Babcock, Wilcox

Babcock & Wilcox: 10,74-Prozent-Einbruch nach Klage

05.06.2026 - 19:27:58 | boerse-global.de

Sammelklage um KI-Rechenzentrums-Deal drückt Aktie unter wichtige Marke. Frist für Anleger endet Mitte Juni.

Babcock & Wilcox: Klagewelle belastet Aktienkurs schwer
Babcock - Ein großes, imposantes Industriekraftwerk unter einem dunklen, stürmischen Himmel, der finanzielle Schwierigkeiten symbolisiert. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Rechtsstreit um einen milliardenschweren KI-Rechenzentrums-Vertrag lässt die Aktie von Babcock & Wilcox einbrechen. Das Papier verlor am Freitag 10,74 Prozent auf 14,29 Euro. Damit fiel der Kurs unter die 50-Tage-Linie von 14,77 Euro – ein Zeichen zunehmender Verunsicherung.

Sammelklage: Deadline rückt näher

Gleich mehrere US-Kanzleien rufen Anleger auf, sich einer Sammelklage anzuschließen. Die Frist für den Lead-Plaintiff-Status endet am 15. Juni 2026. Betroffen sind Investoren, die zwischen dem 5. November 2025 und dem 11. März 2026 Wertpapiere des Unternehmens gekauft haben.

Die Klage dreht sich um einen Stromliefervertrag für ein KI-Rechenzentrum. Dieser war mit 2,4 Milliarden Dollar angegeben worden. Die Anklage behauptet, der feste Bestandteil habe tatsächlich nur 434 Millionen Dollar betragen. Die Kündigungsoption lag demnach bei 50 Millionen.

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Zusätzlich werfen die Kläger dem Management verschwiegene Verbindungen vor. So soll die Großaktionärin B. Riley Financial über ihren Co-CEO einen Sitz im Board des Vertragspartners Base Electron gehabt haben. Base Electron wurde laut Gerichtsakten erst Ende Dezember 2025 gegründet.

Marktreaktion: Wolfpack Research als Auslöser

Die Lawine kam am 12. März 2026 ins Rollen. Der kritische Bericht der Research-Firma Wolfpack Research ließ die Aktie an jenem Tag um 11,59 Prozent fallen. Seitdem belastet der Skandal den Kurs.

Babcock & Wilcox hatte zwischenzeitlich frische Aktien ausgegeben, um das KI-Infrastruktur-Geschäft zu finanzieren. Der erste Quartalsumsatz stieg zwar auf 214,4 Millionen Dollar – ein Plus von 44 Prozent zum Vorjahr. Die juristischen Probleme überschatten diese Entwicklung aber.

Der Aktienkurs liegt mit 14,29 Euro rund 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 19,65 Euro. Auf Jahressicht steht trotzdem ein Plus von 162 Prozent. Kein Wunder, dass viele Anleger jetzt nervös auf den Ausgang des Verfahrens schauen. Die Frist am 15. Juni wird entscheiden, ob die Sammelklage weiter an Fahrt gewinnt – und damit auch die Kursbelastung.

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