Ballard Power: Weichai verkauft 6,9 Millionen Aktien
02.06.2026 - 14:32:01 | boerse-global.deBallard Power steht vor einer Hauptversammlung mit ungewöhnlich hoher Bedeutung. Am 3. Juni stimmen die Aktionäre über ein neu zugeschnittenes Board ab, nachdem der chinesische Großaktionär Weichai Power seinen Einfluss deutlich reduziert hat. Parallel versucht der Brennstoffzellenanbieter, den Markt mit Kostendisziplin, besseren Margen und neuen Busaufträgen von der operativen Wende zu überzeugen.
Die Aktie hat diese Hoffnung bereits massiv eingepreist. Der Kurs liegt aktuell bei 5,36 Euro und damit nur knapp unter dem jüngsten Jahreshoch von 5,40 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 133,64 Prozent zu Buche.
Weichai zieht sich aus dem Board zurück
Der wichtigste Einschnitt betrifft die Eigentümerstruktur. Weichai verkaufte rund 6,9 Millionen Ballard-Aktien und fiel damit unter die Schwelle von 15 Prozent. Die Folge: Der Konzern verliert das Recht, zwei Vertreter in den Verwaltungsrat zu entsenden.
Die bisherigen Weichai-Nominierten Michael Chen und Huajie Wang legten ihre Mandate mit Wirkung zum 13. Mai nieder. Damit endet eine Phase, in der der chinesische Industriekonzern direkten Einfluss auf die Board-Besetzung hatte.
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Mitte Mai veräußerte Weichai Power Hong Kong International Development weitere 8,15 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 5,65 kanadischen Dollar. Der Bruttoerlös lag bei 46,07 Millionen kanadischen Dollar. Danach hielt Weichai noch 31,10 Millionen Aktien, entsprechend 10,32 Prozent an Ballard.
Auf der virtuellen Hauptversammlung stehen nun acht Direktoren zur Wahl. Außerdem entscheiden die Aktionäre über die erneute Bestellung von KPMG als Abschlussprüfer und eine beratende Abstimmung zur Vorstandsvergütung.
Operativ hellt sich das Bild auf
Der Governance-Umbau fällt in eine Phase, in der Ballard operativ besser dasteht als noch vor einem Jahr. Im Auftaktquartal setzte das Unternehmen 19,4 Millionen US-Dollar um, ein Plus von 26 Prozent. Die Bruttomarge erreichte 14 Prozent.
Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Verbesserung um 37 Prozentpunkte. Hinzu kommt eine deutlich schlankere Kostenbasis: Die operativen Ausgaben sanken um 36 Prozent, während Ballard zum Quartalsende 516,8 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln hielt.
Auch der Mittelabfluss fiel niedriger aus. Der operative Cash-Abfluss schrumpfte auf 7,8 Millionen US-Dollar, nach 24,4 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Unter dem Strich blieb Ballard zwar in den roten Zahlen. Der Verlust von 0,04 US-Dollar je Aktie fiel jedoch besser aus als die erwarteten 0,06 US-Dollar.
Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit stärkerem Umsatzgewicht in der zweiten Jahreshälfte. Die Zielspanne für die operativen Ausgaben liegt 2026 bei 65 bis 75 Millionen US-Dollar, die Investitionen sollen 5 bis 10 Millionen US-Dollar erreichen.
Busaufträge stützen die Wende-Story
Kommerziell setzt Ballard weiter stark auf Wasserstoffbusse. Solaris Bus & Coach wählte Ballard als Brennstoffzellenlieferanten für die nächste Generation seines Wasserstoffbusses. Die Vereinbarung läuft bis 2029.
Auch Wrightbus nominierte Ballard für die nächste Generation der StreetDeck-Hydroliner-Plattform. Die Serienproduktion soll 2027 starten. Beide Hersteller setzen auf den FCmove-SC-Motor der neunten Generation, der die Zahl der Komponenten um mehr als 40 Prozent reduziert.
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Das ist wichtig, weil Ballard damit nicht nur Aufträge gewinnt, sondern auch an den Kosten der Plattform arbeitet. Einfachere Integration und niedrigere Systemkosten sind zentrale Hebel, wenn Wasserstoffbusse aus der Nische herauskommen sollen.
Ballard-betriebene Flotten umfassen inzwischen mehr als 2.200 Busse und haben über 300 Millionen Kilometer zurückgelegt. Die gemeldete Verfügbarkeit liegt bei 98 Prozent, Sicherheitsvorfälle wurden nicht berichtet.
Mehrere Analystenhäuser reagierten bereits positiver auf die Entwicklung. Lake Street stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und verwies auf die Margenverbesserung sowie eine klarere Sicht auf den Cashflow. Auch TD Cowen, Susquehanna und CFRA erhöhten ihre Kursziele.
Am 3. Juni bekommt Ballard nun die passende Governance-Bühne zur operativen Neuaufstellung. Nach dem Weichai-Rückzug zählt vor allem, ob das neue Board den Kurs Richtung Cashflow-Breakeven bis Ende 2027 glaubwürdig absichert. Die jüngste Kursrally macht die Messlatte hoch.
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