Axel Springer wäre bei europäischem TikTok-Modell dabei
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 12:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Mathias Döpfner hat sich öffentlich stets für eine europäische Lösung für TikTok nach amerikanischem Vorbild ausgesprochen", teilte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. "Wäre ein solches Modell zustande gekommen, hätte Axel Springer als eines der führenden Medienunternehmen in Europa die Möglichkeit begrüßt, sich daran zu beteiligen."
Zuvor hatte die "Financial Times" berichtet, dass Springer-Chef und Miteigentümer Mathias Döpfner Interesse an einer Beteiligung am europäischen Geschäft der chinesischen Videoplattform gezeigt habe. Demnach soll Döpfner dem US-Botschafter in Frankreich, Charles Kushner, vorgeschlagen haben, dass sich sein Unternehmen an einem möglichen Kauf des europäischen TikTok-Geschäfts beteiligt. Kushner ist der Schwiegervater von Ivanka Trump, der Tochter von US-Präsident Donald Trump.
Döpfner hatte europäische Lösung schon gefordert
Der chinesische TikTok-Mutterkonzern ByteDance hatte im Januar eine Vereinbarung zur Gründung eines mehrheitlich in US-Besitz befindlichen Gemeinschaftsunternehmens für das amerikanische Geschäft der Plattform abgeschlossen. Zuvor war noch unter Trumps Vorgänger Joe Biden ein Gesetz verabschiedet worden, das einen Eigentümerwechsel des US-Geschäfts erzwingen sollte.
Bereits Anfang September hatte sich Döpfner in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur für eine europäische Lösung ausgesprochen. Auf die Frage nach dem Vorstoß von Medienstaatsminister Wolfram Weimer, das Europageschäft von TikTok in europäische Hände zu legen, sagte er: "Ich unterstütze diesen Vorstoß ausdrücklich." Er habe bereits vor vier Jahren gefordert, dass TikTok in Demokratien entweder an demokratische Aktionäre verkauft oder verboten werden müsse. "Ich verstehe immer noch nicht, warum wir hier in Europa nicht handeln. Die Amerikaner haben doch gezeigt, dass es geht."
