AWE, Asia

AWE Asia 2026: KI braucht die Brille, um die Welt zu sehen

07.02.2026 - 01:51:12

Die AWE Asia Konferenz in Singapur betont die zentrale Rolle von AR- und VR-Hardware als unverzichtbare Infrastruktur für die nächste Generation der Künstlichen Intelligenz.

Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz ist untrennbar mit der Entwicklung von Virtual- und Augmented-Reality-Hardware verbunden. Zu diesem klaren Fazit kam die AWE Asia 2026, die diese Woche in Singapur zu Ende ging. Die Messe zeigte: KI-Anwendungen verlassen den Bildschirm und dringen in die reale Welt vor – und brauchen dafür XR als ihr Fenster zur Umwelt.

„Keine KI ohne XR“: Ein Paradigmenwechsel

Ein Leitsatz dominierte die Konferenz: „Es gibt keine KI ohne XR“. Diese Position, die AWE-Mitgründer Ori Inbar in seiner Eröffnungsrede formulierte, markiert einen Reifeprozess der Branche. Extended Reality – also Augmented, Virtual und Mixed Reality – wird nicht länger als parallele Technologie betrachtet, sondern als essenzielle Infrastruktur für die nächste KI-Generation.

Warum? XR-Hardware liefert das räumliche Verständnis und das kontextuelle Bewusstsein, das KI-Systeme benötigen, um in der physischen Welt zu agieren. Die Sensoren in Brillen und Headsets werden zu den Augen und Ohren einer verkörperten KI. Sie überlagern digitale Informationen mit der realen Umgebung und ermöglichen so eine Interaktion, die über Maus und Tastatur hinausgeht.

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Hardware rückt in den Fokus

Auf der Ausstellungsfläche wurde dieses Konzept greifbar. Der Platin-Sponsor Snap präsentierte seine „Spectacles“-Brillen und lud zum Testen ein. Der Tenor: Es geht nicht mehr um Spielerei, sondern um solide, unternehmensreife Lösungen. Gezeigt wurden fortschrittliche AR-Wearables, räumliche Analyseplattformen und neue 3D-Displays ohne Brille. Diese Hardware bildet das Rückgrat für leistungsfähige, KI-gesteuerte Spatial-Computing-Plattformen.

Praxistest in der Industrie

Der praktische Nutzen dieser Symbiose stand im Mittelpunkt zahlreicher Vorträge. Das Unternehmen Hiverlab demonstrierte, wie seine kostengünstigen „ECHO“-IoT-Sensoren räumliche KI in Fabrikhallen skalierbar machen. Fallstudien aus Fertigung, Gesundheitswesen, Flugtraining und Logistik belegten: XR wird bereits heute eingesetzt, um räumliche Daten zu erfassen und KI-gestützte Erkenntnisse zu generieren. Der Markt bewegt sich von Nischen-Experimenten hin zum Einsatz von XR als digitale Kerntechnologie.

Ein Ökosystem wächst heran

Die wachsende Reife der XR-Branche spiegelte sich auch in den Begleitveranstaltungen wider. Der erste AWE Asia Startup Pitch und die Auggie Awards zeigten die Breite der Innovation. Preise gingen unter anderem an Braillic (Startup to Watch), Refract (Best in Show Experience) und Snap (Best in Show). Die starke Präsenz von Sponsoren wie Meta, ArborXR und Agora unterstrich die kollektive Investition in diese Vision.

Die Botschaft der Messe ist eindeutig: Die Entwicklung von KI und XR wird ein integrierter Prozess sein. Die Herausforderung der kommenden Jahre liegt darin, effizientere, leistungsfähigere und kontextbewusstere XR-Hardware zu schaffen. Sie muss KI-Modelle kontinuierlich mit reichhaltigen räumlichen Daten füttern. Der Weg ist vorgezeichnet: Wenn die Künstliche Intelligenz in die reale Welt tritt, tut sie das durch die Linse von XR-Brillen. Sie werden zu einer der kritischsten Infrastrukturkomponenten des kommenden Jahrzehnts.

@ boerse-global.de