BASF Aktie: Investieren statt Abbauen
29.04.2026 - 12:44:11 | boerse-global.deBASF setzt derzeit auf Wachstum — zumindest in ausgewählten Bereichen. Der Chemiekonzern steckt einen dreistelligen Millionenbetrag in zwei neue Produktionsanlagen am Stammwerk Ludwigshafen. Konkret geht es um Kapazitäten für Menthol und Linalool, zwei Aromastoffe mit breitem Anwendungsspektrum in Körperpflege- und Waschmittelprodukten.
Gleichzeitig entsteht in Zhanjiang, China, eine neue Citral-Anlage. Der Standort soll künftig als Rohstoffbasis für die europäische Produktion dienen — ein typisches Verbundkonzept, das Kosten durch integrierte Lieferketten drückt. Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel bezeichnete die Maßnahmen ausdrücklich als Bekenntnis zum Standort Deutschland.
Wohnungen raus, Kerngeschäft rein
Parallel läuft der Verkaufsprozess für rund 3.300 Mietwohnungen der Tochtergesellschaft BASF Wohnen und Bauen. Die Angebotsphase ist abgeschlossen — bis zum Stichtag Ende April gingen laut Unternehmensangaben zahlreiche Gebote ein, sowohl von regionalen als auch von überregionalen Interessenten. Erste vertiefende Gespräche mit potenziellen Käufern sind für Mai geplant.
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Die Stadt Ludwigshafen hat sich ebenfalls beworben, gemeinsam mit der kommunalen Wohnbaugesellschaft GAG. Oberbürgermeister Klaus Blettner betonte, der Verkauf sei kein rein wirtschaftlicher Vorgang — soziale Verantwortung gegenüber den Mietern müsse bei der Entscheidung eine Rolle spielen. BASF hat angekündigt, neben wirtschaftlichen auch qualitative Kriterien zu berücksichtigen, etwa die langfristige Bewirtschaftungsabsicht des Käufers.
Analytiker bleibt zurückhaltend
Trotz der Investitionsankündigungen zeigt sich zumindest eine Analystin wenig beeindruckt. Katie Richards behält ihre negative Einschätzung bei und verweist auf ein strukturelles Problem: Höhere Preise könnten die Nachfrage mittelfristig dämpfen — selbst wenn knappe Angebote kurzfristig stützen. Die entscheidende Frage sei, wie lange diese Konstellation trägt.
Die BASF-Aktie notiert aktuell bei rund 54,62 Euro — ein moderates Plus von knapp 0,6 Prozent. Der Konzern steuert konsequent auf schlankere Strukturen zu, ohne dabei die Investitionen ins Kerngeschäft zu vernachlässigen. Ob die Strategie am Kapitalmarkt letztlich überzeugt, wird auch die Hauptversammlung am Donnerstag zeigen.
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