BASF, Aktie

BASF Aktie: 7,7-Milliarden-Deal genehmigt

03.06.2026 - 13:35:02 | boerse-global.de

BASF erhält grünes Licht für Milliardenverkauf der Lacksparte, doch die Aktie fällt. Analysten sehen trotz des Deals strukturelle Risiken.

BASF Aktie: 7,7-Milliarden-Deal genehmigt - Bild: über boerse-global.de
BASF Aktie: 7,7-Milliarden-Deal genehmigt - Bild: über boerse-global.de

Die EU-Kommission gibt grünes Licht für den Verkauf der Lacksparte an Carlyle – doch die BASF-Aktie fällt. Ausgerechnet die Bedingungen der Genehmigung und eine skeptische Analystenstimme belasten das Papier. Am Mittwoch notiert der Kurs bei 50,68 Euro, ein Minus von 0,55 Prozent.

Kartellamt knüpft Auflagen an Verkauf

Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben am Mittwoch den 7,7-Milliarden-Euro-Deal offiziell abgesegnet – aber nicht ohne Vorbehalt. Carlyle muss das weltweite Polysulfid-Geschäft von Nouryon veräußern. Der Grund: Nouryon ist einer von nur zwei globalen Anbietern für Spezialdichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt. Ohne diesen Schritt hätte der Investor zu viel Marktmacht konzentriert.

BASF behält nach Abschluss der Transaktion einen Minderheitsanteil von 40 Prozent an der Sparte. Der Mittelzufluss für den Konzern wird auf rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern beziffert. Neben Carlyle ist die Qatar Investment Authority als Co-Investor beteiligt. Der Vollzug wird noch im zweiten Quartal 2026 erwartet.

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Analyst sieht weiteres Risiko

Die Marktreaktion fällt verhalten aus. Bei 50,68 Euro liegt der Kurs rund sieben Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,70 Euro und rund drei Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht immerhin ein Plus von gut 13 Prozent.

Bremsend wirkt das aktuelle Votum von J.P. Morgan. Die US-Bank bleibt bei ihrer Verkaufsempfehlung "Underweight" – und das mit klarer Begründung. Zwar hoben die Analysten das Kursziel leicht auf 40 Euro an, das liegt aber weiterhin deutlich unter dem aktuellen Marktniveau. Sie sehen trotz des Spartenverkaufs ungelöste strukturelle Probleme: Überkapazitäten und Wettbewerbsdruck aus Asien belasten das Kerngeschäft. Das Rückschlagspotenzial beziffern sie auf bis zu 20 Prozent.

BASF setzt dagegen auf das Effizienzprogramm "CoreShift". Ziel ist es, die Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 um bis zu 20 Prozent zu senken. Der Verkauf der Lacksparte soll Kapital für diesen Umbau freisetzen.

Die nächste Nagelprobe folgt am 29. Juli. Dann legt BASF die Bilanz für das zweite Quartal vor. Marktteilnehmer erwarten konkrete Details zur Verwendung der Verkaufserlöse und zum Fortschritt der Restrukturierung.

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