BASF, Aktie

BASF Aktie: EBITDA-Prognose auf 6,9 bis 7,7 Milliarden angehoben

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 04:17 Uhr, Redaktion boerse-global.de

BASF korrigiert Jahresprognose nach oben dank starkem zweiten Quartal und Verkaufserlösen. Analysten zeigen sich uneins über die weitere Entwicklung.

BASF hebt Prognose an: Starkes Quartal und Coatings-Verkauf
Eine abstrakte, atmosphärische Darstellung der Chemieindustrie mit einem Gefühl von vorsichtigem Optimismus und Aufwärtsdynamik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BASF hat am 15. Juli 2026 die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr kräftig nach oben korrigiert. Der Ludwigshafener Konzern rechnet nun mit einem bereinigten EBITDA von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro gegolten hatte. Ausschlaggebend waren ein deutlich besser als erwartet verlaufenes zweites Quartal sowie der abgeschlossene Verkauf des Coatings-Geschäfts.

Starkes zweites Quartal übertrifft Konsens

Die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal untermauern die optimistischere Einschätzung. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 2,4 Milliarden Euro und lag damit über dem Marktkonsens von 2,1 Milliarden Euro. Besonders deutlich fiel der Sprung beim Nettoergebnis aus: Es stieg auf 4,1 Milliarden Euro, nach lediglich 79 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Diese Kennzahlen stammen aus einer Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens und sind noch als vorläufig gekennzeichnet – der vollständige Halbjahresfinanzbericht folgt am 29. Juli 2026. Bis zu diesem Termin gilt für BASF eine Closed Period, in der Insider keine eigenen Wertpapiergeschäfte tätigen dürfen.

An der Börse kam die Nachricht positiv an. Der Aktienkurs legte innerhalb von sieben Handelstagen um 2,43 Prozent zu und schloss am Freitag bei 48,45 Euro, nahezu unverändert gegenüber dem Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht im April 2026, fehlen der Aktie damit weiterhin knapp zwölf Prozent.

Analysten mit gegensätzlicher Sicht

Am 17. Juli 2026 meldeten sich zwei Analysehäuser mit gegensätzlichen Einschätzungen zu Wort. Bernstein-Research-Analyst James Hooper bestätigte laut dpa-AFX seine Einstufung „Outperform" mit einem Kursziel von 61,00 Euro. Er sieht den Konzern trotz einer unveränderten Cashflow-Prognose gut positioniert.

Deutlich zurückhaltender äußerte sich Berenberg-Analyst Sebastian Bray. Er senkte sein Kursziel für BASF von 52,00 auf 47,00 Euro und beließ die Einstufung bei „Hold". Als Begründung nannte er sinkende Preise für Basischemikalien und schwache Konjunkturdaten aus China. Zwischen den beiden Kurszielen liegt damit eine Spanne von 14 Euro – ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr eingeschätzt wird.

Agrar-Sparte vor Börsengang, Branche schwächelt

Parallel zur operativen Entwicklung treibt BASF strukturelle Weichenstellungen voran. Medienberichten zufolge plant der Konzern für das zweite Quartal 2027 einen Börsengang seiner Agrarsparte. Die organisatorische Ausgliederung dieses Geschäfts wurde bereits auf der Hauptversammlung im April 2026 beschlossen. Ergänzend eröffnete BASF am 16. Juli 2026 am Standort Düsseldorf eine neue Produktionsanlage für Emollient-Spezialitäten für Haut- und Sonnenschutz, verbunden mit einer Investition im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Das Branchenumfeld bleibt derweil angespannt. Der Verband der Chemischen Industrie meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Produktionsrückgang der Branche um 3 Prozent und sprach von einer „Atempause statt Trendwende". Vor diesem Hintergrund gewinnt die BASF-eigene Prognoseanhebung zusätzliches Gewicht, da sie sich gegen einen insgesamt schwächelnden Sektor stemmt.

Blick auf den Halbjahresbericht

Die Aktie notiert derzeit rund 1,81 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 47,59 Euro, was auf eine mittelfristig stabile Tendenz hindeutet. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 9,05 Prozent zu Buche. Entscheidend für die weitere Kursrichtung dürfte der vollständige Halbjahresbericht am 29. Juli 2026 werden, wenn BASF die vorläufigen Zahlen bestätigt und die Analystenkonferenz zusätzliche Details zur Cashflow-Entwicklung und zum Fortgang der Agrar-Ausgliederung liefern könnte.

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