AVM: FritzBox 7490 erhält überraschendes Update nach 13 Jahren
15.01.2026 - 11:12:12AVM stützt mit einem neuen Firmware-Update für die fast 13 Jahre alte FritzBox 7490 ihren Ruf als nachhaltiger Netzwerkspezialist. Das Berliner Unternehmen reagiert damit auf Stabilitätsprobleme bei Telefonie-Diensten.
Kurz nach Jahresbeginn 2026 rollte AVM die Wartungsversion FRITZ!OS 7.62 für den Router-Klassiker aus. Der Schritt überrascht, da das Modell offiziell im „End of Maintenance“-Status ist und keine großen Feature-Updates mehr erhält. Laut AVM-Release-Notes vom 8. Januar behebt das Update vor allem ein spezifisches Kompatibilitätsproblem mit Telefoniediensten der Deutsche Telekom. Nutzerberichte in Foren wie Hardwareluxx deuteten bereits auf VoIP-Ausfälle seit Neujahr hin. Der Patch soll diese Störungen beheben und die allgemeine Systemstabilität verbessern.
Die Maßnahme unterstreicht AVMs langjährige Politik, Wartungsupdates von Funktionsupdates zu trennen. So können kritische Lücken auch bei Geräten geschlossen werden, die nicht mehr für die neue FRITZ!OS 8-Generation vorgesehen sind.
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Ein Kontrapunkt zur Wegwerf-Mentalität
Eine dreizehnjährige aktive Software-Unterstützung ist im Consumer-Tech-Bereich eine Seltenheit. Fachmedien wie Connect sehen in der Langlebigkeit der 7490 einen starken Gegenentwurf zum Trend der „geplanten Obsoleszenz“. AVM verlängert damit die Nutzungsdauer tausender Geräte in deutschen Haushalten und verhindert vorzeitigen Elektroschrott.
Doch Experten mahnen zur Realität: Die 7490 ist kein moderner Router. Sie unterstützt weder Wi-Fi 6 noch Wi-Fi 7 und ihr Prozessor kommt bei heutigen Glasfaser-Geschwindigkeiten an seine Grenzen. Das Update ist daher eher eine Lebensverlängerung für Nutzer mit einfachen DSL-Anschlüssen als eine Modernisierung.
Frust bei Besitzern neuerer Modelle
Während Besitzer der 7490 das Update begrüßen, sorgt es andernorts für Unmut. In Foren und sozialen Netzwerken kritisieren Nutzer aktueller Spitzenmodelle wie der FritzBox 4060 oder 7690 die Update-Priorisierung. Ihr Vorwurf: Während ein dreizehn Jahre alter Router gepatcht wird, warten ihre Flaggschiffe aus den Jahren 2022 und 2024 noch auf das große FRITZ!OS 8.2x-Update.
Beobachter deuten diese Diskrepanz als Zeichen für die Komplexität von AVMs Software-Ökosystem. Ein gezielter Fix für einen alten Treiber erfordert einen anderen Entwicklungsaufwand als die Validierung der architektonischen Neuerungen in FRITZ!OS 8 für moderne Plattformen.
Die Grenzen der Lebensverlängerung
Trotz des Patches bleibt die FritzBox 7490 ein Auslaufmodell. Sie erhält weder das neue Interface noch Funktionen wie verbesserte WireGuard-VPNs oder Smart-Home-Erweiterungen aus FRITZ!OS 8. Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass die veraltete Hardware-Architektur langfristig ein Risiko bleibt. Die Kompatibilität mit neuen Apps und Sicherheitsprotokollen könnte mit der Zeit abnehmen.
Das aktuelle Update wirkt wie eine Reaktion auf eine Änderung beim Provider – vermutlich der Telekom – die die alte Firmware unbrauchbar machte. Dass für ein Legacy-Gerät noch Engineering-Ressourcen bereitgestellt werden, spricht für seine nach wie vor große Installationsbasis.
Zeit für ein Upgrade?
Für Analysten markiert 2026 das letzte Kapitel im breit unterstützten Leben der 7490. Mit dem fortschreitenden Glasfaserausbau in Europa werden ihre technischen Grenzen immer deutlicher. Sie ist effektiv auf VDSL Vectoring mit bis zu 100 Mbit/s ausgelegt und bremst auf Gigabit-Leitungen aus.
Das Update verschafft aktuellen Nutzern zwar Luft, doch eine Hardware-Erneuerung rückt in den Fokus. Nachfolger wie die FritzBox 7590 AX oder die neue 7690 bieten nicht nur schnelleres WLAN, sondern auch die langfristige Software-Sicherheit der FRITZ!OS-8-Plattform. Das Update ist seit Mitte Januar über das Menü „System > Update“ oder manuell von AVMs Servern erhältlich. Nutzer mit Telefonieproblemen wird zur sofortigen Installation geraten.
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