BASF Aktie: Analysten uneins nach Zahlen
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 14:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Starke Quartalszahlen, aber die Aktie fällt trotzdem – bei BASF klaffen Fundamentaldaten und Kursreaktion seit Tagen auseinander. Erst jetzt zeigt sich eine Gegenbewegung, während Analysten unterschiedliche Schlüsse aus den Eckdaten ziehen.
Prognoseerhöhung trifft auf Cashflow-Sorgen
BASF hat mit vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten klar übertroffen und die Jahresprognose angehoben. Anleger reagierten trotzdem verhalten: Am Mittwoch gab die Aktie um rund drei Prozent nach. Der Grund liegt im Cashflow – die Zahlen fielen dort schwächer aus als erhofft, was Zweifel weckt, ob das aktuell hohe Gewinnniveau Bestand hat.
Berenberg zog daraus die Konsequenz und kappte sein Kursziel für die Aktie. Die Deutsche Bank sieht das anders: Die Experten bekräftigten ihre Kaufempfehlung und nannten ein Kursziel von 60 Euro. Das Analystenbild bleibt damit gespalten – zwischen Skepsis am Cashflow und Vertrauen in die operative Stärke.
Der Blick auf die gesamte Chemiebranche liefert einen weiteren Anhaltspunkt: Nach BASFs Eckdaten und der Prognoseanhebung rechnen Marktbeobachter bei anderen Branchenvertretern in der laufenden Berichtssaison kaum noch mit Überraschungen.
Kurs kämpft sich zurück
Vom 12-Monatshoch bei 55,05 Euro ging es bis Anfang Juli auf 46,04 Euro nach unten. Inzwischen hat sich der Kurs auf 48,50 Euro erholt – ein Zeichen, dass der Markt die Prognoseerhöhung trotz aller Cashflow-Bedenken nicht komplett ignoriert.
Wer auf eine Fortsetzung dieser Erholung setzt, findet in der Marke von 52 Euro einen naheliegenden Zwischenschritt: Dort würden gehebelte Produkte auf die BASF-Aktie überproportional reagieren, da sich Calls und Turbo-Zertifikate bei diesem Kursniveau bereits deutlich im Plus bewegen würden.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, welches Lager recht behält. Bestätigt sich die Prognoseanhebung im offiziellen Quartalsbericht mit soliden Cashflow-Daten, dürfte die Deutsche Bank mit ihrem Kursziel von 60 Euro die Oberhand gewinnen. Bleibt die Kassenlage angespannt, dürfte Berenbergs vorsichtigere Haltung an Gewicht gewinnen.
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