Gefahr.

Behörden fehlt das Personal für Projekte

Ein weiterer Flaschenhals sind die Behörden selbst. In den vergangenen Jahren wurden bei öffentlichen Auftraggebern massiv Stellen abgebaut. Die Folge: Selbst wenn Geld aus Sondervermögen für Infrastrukturprojekte bereitsteht, fehlt oft das Personal für Planung und Genehmigung.

Die Bundesvereinigung mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) drängt darauf, diese Planungskapazitäten dringend wieder aufzubauen. Initiativen wie das geplante Infrastruktur-Zukunftsgesetz sollen Verfahren digitalisieren und beschleunigen. Ob das gelingt, hängt von der konsequenten Umsetzung ab.

2026 wird zum Schicksalsjahr

Das laufende Jahr könnte ein Wendepunkt werden. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose gesenkt und betont die Notwendigkeit von Strukturreformen. Der Abbau von Bürokratie gilt als eine der effektivsten Formen der Wirtschaftsförderung.

Die Bauindustrie fordert verlässliche Rahmenbedingungen statt kurzfristiger Förderprogramme. Allein staatliche Investitionen brächten kein nachhaltiges Wachstum, solange die strukturellen Defizite bestehen blieben.

Die Hoffnung der Branche liegt nun auf Maßnahmen wie dem sogenannten „Bau-Turbo“ für schnellere Genehmigungen. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Reformen in der Praxis spürbar vereinfachen. Gelingt das nicht, droht der zarte Aufschwung zu verpuffen, bevor er richtig begonnen hat.

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