Babcock, Aktie

Babcock Aktie: Type-31-Charge trübt starkes Jahr

22.06.2026 - 14:47:53 | boerse-global.de

Einmalige Kosten von 140 Mio. Pfund drücken Babcocks Jahresgewinn, operative Kennzahlen zeigen deutliches Wachstum.

Babcock Aktie: Type-31-Belastung trübt starke operative Entwicklung
Babcock - Aktiver Börsenhandelsbereich mit digitalen Bildschirmen 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Gewinnrückgang auf dem Papier, darunter ein Unternehmen in klar aufsteigender Form — so lässt sich Babcocks Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2026 in einem Satz zusammenfassen. Die Aktie verlor heute rund fünf Prozent, obwohl die Kernkennziffern deutlich besser ausfielen als noch vor einem Jahr erwartet.

Starkes Fundament, teures Fregattenprogramm

Der Auslöser für den Kursrückgang ist eine einmalige Belastung von 140 Millionen Pfund aus dem Type-31-Fregattenprogramm. Konkret mussten rework-Kosten und Produktivitätsprobleme beim Ausrüsten der ersten beiden Schiffe abgeschrieben werden — inklusive einer Umsatzstornierung von 96 Millionen Pfund. Das drückte den Gewinn vor Steuern auf 283,7 Millionen Pfund, nach 329,1 Millionen Pfund im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie sank entsprechend auf 41,3 Pence von 48,0 Pence.

Bereinigt um diesen Effekt sieht das Bild deutlich freundlicher aus. Der organische Umsatz kletterte um acht Prozent auf 5,18 Milliarden Pfund. Das EBITA legte 19 Prozent auf 433 Millionen Pfund zu, die entsprechende Marge verbesserte sich auf 8,2 Prozent. Besonders auffällig: Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 20 Prozent auf 60,5 Pence — und lag damit elf Prozent über dem Marktkonses, der noch vor zwölf Monaten galt.

Nuklear und Aviation als Wachstumstreiber

Stärkste Division war Nuclear. Der Bereich erzielte 14 Prozent Umsatzwachstum, das EBITA kletterte um 23 Prozent auf 197 Millionen Pfund. Der Nukleararm Cavendish wuchs allein um 18 Prozent und sicherte sich 1,9 Milliarden Pfund an Auftragsbestand und Rahmenverträgen — Rückenwind auch durch den Hinkley-Point-C-Auftrag und eine Partnerrolle beim britischen SMR-Programm.

Aviation legte sogar um 34 Prozent beim Umsatz zu. Den größten Schub lieferte der Mentor-2-Vertrag in Frankreich sowie Scopeerweiterungen im britischen Verteidigungsgeschäft. Das Marine-Segment zeigte bereinigt solide Entwicklung, während Land-Revenues leicht sanken — bei deutlich verbesserter Profitabilität.

Buyback, Dividende, Ausblick

Der freie Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 262 Millionen Pfund, die Nettoverschuldung sank auf das 0,2-fache des EBITDAs. Das gibt Spielraum: Ein bereits abgeschlossenes Rückkaufprogramm über 200 Millionen Pfund wird für das Geschäftsjahr 2027 erneut aufgelegt. Die Dividende je Aktie steigt um 15 Prozent auf 7,5 Pence.

Für das Geschäftsjahr 2027 bestätigte das Management die mittelfristigen Ziele: organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich, eine EBITA-Marge von mindestens neun Prozent und eine Cashkonversion über 80 Prozent. Rund 70 Prozent des FY27-Umsatzes sind bereits durch Verträge gedeckt. Jefferies bestätigt sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 1.400 Pence — und hält die Managementprognose für möglicherweise erneut konservativ. Der Markt schaut vorerst auf die Type-31-Risiken; die Schiffe drei und vier sollen von den Lehren aus den ersten beiden profitieren, während deren Kiellegung bereits begonnen hat.

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