Baugenehmigungen in Baden-Württemberg steigen erstmals wieder
21.02.2026 - 19:40:12 | boerse-global.deBaden-Württemberg verzeichnet erstmals seit drei Jahren wieder mehr Baugenehmigungen. Neue Daten des Statistischen Landesamtes zeigen für 2025 einen Anstieg um 11,75 Prozent auf 23.103 Wohneinheiten. Landesbauministerin Nicole Razavi (CDU) spricht von „zarten Trieben einer Erholung“. Doch reicht das, um die massive Wohnungsnot im Südwesten zu lindern?
Immenser Bedarf trotz positivem Trend
Experten warnen vor verfrühter Euphorie. Die Genehmigungszahlen erreichen nicht einmal die Hälfte des jährlichen Bedarfs. Laut einer Studie des Pestel-Instituts fehlen in Baden-Württemberg rund 196.000 Wohnungen. Um das Defizit abzubauen, wären pro Jahr etwa 60.300 Neubauten nötig. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum entwickelt sich zur ernsten Wirtschaftsbremse, da er die Fachkräftegewinnung erschwert.
Politik startet „Bau-Turbo BW“
Die Landesregierung reagiert mit neuen Initiativen. Im Mittelpunkt steht das Maßnahmenpaket „Bau-Turbo BW“. Es soll Kommunen dabei helfen, Planungs- und Genehmigungsprozesse zu vereinfachen. Städte und Gemeinden erhalten finanzielle Zuschüsse für Beratungsleistungen. Ergänzt wird das Programm durch landesweite Online-Dialoge und ein Experten-Netzwerk.
Die Wohnungsfrage dominiert auch den Landtagswahlkampf 2026. Parteien fordern mehr Entbürokratisierung, verlässlichere Förderprogramme und eine aktivere Bodenpolitik. Kritiker bemängeln, dass die Landesmittel zur Aufstockung der Bundesförderung für sozialen Wohnungsbau nicht ausreichen. Die Fördertöpfe sind regelmäßig schnell leer.
Angesichts der angespannten Miet- und Wohnungsmarktlage in Baden‑Württemberg sollten Vermieter ihre Preise rechtssicher prüfen. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert Vergleichsmieten und Begründungshilfen für Mieterhöhungen – ideal, um Investitionen, Renditen und Betriebskosten kalkulatorisch abzusichern. Jetzt kostenlosen Mietspiegel-Report herunterladen
Hohe Hürden bremsen den Bau
Die grundlegenden Probleme des Bausektors bleiben. Die Baupreise sind weiter hoch, auch wenn der Kostenanstieg sich verlangsamt hat. Vor allem die gestiegenen Finanzierungkosten durch höhere Zinsen schränken Investoren und private Bauherren ein.
Branchenverbände fordern strukturelle Reformen. Dazu gehören die Senkung der Grunderwerbsteuer und vereinfachte Baustandards. Ein sogenannter „Gebäudetyps E“ soll rechtssicher den Verzicht auf nicht sicherheitsrelevante Normen ermöglichen. Der Abbau bürokratischer Hürden gilt als entscheidender Hebel für rentablere und schnellere Projekte.
Sozialer Wohnungsbau in der Krise
Die Wohnungsnot ist ein vielschichtiges Problem. Besonders dramatisch ist die Lage beim sozialen Wohnungsbau. Einer Analyse zufolge stehen nur noch etwa 55.000 Sozialwohnungen für rund 800.000 armutsgefährdete Haushalte bereit. Die soziale Polarisierung auf dem Wohnungsmarkt erreicht die Mitte der Gesellschaft.
Initiativen wie der „Bau-Turbo BW“ adressieren vor allem prozessuale Hemmnisse in den Kommunen. Analysten betonen jedoch: Ohne eine deutliche Senkung der Baukosten und bessere Finanzierungsbedingungen wird die Bauwende schwer zu erreichen sein. Die steigenden Genehmigungszahlen könnten ein Zeichen der Anpassung sein – von einer flächendeckenden Erholung ist der Markt aber weit entfernt.
Rätst du noch bei deiner Aktienauswahl oder investierst du schon nach einem profitablen System?
Ein Depot ohne klare Strategie ist im aktuellen Börsenumfeld ein unkalkulierbares Risiko. Überlass deine finanzielle Zukunft nicht länger dem Zufall oder einem vagen Bauchgefühl. Der Börsenbrief 'trading-notes' nimmt dir die komplexe Analysearbeit ab und liefert dir konkrete, überprüfte Top-Chancen. Mach Schluss mit dem Rätselraten und melde dich jetzt für 100% kostenloses Expertenwissen an.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Jetzt abonnieren.


