BAuA-Studie, Psychische

BAuA-Studie: Psychische Gesundheit in Tech-Firmen bleibt Problem

25.02.2026 - 01:00:38 | boerse-global.de

Eine Studie der BAuA zeigt, dass trotz steigender Angebote nur knapp 60 Prozent der Beschäftigten Gesundheitsprogramme nutzen. Besonders in der IT-Branche ist der Bedarf hoch.

Mitarbeiter nutzen Gesundheitsangebote ihrer Arbeitgeber kaum – obwohl der Bedarf riesig ist. Das zeigt eine neue Analyse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Besonders in der technologiegetriebenen Arbeitswelt klafft eine gefährliche Lücke zwischen Angebot und Akzeptanz.

Alarmierende Zahlen aus dem IT-Sektor

Der Druck in der Tech-Branche erreicht neue Höchststände. Mehr als die Hälfte der IT-Spezialisten bewertet die eigene mentale Gesundheit als schlecht. Das ergab eine aktuelle Befragung mit über 3.300 Teilnehmern.

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Hauptstressfaktoren sind hoher Zeitdruck, unklare Aufgaben und mangelnde Wertschätzung. Viele arbeiten sogar trotz schwerer Erkrankungen weiter – aus Sorge, das Team zu belasten oder weil keine Vertretung da ist. Die ständige Bedrohung durch Cyberangriffe verschärft die Situation zusätzlich.

Die Teilnahmelücke wird größer

Die BAuA-Daten zeigen ein paradoxes Bild: Immer mehr Unternehmen bieten Gesundheitsprogramme an, doch die Mitarbeiter bleiben fern. Der Anteil der Beschäftigten, denen solche Angebote bekannt sind, stieg von 38 Prozent (2006) auf 53 Prozent (2024).

Doch die tatsächliche Teilnahmequote stagniert seit 2018 bei nur 58 Prozent. Warum nutzen so viele Mitarbeiter die Hilfe nicht? Experten vermuten kulturelle Barrieren: Misstrauen, Stigmatisierung oder einfach das Gefühl, dass die Maßnahmen am eigentlichen Bedarf vorbeigehen.

Nationaler Weckruf für Prävention

Die Probleme am Arbeitsplatz spiegeln einen gesellschaftlichen Trend wider. Erst Mitte Februar gründete sich in Berlin die "Mental Health Alliance". Das Bündnis fordert einen radikalen Systemwechsel: weg von der "Reparatur"-Medizin, hin zu echter Prävention.

Besonders dringlich ist Frühintervention bei jungen Menschen. Bis zu 75 Prozent aller psychischen Erkrankungen zeigen erste Symptome vor dem 25. Lebensjahr. Der Wissenschaftsrat unterstützt diese Forderung nach einem Kulturwandel.

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Wirtschaftlicher Zwang trifft auf kulturelle Hürden

Für Tech-Unternehmen wird psychische Gesundheit zum strategischen Erfolgsfaktor. Bei steigenden Krankenkassenbeiträgen und Fachkräftemangel ist ein gesundes Arbeitsumfeld überlebenswichtig. Es entscheidet über Motivation und die Gewinnung neuer Talente.

Doch die BAuA-Daten beweisen: Ressourcen bereitzustellen reicht nicht. Entscheidend ist eine Kultur der psychologischen Sicherheit. Mitarbeiter müssen Hilfe annehmen können, ohne Angst vor Nachteilen zu haben.

KI soll personalisierte Prävention ermöglichen

Die Zukunft liegt in ganzheitlichen Ansätzen, die mentale Gesundheit in die Unternehmensstrategie integrieren. Standardangebote werden durch personalisierte, digitale Lösungen ergänzt.

Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, maßgeschneiderte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Für die Tech-Branche ergibt sich eine doppelte Chance: Sie kann die Werkzeuge für moderne Gesundheitsvorsorge schaffen – und muss gleichzeitig vorleben, wie Innovation und Wohlbefinden zusammenpassen.

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