BASF Aktie: Doppelter Gegenwind
24.03.2026 - 10:33:47 | boerse-global.deDie Erholung vom Montag war kurz. Während BASF-Aktionäre kurzzeitig aufatmeten, als Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt die Kurse stützten, trübt sich das Bild zum Wochenstart erneut ein. Der DAX-Leitindex gibt heute Morgen bereits wieder nach – und für die Chemiebranche kommen die Belastungen von zwei Seiten.
Energiepreise bleiben das zentrale Problem
BASF gehört zu den größten industriellen Gasverbrauchern Deutschlands. Steigende Energiepreise treffen das Unternehmen deshalb unmittelbar – und seit dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar läuft genau dieser Preisdruck auf Hochtouren. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Chevron-CEO und andere Branchenakteure signalisieren, dass die Unsicherheit auf den Energiemärkten vorerst anhält.
Das macht die Kalkulation für das Ludwigshafener Unternehmen schwierig. Bereits vor dem aktuellen Konflikt hatte BASF auf teure Energie, schwache Konjunktur und globale Überkapazitäten reagiert – mit Sparprogrammen und Stellenabbau.
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Tarifstreit verschärft den Druck
Als wäre der Energieschock nicht genug, läuft seit Ende Februar kein Tarifvertrag mehr für die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. Heute treffen sich die IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC in Bad Breisig zur dritten Verhandlungsrunde – nach einem ergebnislosen Abbruch im Februar.
Die Fronten sind verhärtet. Arbeitgeber pochen auf Lohnzurückhaltung und verweisen auf die ohnehin angespannte Lage der Branche. Die Gewerkschaft will Beschäftigung sichern und Lohnsteigerungen oberhalb der Inflationsrate durchsetzen – ohne bislang eine konkrete Zahl auf den Tisch gelegt zu haben.
Für BASF, das sich mitten in einem Umbau befindet, kämen spürbare Tariferhöhungen zur Unzeit. Die Verhandlungen dauern bis Mittwoch an.
Der kurze Kursaufschwung vom Vortag dürfte damit weniger eine Trendwende als vielmehr eine technische Gegenbewegung gewesen sein. Solange Energiepreise hoch bleiben und der Tarifkonflikt ungelöst ist, bleibt das fundamentale Umfeld für BASF belastet.
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