Baugenehmigungen, Zahl

Baugenehmigungen steigen erstmals seit 2021

24.02.2026 - 21:20:20 | boerse-global.de

Die Zahl genehmigter Wohnungen stieg 2025 deutlich, doch Experten warnen vor anhaltenden Problemen wie hohen Kosten und Bürokratie. Die Politik steht unter Druck, die Krise zu bewältigen.

Die deutsche Bauwirtschaft zeigt erste Anzeichen der Erholung. Neue Daten belegen einen deutlichen Anstieg der Baugenehmigungen für 2025. Gleichzeitig hellt sich die Stimmung in der Branche leicht auf. Doch Experten warnen vor zu viel Optimismus.

Ein Hoffnungsschimmer in der Krise

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 10,8 Prozent auf 238.500. Damit kehrt der Trend nach dem Tiefststand von 2024 erstmals wieder nach oben. Besonders wichtig: Der Zuwachs bei Mehrfamilienhäusern fiel mit 12,1 Prozent sogar stärker aus. Diese sind für den angespannten Mietmarkt entscheidend.

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Parallel signalisiert der aktuelle ifo-Geschäftsklimaindex eine leichte Besserung. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate verbesserten sich. Die Auftragslage bleibt dennoch angespannt.

Genehmigung ist nicht gleich Fertigstellung

Doch warnt die Branche vor verfrühter Euphorie? Eine Baugenehmigung bedeutet noch lange keine fertige Wohnung. Viele der genehmigten Projekte stehen unter Finanzierungsvorbehalt. Die alten Probleme sind weiterhin akut.

Die Bauzinsen pendeln derzeit zwischen 3,5 und 4,0 Prozent. Ein starker Rückgang gilt kurzfristig als unwahrscheinlich. Dazu kommen hohe Material- und Energiekosten sowie ein anhaltender Fachkräftemangel. Diese Faktoren belasten jedes Bauprojekt.

Politik unter Druck: Forderungen nach dem "Bau-Turbo"

Angesichts der anhaltenden Krise erhöht die Immobilienwirtschaft den Druck auf die Politik. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) fordert in seinem Frühjahrsgutachten tiefgreifende Reformen.

An erster Stelle steht die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Langwierige Bürokratie gilt als eine der größten Bremsen. Weitere Forderungen umfassen die Senkung der Grunderwerbsteuer und steuerliche Anreize für Investitionen. Auch die Mietregulierung soll überprüft werden, um Anreize für den Mietwohnungsbau zu schaffen.

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Ziel verfehlt: Die Lücke bleibt riesig

Trotz der positiven Signale klafft eine gewaltige Lücke. Die aktuelle Neubauaktivität liegt weit hinter dem Bedarf zurück. Die Bundesregierung strebt 400.000 neue Wohnungen pro Jahr an. Experten rechnen für 2026 jedoch nur mit etwas mehr als 200.000 Fertigstellungen.

Die Folgen sind vor allem in Ballungszentren und Universitätsstädten spürbar. Steigende Mieten und Kaufpreise belasten Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen erheblich. Wirtschaftlich bremst die schwache Baukonjunktur das Wachstum und gefährdet Arbeitsplätze.

2026 wird zum Schicksalsjahr

Ob aus der zarten Erholung eine echte Trendwende wird, entscheidet sich in diesem Jahr. Ein wichtiger Indikator sind die Baufertigstellungszahlen, die voraussichtlich im Mai veröffentlicht werden.

Die Hoffnungen ruhen auf der Politik. Förderprogramme und der von der Bundesbauministerin versprochene "Bau-Turbo" müssen jetzt wirksam umgesetzt werden. Doch solange die Finanzierung teuer und die Baukosten hoch bleiben, ist eine schnelle Entspannung am Wohnungsmarkt unwahrscheinlich. Die Krise ist noch lange nicht überwunden.

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