Baubranche meldet überraschenden Aufschwung
19.02.2026 - 02:00:12Die Baugenehmigungen in Deutschland steigen erstmals seit 2021 wieder spürbar an. Das Statistische Bundesamt verzeichnet für 2025 ein Plus von 10,8 Prozent. Doch während der Wohnungsbau Hoffnung macht, kämpfen Großprojekte wie der Hamburger Elbtower und Stuttgart 21 weiter mit massiven Problemen.
Wohnungsbau: Endlich wieder mehr Genehmigungen
Das Statistische Bundesamt lieferte die überraschend positive Nachricht: Im Jahr 2025 wurden 238.500 Wohnungen genehmigt. Das ist ein Anstieg von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahrestief. Besonders das Segment der Mehrfamilienhäuser legte mit einem Plus von 12,1 Prozent stark zu.
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Branchenverbände wie der GdW reagieren vorsichtig optimistisch. Sie sehen ein erstes Signal der Stabilisierung, mahnen aber zur Realität. Das Niveau liegt noch weit unter dem politischen Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Experten führen den Aufschwung auf leicht gesunkene Bauzinsen und die Wirkung staatlicher Förderprogramme zurück.
Elbtower: Vom Wolkenkratzer zum „kurzen Olaf“
Während der Wohnungsbau atmet, bleibt die Lage bei gewerblichen Prestigeprojekten angespannt. Das Schicksal des Hamburger Elbtowers hat sich dramatisch gewandelt. Nach der Insolvenz der Signa-Gruppe und monatelangem Baustopp wird der Turm radikal verkleinert.
Die revidierten Pläne sehen nun eine Höhe von nur noch 199 Metern vor – statt der ursprünglich geplanten 245. Im Volksmund heißt der verkürzte Turm bereits „Der kurze Olaf“. Um eine Bauruine zu verhindern, greift die Stadt Hamburg massiv ein: Sie plant, etwa die Hälfte des Gebäudes zu kaufen. Neuer Hauptmieter soll das Naturkundemuseum Hamburg werden.
Doch vor Ort herrscht weiter Stillstand. Wegen statischer Risiken und Schäden am benachbarten Bahnhof Elbbrücken gilt ein Weiterbauverbot bis mindestens März 2026. Ob der Turm im Frühjahr tatsächlich weiterwachsen kann, ist noch ungewiss.
Stuttgart 21: Eröffnung rutscht auf 2027
Im Süden des Landes gibt es einen weiteren herben Rückschlag. Das Bahnprojekt Stuttgart 21 wird sich erneut verzögern. Die Deutsche Bahn bestätigte Ende 2025: Der zuletzt angepeilte Termin im Dezember 2026 ist nicht zu halten.
Neues Ziel für die Inbetriebnahme ist nun das Jahr 2027. Schuld sind nicht die Bauarbeiten am Tiefbahnhof, sondern massive Probleme beim Digitalen Knoten Stuttgart (DKS). Die Zulassung der neuartigen digitalen Leit- und Sicherungstechnik erweist sich als extrem komplex. Landespolitiker reagierten mit scharfer Kritik und fordern lückenlose Aufklärung. Für Reisende bedeutet das: weiterhin Geduld mit dem alten Kopfbahnhof.
Frankfurt Four: Ein Projekt, das funktioniert
Ein positives Gegenbeispiel liefert Frankfurt. Das Großprojekt FOUR auf dem ehemaligen Deutsche-Bank-Areal nähert sich seiner Vollendung. Es zeigt, dass komplexe Stadtentwicklung auch in schwierigen Zeiten gelingen kann.
Der höchste Turm mit 233 Metern steht kurz vor der Übergabe. Die Vermarktung läuft: Turm 3 zielt mit Eigentumswohnungen auf internationale Käufer, in Turm 2 entstehen dringend benötigte Mietwohnungen. Die Fertigstellung des gesamten Quartiers wird für 2026 erwartet. Das gemischte Konzept aus Wohnen, Arbeiten und Hotellerie beweist seine Stärke.
Ausblick: Kein Grund für Euphorie
Die steigenden Genehmigungszahlen sind ein psychologischer Wendepunkt. Sie zeigen, dass sich Investoren an höhere Zinsen und Baukosten gewöhnen. Doch Bauökonomen warnen: Mehr Genehmigungen bedeuten nicht sofort mehr fertige Wohnungen.
Die Fertigstellungszahlen werden 2026 voraussichtlich noch niedrig bleiben. Erst ab 2027 könnte der aktuelle Trend spürbar mehr realen Wohnraum schaffen. Die Branche blickt nun gespannt auf zwei Termine: das Ende des Elbtower-Bauverbots im März und die nächste Sitzung zum Stuttgart-21-Lenkungskreis. Von dort erhoffen sich viele endlich einen verlässlichen Endpunkt für das Jahrhundertprojekt.
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