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Ayvens Car Cost Index: E-Autos in Deutschland günstiger als Verbrenner

28.04.2026 - 10:27:05 | boerse-global.de

Der Ayvens Car Cost Index zeigt: Elektroautos sind in der Kompaktklasse erstmals günstiger im Unterhalt als Benziner oder Diesel.

Ayvens Car Cost Index: E-Autos in Deutschland günstiger als Verbrenner - Foto: über boerse-global.de
Ayvens Car Cost Index: E-Autos in Deutschland günstiger als Verbrenner - Foto: über boerse-global.de

Das zeigt der neue „Car Cost Index“ des Mobilitätsdienstleisters Ayvens, der Ende April 2026 veröffentlicht wurde. Für Unternehmen wird die Umstellung auf E-Flotten damit nicht nur zur Klimafrage, sondern zur wirtschaftlichen Entscheidung.

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Die Kostenwende ist da

Der Index analysiert die Gesamtbetriebskosten (TCO) über 30 europäische Märkte. Grundlage ist ein standardisiertes Vier-Jahres-Full-Service-Leasing für Firmenkunden mit 30.000 Kilometern Jahresfahrleistung. Die Daten basieren auf Leasingangeboten aus dem vierten Quartal 2025 und berücksichtigen alle wesentlichen Kostenfaktoren: Wertverlust, Zinsen, Wartung, Reifen, Energie oder Kraftstoff, Versicherung und Steuern.

Die durchschnittlichen monatlichen Gesamtkosten über alle Antriebsarten liegen in Deutschland bei 906 Euro – knapp unter dem europäischen Mittel von 930 Euro. Ein reines Elektroauto kostet im Schnitt nur 890 Euro pro Monat und liegt damit unter dem nationalen Durchschnitt.

Besonders deutlich wird der Umschwung in der Kompaktklasse: Hier betragen die monatlichen Kosten für ein E-Auto 887 Euro, während ein vergleichbarer Benziner oder Diesel auf 895 Euro kommt. „Der Wendepunkt ist erreicht“, kommentieren die Analysten. Für einen Großteil der Firmenflotten ist der Umstieg auf E-Antrieb damit nicht länger nur eine Nachhaltigkeitsmaßnahme, sondern eine primär wirtschaftliche Entscheidung.

Auch in anderen Segmenten schrumpft die Lücke. In der Kleinwagenklasse liegen E-Autos mit 759 Euro monatlich rund sechs Prozent über den Verbrennern (717 Euro). Als „wettbewerbsfähig“ gilt ein Fahrzeug laut Ayvens, wenn die Kosten innerhalb von fünf Prozent des Verbrenner-Pendants liegen. In der Mittelklasse erreichen E-Autos mit 998 Euro monatlich diese Schwelle – nur vier Prozent über den 962 Euro der traditionellen Antriebe.

Steuerliche Anreize: Die 100.000-Euro-Schwelle

Ein zentraler Treiber der Kostenwende ist die jüngste Steuerreform. Seit Juli 2025 gilt die 0,25-Prozent-Regel für die Versteuerung geldwerter Vorteile nun für Elektro-Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis bis 100.000 Euro. Zuvor lag die Grenze bei 70.000 Euro, davor bei 60.000 Euro. Diese Ausweitung macht nun auch Premium- und Hochleistungs-E-Autos für Führungskräfte attraktiv.

Noch bedeutender ist die degressive Abschreibung nach § 7 Absatz 2a EStG. Für reine Elektrofahrzeuge, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, dürfen Unternehmen im ersten Jahr 75 Prozent des Kaufpreises abschreiben, gefolgt von zehn Prozent im zweiten sowie je fünf Prozent im dritten und vierten Jahr. Steuerexperten betonen: Diese Regelung verschafft Firmen sofortige Liquidität und senkt die Steuerlast in der entscheidenden Anfangsphase der flotteninvestition.

