BaFin priorisiert neue G7-Krisenleitlinien für Cyberangriffe
05.01.2026 - 17:15:12Die deutsche Finanzaufsicht macht die neuen internationalen Standards zur kollektiven Cyber-Krisenreaktion zum Schwerpunkt ihrer Arbeit 2026. Das Rahmenwerk soll einen globalen Finanzkollaps nach digitalen Angriffen verhindern.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat mit ihrer ersten großen Veröffentlichung des Jahres ein klares Signal gesetzt. In der Übersicht „Kompakt Dezember 2025“ rückt sie die neuen G7-Leitlinien zur Cyber-Krisenreaktion in den Mittelpunkt. Diese „Fundamental Elements“ definieren erstmals einen globalen Standard, wie Finanzaufsichten und Institute bei schweren Cyberangriffen gemeinsam handeln sollen.
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Das Regelwerk markiert einen Paradigmenwechsel. Bisher lag der Fokus auf der Widerstandsfähigkeit einzelner Banken oder Versicherungen. Die neuen Leitlinien zielen auf die kollektive Reaktion des gesamten Finanzsektors ab. Entwickelt wurde es unter gemeinsamer Führung der BaFin und der französischen Banque de France. Für Jens Obermöller, Abteilungsleiter bei der BaFin, ist dies ein wesentlicher Beitrag zur Stabilität des globalen Finanzsystems.
Drei Phasen für den Krisenfall
Das G7-Rahmenwerk basiert auf einem Drei-Säulen-Modell, das den gesamten Lebenszyklus einer Krise abdeckt:
- Vorbereitung (Establish): Noch vor einem Angriff müssen verbindliche Kommunikationswege und Entscheidungsstrukturen zwischen allen Beteiligten geklärt werden.
- Aktivierung (Use): Im Ernstfall greifen konkrete Protokolle. Ein schneller, sicherer Austausch von technischen Indikatoren soll helfen, Angriffe in Echtzeit einzudämmen.
- Nachbereitung (Maintain): Regelmäßige Übungen und Updates der Pläne sind vorgeschrieben, um mit der dynamischen Bedrohungslage Schritt zu halten.
Die explizite Erwähnung dieser Elemente durch die BaFin wird als Prüfsignal gewertet. Künftig dürfte die Aufsicht stärker darauf achten, wie Institute ihre Pläne mit diesen internationalen Mechanismen verzahnen.
Integration mit EU-Regelwerk DORA
Die Umsetzung der G7-Standards erfolgt parallel zur Implementierung des europäischen Digital Operational Resilience Act (DORA). Seit Januar 2025 ist diese umfassende IT-Sicherheitsverordnung voll anwendbar. Die BaFin nutzt den Jahresbeginn 2026, um beide Regelwerke miteinander in Einklang zu bringen.
Um Doppelregulierung zu vermeiden, hebt die Behörde bereits spezifische nationale Rundschreiben auf. Eine wichtige Ausnahme bilden die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT). Sie sollen laut Planung noch bis Ende 2026 in Kraft bleiben, um Kreditinstituten einen geordneten Übergang zu ermöglichen.
Antwort auf die Angst vor dem Dominoeffekt
Die Priorisierung des Themas ist keine bürokratische Routine. Sie spiegelt die tiefe Sorge der Aufsicht vor einem systemischen Kollaps. Aufgrund der hohen Abhängigkeit von wenigen großen IT-Dienstleistern könnte ein erfolgreicher Angriff auf einen einzigen Anbieter eine Kettenreaktion auslösen.
Experten sehen in den G7-Leitlinien einen notwendigen Schritt, um das „Too big to fail“-Problem in den digitalen Raum zu übertragen. Die Protokolle sollen verhindern, dass in einer Krise mangelnde Kommunikation und Unsicherheit zu Panik an den Märkten führen. Dass die BaFin dies in der ersten Arbeitswoche des Jahres thematisiert, unterstreicht die hohe Priorität der operationalen Resilienz.
Für deutsche Finanzinstitute bedeutet dies konkreten Handlungsbedarf. Sie müssen ihre Notfallpläne 2026 nicht nur an DORA, sondern auch an den G7-Mechanismen ausrichten. Erwartet wird, dass die BaFin im Laufe des Jahres die abstrakten Prinzipien mit Leben füllt. Besonders grenzüberschreitende Cyber-Übungen dürften an Bedeutung gewinnen.
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