Banco Santander Aktie: Warum Analysten jetzt nach oben drehen
23.02.2026 - 14:00:18 | ad-hoc-news.deBanco Santander meldet kräftiges Gewinnwachstum, hebt die Ausschüttung an und startet ein neues Aktienrückkaufprogramm – und trotzdem bleibt die Aktie im Schatten der großen Euro-Banken. Für deutsche Anleger eröffnet das eine seltene Kombination aus hoher Dividendenrendite und Bewertungsabschlag – aber nicht ohne Risiken.
Was Sie jetzt wissen müssen: Der spanische Großbankkonzern profitiert vom Zinsumfeld, baut sein Geschäft in Europa und Lateinamerika aus und wird von mehreren Analysten frisch hochgestuft. Gleichzeitig wird die Aktie von vielen Privatanlegern in Deutschland noch immer unterschätzt – trotz Handelbarkeit an Xetra und solider Kapitalquote.
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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Banco Santander (ISIN ES0113900J37) gehört zu den größten Bankengruppen Europas mit einem klaren Schwerpunkt auf dem Privat- und Firmenkundengeschäft in Spanien, Großbritannien, Brasilien und weiteren Märkten wie Mexiko und den USA. Für deutsche Anleger ist die Aktie problemlos über Xetra, Tradegate und die gängigen Neobroker handelbar und wird damit als Beimischung im Europa- oder Banken-Depot immer relevanter.
In den jüngsten Quartalszahlen legte Santander ein deutliches Gewinnplus vor. Der Konzern profitierte von höheren Nettozinserträgen, einer soliden Kreditnachfrage in Lateinamerika sowie einer spürbaren Verbesserung der Effizienzkennzahlen. Die Eigenkapitalrendite (ROTE) liegt im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, was im Branchenvergleich wettbewerbsfähig ist.
Gleichzeitig blieb der Kursverlauf in den vergangenen Monaten volatil. Phasen starker Kursanstiege nach Zahlenvorlagen wurden immer wieder von Gewinnmitnahmen und Branchen-Sorgen (Regulierung, Bankenabgaben, Konjunkturrisiken) abgelöst. Im Ergebnis notiert die Aktie trotz operativer Verbesserungen weiterhin auf einem Bewertungsniveau, das deutlich unter dem historisch Üblichen und auch unter vielen DAX-Finanzwerten liegt.
Wesentliche Treiber des jüngsten Newsflows:
- Starkes Ergebniswachstum: Sowohl Zins- als auch Provisionsgeschäft entwickelten sich robust, insbesondere in Spanien und Brasilien.
- Steigende Ausschüttung: Santander hat Dividenden und Rückkaufvolumen spürbar erhöht und signalisiert damit Vertrauen in die eigene Bilanzstärke.
- Kapitalquote im Zielkorridor: Die harte Kernkapitalquote (CET1) liegt im von der Bank vorgegebenen Band, wodurch Spielraum für weitere Aktionärsrendite entsteht.
- Makro-Risiken: Exponierung in Lateinamerika bringt Währungs- und Konjunkturrisiken mit sich, die Investoren genau beobachten.
Besonders wichtig für Anleger aus Deutschland: Die Bewertung der Banco-Santander-Aktie liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau vieler deutscher und nordeuropäischer Banken. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich, das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt deutlich unter 1. Während etwa große deutsche Institute inzwischen näher an den Buchwert herangelaufen sind, wird Santander an der Börse noch immer mit einem signifikanten Abschlag gehandelt.
Dieser Abschlag reflektiert vor allem die höhere Abhängigkeit von Schwellenländern, politische Risiken in einigen Kernmärkten und die – im Vergleich zu Deutschland – traditionell volatileren Rahmenbedingungen im Heimatmarkt Spanien. Für risikobewusste Anleger kann genau das aber eine Chance sein: Hohe Dividendenrendite plus mögliches Bewertungs-Closing, falls die Märkte ihre Risikoaufschläge reduzieren.
Der Zinszyklus im Euroraum spielt Santander ebenfalls in die Karten. Auch wenn Diskussionen über Leitzinssenkungen der EZB an Dynamik gewonnen haben, bleibt das aktuelle Niveau der Zinsen deutlich attraktiver als im Nullzins-Jahrzehnt. Banken wie Santander konnten daher ihre Nettozinsmargen ausweiten und profitieren von der sogenannten Fristentransformation – kurzfristig Zinsguthaben günstig refinanzieren, langfristig Kredite teurer vergeben.
Allerdings dürfte der positive Zinseffekt seinen Höhepunkt überschritten haben. Viele Analysten rechnen damit, dass weitere Ergebnissteigerungen künftig stärker aus Kosteneffizienz, Cross-Selling und Digitalisierung kommen müssen. Hier hat Santander mit ihrer Plattformstrategie, digitalen Onboarding-Prozessen und fokussierten Wachstumsbereichen wie Konsumentenkrediten und Wealth Management eine Basis gelegt.
Für Anleger in Deutschland ist auch die Währungskomponente nicht zu unterschätzen. Die Aktie notiert in Euro, aber ein erheblicher Teil der Gewinne entsteht in anderen Währungen (vor allem brasilianischer Real, mexikanischer Peso, britisches Pfund). Starke oder schwache Währungen können die gemeldeten Ergebnisse aus Sicht eines Euro-Investors spürbar beeinflussen. Das gilt sowohl nach oben (Währungsgewinne) als auch nach unten (Währungsverluste).