Betriebskosten: Wartungsvorteile und THG-Quote

Die niedrigeren Betriebskosten gleichen die höheren Anschaffungspreise der E-Autos aus. Reparatur und Wartung liegen bei E-Antrieben im Schnitt elf Prozent unter denen von Verbrennern – Folge der geringeren Komplexität und des Wegfalls vieler Verschleißteile.

Zusätzlich entlastet die Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) die Flottenbetreiber. Für das Verpflichtungsjahr 2026 können Unternehmen pro E-Pkw eine Bruttoprämie von 260 Euro und pro reinem E-Transporter (N1-Klasse) 390 Euro geltend machen. Die Antragsfrist endet am 15. Oktober 2026.

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Europa im Vergleich: Portugal günstig, Schweiz teuer

Während Deutschland im Mittelfeld liegt, zeigen sich extreme Unterschiede. Portugal ist mit durchschnittlich 774 Euro monatlich der günstigste Markt für Leasing und E-Mobilität. Die Schweiz ist mit 1.217 Euro das teuerste Land – doch selbst dort lohnt sich der Umstieg, da hohe Benzinpreise und Wartungskosten den E-Antrieb über vier Jahre wirtschaftlicher machen.

Branchenanalyse: Reifender Markt und neue Modelle

Die Kostenwende in den deutschen Kompakt- und Mittelklasse-Segmenten spiegelt einen reifenden Markt und einen robusteren Gebrauchtwagenmarkt wider. Zwar haben E-Autos oft eine höhere anfängliche Wertminderung als Diesel, doch niedrigere Energie- und Betriebskosten gleichen dies aus. In West- und Nordeuropa sind E-Autos in 66 Prozent der untersuchten Szenarien die günstigere Leasing-Option.

Ein Beispiel: Der BMW i4 hat in 20 von 30 Ländern niedrigere Gesamtkosten als sein Verbrenner-Pendant, der BMW 3er. Analysten sehen darin den Beginn einer Entwicklung: Neue Modelle und günstigere E-Kleinwagen erschließen zunehmend auch Segmente, die bisher von fossilen Antrieben dominiert wurden.

Herausforderungen bleiben

Die Umstellung ist nicht ohne Hürden. Seit Anfang 2026 sind in Deutschland direkte Kaufprämien ausgelaufen, und die Steuerbefreiungen für Neuzulassungen wurden geändert. Flottenmanager müssen daher stärker auf die langfristigen Gesamtkosten achten statt auf monatliche Leasingraten. Der Index 2026 zeigt: Wer nur auf die monatliche Rate schaut, übersieht die erheblichen Steuervorteile und Betriebskosteneinsparungen der E-Antriebe.

Ausblick: Das Fenster der Möglichkeiten

Für Unternehmen, die ihre Flottenstrategie planen, bietet der Index eine klare Roadmap. Die steuerlichen Anreize – insbesondere die degressive Abschreibung und die 100.000-Euro-Grenze – gelten mindestens bis 2028. Gleichzeitig wächst die Ladeinfrastruktur: Bereits Anfang des Jahrzehnts wurden in Deutschland über 100.000 öffentliche AC-Ladepunkte erreicht.

Ayvens selbst hat sich verpflichtet, bis 2030 eine emissionsfreie Flotte zu betreiben. Das Unternehmen rät, die Expertise spezialisierter Leasingpartner zu nutzen, um das komplexe Zusammenspiel von Marktbedingungen, Steuerrecht und neuen Technologien zu navigieren.

Südeuropa und Osteuropa hinken bei der Erschwinglichkeit von E-Autos noch hinterher – doch die Lücke schließt sich, während Energiepreise stabiler werden und der regulatorische Druck auf CO?-Emissionen steigt. Für deutsche Unternehmen bietet sich jetzt ein klares Zeitfenster: Wer die beschleunigte Abschreibung und die 100.000-Euro-Grenze nutzt, kann den Umstieg beschleunigen – bevor diese Maßnahmen Ende 2027 auslaufen.

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