BASF, DE000BASF111

BASF Neopor: Dämmstoff mit Grafit für effiziente Gebäudehüllen

12.06.2026 - 15:18:58 | ad-hoc-news.de

BASF bietet mit Neopor einen grafithaltigen EPS-Dämmstoff an, der bei gleicher Dämmleistung dünnere Platten erlaubt und damit Platz in der Gebäudehülle spart. Das Produkt zielt auf energieeffiziente Neubauten und Sanierungen im deutschen und europäischen Markt.

Strahlende Lasershow über dunkler Konzertmenge als kontrastreiches Schwarzweiß
BASF - Geometrie aus Licht: Gebündelte Laserstrahlen fächern sich über die Menge auf und erzeugen ein grafisches Schwarzweißbild. 12.06.2026 - Bild: THN

Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Lifestyle & Consumer. Vor der Veroeffentlichung am 12.06.2026, 15:17:31 Uhr geprueft. Details im Impressum.

Neopor von BASF ist ein weiterentwickelter EPS-Dämmstoff, dem feine Grafitpartikel zugesetzt sind, um die Wärmedämmleistung zu verbessern. In Deutschland wird das Material vor allem für Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS), Kerndämmungen und Perimeteranwendungen im Neubau und in der energetischen Sanierung eingesetzt. Die grafitgrauen Perlen lassen sich zu Platten und Formteilen verarbeiten, die im Vergleich zu klassischem weißen EPS bei gleicher Dämmwirkung dünner ausfallen können. Für Bauherren und Sanierer bedeutet das mehr Nutzfläche und Gestaltungsspielraum, ohne bei den U-Werten Abstriche machen zu müssen.

Wie Neopor funktioniert und welche Varianten es gibt

Technisch basiert Neopor auf expandierbarem Polystyrol (EPS), das während der Herstellung mit Grafitpartikeln versehen wird, die einen Teil der Wärmestrahlung reflektieren und absorbieren. Dadurch sinkt die Wärmeleitfähigkeit, üblicherweise in einem Bereich von etwa ? = 0,031 bis 0,032 W/(m·K) bei üblichen Dämmplattendichten, während Standard-EPS häufig bei rund 0,035 W/(m·K) liegt. Je nach Systemaufbau und Hersteller der Endprodukte können damit bei gleichen U-Werten dünnere Schichtdicken geplant werden, was insbesondere bei engen Grundstücksgrenzen, Laibungen oder Loggien ein praxisrelevanter Vorteil ist.

Neopor wird von BASF als Rohstoffgranulat an Dämmstoffhersteller geliefert, die daraus unterschiedliche Produktlinien für Fassaden, Dächer, Decken und Böden entwickeln. Typische Einsatzbereiche sind Wärmedämm-Verbundsysteme an Außenwänden, Kerndämmung in zweischaligem Mauerwerk, Flachdachdämmung und die Dämmung von Kelleraußenwänden im erdberührten Bereich. Je nach Verarbeiter und Systemzulassung werden die Platten in verschiedenen Druckfestigkeitsklassen angeboten, um sowohl für Wohngebäude als auch für höher belastete Anwendungen geeignet zu sein. Für Planer in Deutschland wichtig: Die fertigen Dämmstoffprodukte auf Basis von Neopor verfügen in der Regel über allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen bzw. Europäische Technische Bewertungen, die in den jeweiligen Systemunterlagen ausgewiesen werden.

Wesentlicher Unterschied zu herkömmlichem EPS ist die graue Färbung durch das Grafit, die im Baustellenalltag ein klarer Hinweis auf die höhere Dämmleistung ist. Hersteller von Endprodukten nutzen diese Eigenschaften häufig, um Dämmpakete mit geringerer Dicke anzubieten, die trotzdem Anforderungen aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) für Außenbauteile erfüllen können. In der Praxis kann dies bedeuten, dass bei einem Sanierungsvorhaben statt 18 Zentimetern weißem EPS beispielsweise rund 14 bis 16 Zentimeter Neopor-Dämmung ausreichend sind, abhängig von Mauerwerk, Systemaufbau und Ziel-U-Wert. Solche Reduktionen müssen jedoch stets objektbezogen vom Fachplaner durchgerechnet werden.

Im Hinblick auf Verarbeitung und Einbau bleibt Neopor für Handwerker vertraut, weil sich das Material wie klassisches EPS schneiden, schleifen und kleben lässt. Für Fassadensysteme gelten die üblichen Regeln der Technik: planebene Untergründe, systemkonforme Klebe- und Armierungsmörtel, ausreichende Dübelung und ein abgestimmter Putzaufbau. Einige Hersteller bieten zudem spezielle Oberflächenprägungen oder integrierte Funktionsschichten an, die beispielsweise das Haften von Klebemörtel erleichtern oder das Eindringen von Feuchtigkeit reduzieren sollen. Im Lager und auf der Baustelle ist der UV-Schutz zu beachten, da die grauen Platten ebenso wie weißes EPS durch längere Sonneneinstrahlung vergilben bzw. verspröden können.

Auch bei Feuchtigkeitsverhalten und Dauerhaftigkeit orientieren sich Neopor-basierte Dämmstoffe an den bekannten Eigenschaften von EPS: Sie sind kapillar nicht leitend, nehmen nur geringe Wassermengen auf und behalten bei fachgerechtem Einbau ihre Dämmwirkung über viele Jahre. Für erdberührte Anwendungen, etwa Kellerwände, sind entsprechende Perimeterdämmplatten erforderlich, die neben der Dämmleistung auch die notwendige Druckfestigkeit und Wasserbeständigkeit nachweisen. Aus Sicht des Recyclings arbeitet die Branche an Lösungen, um EPS- und Neopor-Abfälle aus dem Rückbau stärker in Kreisläufe einzubinden, etwa über sortenreine Sammlung und mechanisches oder chemisches Recycling.

Neopor fügt sich strategisch in das BASF-Portfolio für das Bauwesen ein, das unter anderem auch PU-Hartschaumrohstoffe, Zusatzmittel für Beton und verschiedene Spezialchemikalien umfasst. Damit adressiert der Konzern den Trend zu energieeffizienten und CO2-bewussteren Gebäuden, der durch regulatorische Vorgaben in der EU zusätzlich an Fahrt gewinnt. Die Aktie von BASF (DE000BASF111) notiert auf Xetra; zuletzt wurde sie am 12.06.2026 laut Handelsdaten im Bereich um 48 Euro gehandelt.

BASF Neopor im Schnellcheck

  • Produkt: Neopor (grafithaltiger EPS-Dämmstoff)
  • Hersteller: BASF
  • Kategorie: Lifestyle & Consumer (Baustoff für energieeffiziente Wohngebäude)
  • Markteinfuehrung: Anfang der 2000er Jahre (Einführung der grafitmodifizierten EPS-Generation)
  • UVP / Preis: Preise variieren je nach Dämmstoffhersteller und Plattendicke; im deutschen Fachhandel als Systemkomponente erhältlich
  • Verfuegbarkeit: Ueber Dämmstoff- und Baufachhandel, Baustoffzentren sowie ueber verschiedene Systemanbieter im deutschsprachigen Raum
  • Zielgruppe: Bauherren, Architekten, Energieberater, Wohnungsunternehmen und Verarbeiter im Dämmstoffbereich
  • Besonderheit / USP: Erhoehte Dämmleistung durch Grafitpartikel, dadurch bei gleicher Wärmedämmung potenziell geringere Dämmstoffdicken im Vergleich zu Standard-EPS

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