In der Social-Media-Debatte, etwa auf X (ehemals Twitter) oder in deutschen Subreddits wie r/Finanzen, wird Santander zunehmend als "Value-Case" gehandelt: solide Dividende, niedriges KGV, aber mit mehr Risiko als ein DAX-Schwergewicht. Viele Privatanleger vergleichen die Aktie direkt mit deutschen Instituten oder der italienischen Konkurrenz und kommen zum Schluss, dass Santander operativ breiter aufgestellt, aber dafür geographisch komplexer ist.
Unter Dividendeninvestoren fällt vor allem auf, dass Santander seine Ausschüttungspolitik klarer formuliert und den Anteil von Aktienrückkäufen erhöht hat. Rückkäufe wirken für langfristige Anleger oft attraktiver als reine Bardividenden, weil sie den Gewinn je Aktie erhöhen und häufig steuerlich effizienter sind. Für deutsche Privatanleger ist jedoch entscheidend, wie hoch die Quellensteuer in Spanien und in den jeweiligen Märkten tatsächlich ist und inwieweit diese anrechenbar ist – ein Punkt, der vor dem Einstieg geprüft werden sollte.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Auf Analystenseite hat sich der Ton zuletzt spürbar aufgehellt. Mehrere große Häuser – darunter auch internationale Investmentbanken – haben ihre Einschätzungen zu Banco Santander nach den jüngsten Zahlen aktualisiert. Der Tenor: Die Ertragskraft wird stabiler eingeschätzt, die Kapitalausstattung als robust, und der Bewertungsabschlag im Branchenvergleich gilt als überzogen.
Über verschiedene Research-Portale hinweg lässt sich erkennen, dass die Mehrheit der Analysten die Aktie derzeit mit "Kaufen" oder "Übergewichten" einstuft. Einige Häuser bleiben vorsichtiger und sehen Santander eher als "Halten"-Position, vor allem mit Blick auf die Zyklizität in Lateinamerika und die Sensitivität gegenüber Konjunkturabkühlungen.
Typische Muster der aktuellen Research-Kommentare:
- Argument für Kaufempfehlung: Niedrige Bewertung (KGV & KBV), starke Marktposition in Kerngeschäften, solide Kapitalquote und attraktive Aktionärsrendite durch Dividenden und Rückkäufe.
- Argument für Halteempfehlung: Zyklische Risiken in den Schwellenländern, potenziell zunehmender Regulierungsdruck in Europa und Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der hohen Zinsmargen.
- Argument gegen Verkaufsempfehlungen: Nur wenige Analysten sehen aktuell ein klares Abwärtsszenario; dafür ist der Bewertungsabschlag im Regelfall zu groß.
Für den deutschen Anleger entscheidend: Fast alle Kursziele liegen über dem aktuellen Börsenkurs, teils mit zweistelligem Aufwärtspotenzial. In vielen Analysen wird explizit darauf hingewiesen, dass Santander im Vergleich zu anderen europäischen Großbanken einen moderaten Abschlag auf den Buchwert aufweist, obwohl die Profitabilitätskennzahlen mittlerweile konkurrenzfähig sind.
Wer die Santander-Aktie ins Depot legen will, sollte allerdings mehr als nur das durchschnittliche Analystenkursziel im Blick haben. Mindestens genauso wichtig ist die eigene Risikobereitschaft: Die Schwankungsbreite der Aktie ist höher als bei vielen DAX-Titeln, kurzfristige Rückschläge bei Makro- oder Regulierungsthemen sind an der Tagesordnung. Dafür werden Investoren im Gegenzug mit einer vergleichsweise hohen laufenden Rendite in Form von Dividenden entschädigt.
Interessant ist auch der Vergleich zu deutschen Banken aus Sicht der Analysten. Während hiesige Institute nach dem großen Rebound der vergangenen Jahre inzwischen wieder näher an ihren Buchwert herangerückt sind, sehen viele Research-Häuser bei Santander noch Luft nach oben. Der Mix aus entwickelten Märkten in Europa und Wachstumsregionen in Lateinamerika wird zunehmend als strategischer Vorteil gewertet, sofern das Risikomanagement hält.
Unabhängig vom Analystenkonsens gilt jedoch: Banken bleiben zyklische Werte. Sie reagieren empfindlich auf Konjunkturabkühlung, Arbeitslosigkeit, Insolvenzen und Zinswenden. Wer sich als deutscher Privatanleger bei Banco Santander engagiert, sollte deshalb einen Anlagehorizont von mehreren Jahren mitbringen und Kursschwankungen aushalten können.
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Fazit für deutsche Anleger: Banco Santander ist kein defensiver Langweiler, sondern ein zyklischer Dividendenwert mit Katalysatoren. Wer die Volatilität in Kauf nimmt, erhält Zugang zu einem breit diversifizierten europäischen Bankenplayer mit Exposure zu Wachstumsregionen – aktuell zu einem Kurs, der aus Analystensicht noch Spielraum nach oben lässt.
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