ROUNDUP, Fresenius

Fresenius will weiter profitabel wachsen - Kurs dreht ins Plus

25.02.2026 - 16:19:07 | dpa.de

BAD HOMBURG - Fresenius DE0005785604 hat dank Einsparungen und einem guten Lauf seiner Pharmatochter Kabi sowie seinem Klinikgeschäft Helios im vergangenen Jahr mehr verdient.

(neu: Kurs, Experte)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Fresenius DE0005785604 hat dank Einsparungen und einem guten Lauf seiner Pharmatochter Kabi sowie seinem Klinikgeschäft Helios im vergangenen Jahr mehr verdient. 2026 soll es weiter aufwärtsgehen. "Wir sind überzeugt, dass wir auch weiterhin profitabel und nachhaltig wachsen werden", sagte Unternehmenschef Michael Sen, dessen Vertrag vorzeitig um weitere fünf Jahre bis 2031 verlängert wird. Der Konzern kündigte ferner am Mittwoch einen Wechsel an der Spitze seiner Kliniksparte Helios an. Die Aktie legte nach anfänglichen kräftigen Kursverlusten zuletzt klar zu.

Die Anleger von Fresenius haben sich damit nicht nachhaltig an durchwachsenen Quartalszahlen und einem ebenfalls durchwachsenen Ausblick gestört. Am Nachmittag waren die Papiere des Gesundheitskonzerns mit zuletzt zwei Prozent ins Plus gedreht, nachdem sie im frühen Handel noch bis zu 4,4 Prozent im Minus lagen und Dax DE0008469008-Schlusslicht waren. Bereits am Vortag war der Kurs im Zuge der mauen Jahresziele der Fresenius-Beteiligung FMC DE0005785802 (Fresenius Medical Care) gefallen. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs aber - parallel zum von Sen eingeläuteten Umbau - fast verdoppelt.

Für Analyst Graham Doyle von der UBS sind die von Fresenius präsentierten Quartalszahlen in Ordnung, aber der Ausblick enttäuschend. Sven Kürten von der DZ Bank sah in letzterem den "Knackpunkt", da das Margenziel auf den ersten Blick enttäuschend sei. In seiner Studie, die zur Mittagszeit veröffentlicht wurde, bewertete er dies aber "als nicht dramatisch". Die Hauptabweichung komme durch höhere Kosten auf Konzernebene, die durch verstärkte Investitionen in Digitalisierung und neue Produktinnovationen bedingt seien.

JPMorgan-Analyst Richard Vosser gab zu bedenken, dass Fresenius üblicherweise mit konservativen Zielen in das Jahr starte und diese dann womöglich noch anheben könnte. Angesprochen auf seine weiteren Vorhaben, sagte Konzernlenker Sen: "Wir setzen auf innovativgetriebenes Wachstum und die Digitalisierung im Krankenhausbereich und stärken unsere Pipeline durch Einlizensierungen und eigene Entwicklungen."

In diesem Jahr stünden etwa zahlreiche Produktanläufe bei der Tochter Kabi im Geschäft mit klinischer Ernährung und bei den biotechnologisch hergestellten Nachahmermedikamenten an. "Da müssen wir erst einmal schauen, wo wir beim Umsatz herauskommen", erläuterte der Manager mit Blick auf die Konzernziele. Auch die weitere Rechtssprechung zum Thema Zölle in den USA bleibe abzuwarten.

So klammert das Unternehmen die Auswirkungen des jüngsten Zoll-Urteils des obersten US-Gerichtshofs beim Jahresausblick aus, da diese nicht vollständig abgeschätzt werden könnten.

2026 soll der Konzernerlös aus eigener Kraft um 4 bis 7 Prozent zulegen - und damit nur bestenfalls so stark wachsen wie im vergangenen Jahr, in dem der Umsatz auf knapp 22,6 Milliarden Euro gestiegen war. Die operative Marge (bereinigte Ebit-Marge) soll in etwa auf dem Vorjahresniveau von 11,5 Prozent stagnieren.

Zugleich führt Fresenius im Ausblick eine neue Kennziffer ein. Damit wolle das Unternehmen den Fokus auf die Wertschaffung für die Anteilseigner stärker betonen, erläuterte Finanzchefin Sara Hennicken. So soll das sogenannte Kernergebnis je Aktie in diesem Jahr währungsbereinigt um 5 bis 10 Prozent steigen, nach einem Plus von 12 Prozent auf 2,87 Euro für 2025. Herausgerechnet sind hier Sondereffekte und die Beteiligung FMC.

2025 war ein weiteres starkes Jahr für Fresenius. Belastungen etwa durch US-Zölle und den Wegfall von staatlichen Energiehilfen nach der Corona-Pandemie für deutsche Kliniken konnte der Konzern ausgleichen. In den zwölf Monaten kletterte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) um etwas mehr als vier Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

Damit traf der Pharmakonzern und Krankenhausbetreiber in etwa die Erwartungen am Markt, das Schlussquartal lag jedoch moderat darunter - trotz erheblicher Ergebnisverbesserungen bei Helios. In der Kliniksparte Helios kamen im letzten Jahresviertel - wie zuvor angekündigt - unter anderem positive Effekte des Sparprogramms zum Tragen. Auch bei der Pharmatochter Kabi hätten sich weitere Effizienzmaßnahmen positiv ausgewirkt. Fresenius erhöhte in diesem Zusammenhang das längerfristige Margenziel für die Pharmatochter leicht.

Seinen Aktionären will das Unternehmen nun für 2025 eine um fünf Cent auf 1,05 Euro angehobene Dividende je Aktie zahlen.

Wie Fresenius weiter mitteilte, soll Christian Pawlu zum 1. Juli als neuer Leiter der Kliniksparte Helios in den Vorstand einziehen. Der bisherige Helios-Lenker Robert Möller soll künftig das Büro der Unternehmensleitung in Berlin und Brüssel aufbauen.

Fresenius hat bereits einen radikalen Umbau unter dem früheren Siemens DE0007236101- und Eon DE000ENAG999-Manager Sen hinter sich. Dieser war im April 2021 zunächst als Leiter der Pharmasparte Kabi zu Fresenius gekommen. Im Oktober 2022 übernahm er den Vorstandsvorsitz beim Arzneihersteller und größten deutschen Klinikbetreiber, der damals noch in der Krise steckte. Unter Sen verkaufte Fresenius Randbereiche wie die Kinderwunsch-Klinikkette Eugin, verschlankteStrukturen und zog sich weitgehend aus der verlustträchtigen österreichischen Tochter Vamed zurück.

Auch wurde die frühere enge Verflechtung mit dem Dialysespezialisten FMC gelöst. Inzwischen wird die frühere Blutwäsche-Tochter nur noch als Finanzbeteiligung geführt, Fresenius ist aber weiter größter Aktionär. Damit schnitt Konzernlenker Sen Fresenius auf die Pharmatochter Kabi und das Klinikgeschäft bei Helios zu, wo er parallel Sparprogramme einläutete und auf eine Verjüngung des Produktangebots setzte. In der Folge verbesserten sich die Ergebnisse des Unternehmens wieder, und die Nettoverschuldung sank in den vergangenen zwei Jahren laut Finanzchefin Henniken um rund drei Milliarden Euro.

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