BAuA-Leitfaden, Bessere

BAuA-Leitfaden: Bessere Gesundheitsvorsorge für Schweißer im Stahlbau

04.02.2026 - 18:33:12

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz veröffentlicht einen branchenspezifischen Leitfaden, um Gesundheitsrisiken durch Schweißarbeiten zu reduzieren und die Umsetzung der TRGS 528 zu erleichtern.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat einen neuen Praxis-Leitfaden für Betriebsärzte im Stahlbau veröffentlicht. Das Handbuch soll die Lücke zwischen Schweißtechnik und medizinischer Betreuung schließen und so Gesundheitsrisiken durch Schweißrauche und körperliche Belastung reduzieren.

Gezielte Hilfe für den Arbeitsalltag

Der Leitfaden „Schweißen im Stahlbau“ adressiert ein drängendes Problem der Branche. Schweißen ist zwar ein Kernprozess, birgt aber komplexe Gefahren – von giftigen Dämpfen bis zu ergonomischen Zwangshaltungen. Die Publikation richtet sich speziell an Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitgeber.

Die Autoren haben das Werk als kompakte, praxisnahe Handlungshilfe konzipiert. Es vermittelt Medizinern das nötige technische Grundverständnis für eine fundierte Gefährdungsbeurteilung. Der Leitfaden steht ab sofort als PDF auf der BAuA-Website bereit und soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen.

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Drei Säulen für wirksamen Gesundheitsschutz

Der systematische Ansatz des Guides basiert auf drei zentralen Handlungsfeldern für den Betriebsarzt.

1. Betriebsbegehung und -erkundung

Effektiver Schutz beginnt mit dem Verständnis der konkreten Arbeitsbedingungen vor Ort. Die BAuA betont, dass Ärzte aktiv an Begehungen teilnehmen sollten. Nur so lassen sich spezifische Gefahrenquellen identifizieren – etwa Schweißrauche von beschichteten Materialien oder die Belastung durch Überkopfarbeiten.

2. Fachkundige Beratung

Die zweite Säule unterstreicht die beratende Funktion des Betriebsarztes. Der Leitfaden unterstützt bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung und verbindet medizinisches Know-how mit technischen Schutzmaßnahmen. Ein zentraler Grundsatz: Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist immer das letzte Mittel der Wahl – nach technischen Lösungen wie Absauganlagen.

3. Arbeitsmedizinische Vorsorge

Der dritte Pfeiler behandelt die Anforderungen an medizinische Untersuchungen. Der Guide klärt, welche Vorsorgeuntersuchungen bei Exposition gegenüber Stoffen wie Chrom(VI), Nickel oder Mangan verpflichtend, anzubieten oder optional sind. Dies soll Arbeitgebern und Ärzten Rechtssicherheit geben.

Orientierung im Regelungsdschungel

Eine große Herausforderung für die Branche ist die Einhaltung sich ständig ändernder Vorschriften, insbesondere der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS). Der neue Leitfaden legt einen starken Fokus auf TRGS 528 „Schweißarbeiten“, den maßgeblichen Standard.

Die BAuA-Publikation zerlegt die komplexen Anforderungen der TRGS 528 in umsetzbare Schritte. Sie erläutert rechtliche Pflichten zur Luftüberwachung und Dokumentation der Gefahrstoffexposition. Praktische Checklisten helfen Unternehmen, Defizite in ihren Sicherheitskonzepten zu erkennen und zeitnah zu beheben.

Die Veröffentlichung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Durch die Verschärfung von Grenzwerten für Schweißrauchkomponenten in den letzten Jahren steht die Industrie unter Druck, ihre Schutzmaßnahmen zu verbessern. Der Leitfaden bietet einen Fahrplan, wie sich diese strengeren Standards ohne Produktionseinbrüche umsetzen lassen.

Branchenspezifischer Ansatz als Erfolgsfaktor

Hintergrund der Veröffentlichung ist der verstärkte Fokus deutscher und europäischer Behörden auf die Verhütung von Berufskrankheiten in der Metallbranche. Schweißrauche gelten als krebserregend; langfristige Exposition kann zu schweren Atemwegs- und neurologischen Erkrankungen führen.

Experten begrüßen den „spartenbezogenen“ Ansatz. Statt allgemeiner Ratschläge adressiert der Guide spezifische Szenarien des Stahlbaus – wie Arbeiten in engen Räumen oder das Handhaben großer Bauteile. Diese Konkretisierung soll die Akzeptanz bei den Praktikern erhöhen, die allgemeine Vorschriften oft als zu abstrakt empfinden.

Die interdisziplinäre Erstellung des Leitfadens durch Technik- und Medizinexperten unterstreicht einen modernen Grundsatz: Effektiver Arbeitsschutz erfordert das koordinierte Zusammenspiel von technischer Planung und medizinischer Überwachung.

Ausblick und Umsetzung

Branchenverbände werden die neuen Empfehlungen voraussichtlich in ihre Schulungsprogramme aufnehmen. Für die BAuA ist dieser Leitfaden Teil der kontinuierlichen Aktualisierung ihrer baua: Praxis-Reihe.

Unternehmen im Stahlbau sollten die Publikation umgehend sichten. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte sind aufgefordert, ihre aktuellen Schweißarbeiten anhand der Checklisten zu überprüfen. Die BAuA erwartet, dass die breite Anwendung der Guidelines in den kommenden Jahren zu einer messbaren Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einem Rückgang berufsbedingter Erkrankungen führen wird.

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