Autobahn-Mitarbeiter fordern sieben Prozent mehr Lohn
06.01.2026 - 23:54:12Die Gewerkschaften ver.di und dbb fordern für die rund 15.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH sieben Prozent mehr Gehalt und eine deutliche Entlastung der unteren Einkommen. Die Tarifverhandlungen starten diese Woche vor dem Hintergrund eines massiven Personalmangels.
Sozialkomponente soll Geringverdiener stärken
Neben der linearen Erhöhung von sieben Prozent setzen sich die Gewerkschaften besonders für eine Sozialkomponente ein: Ein monatliches Mindestplus von 300 Euro soll Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen überproportional entlasten. Für Auszubildende und Nachwuchskräfte ist eine Erhöhung um denselben Festbetrag vorgesehen. Zudem fordert der dbb, dass erfolgreiche Absolventen direkt in die zweite Erfahrungsstufe ihres Tarifgefüges einsteigen.
Die Forderungen basieren auf einer umfangreichen Mitarbeiterbefragung. Fast 3.000 Beschäftigte hätten daran teilgenommen und der Tarifkommission damit ein klares Mandat erteilt, so ver.di. Der Fokus auf die unteren Gehaltsgruppen spiegelt einen bundesweiten Trend: Immer häufiger werden Sockelbeträge verhandelt, um die Kaufkraft von Geringverdienern in Zeiten hoher Inflation zu sichern.
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Personalnot gefährdet milliardenschwere Infrastrukturprojekte
Die Verhandlungen finden in einer kritischen Phase statt. Die staatliche Autobahn GmbH, die seit 2021 für Planung, Bau und Betrieb der Bundesautobahnen zuständig ist, kämpft mit etwa 1.000 unbesetzten Stellen. Gleichzeitig soll sie mit Mitteln aus dem neuen Infrastrukturfonds des Bundes marode Brücken und Autobahnen sanieren – ein „gigantischer Sanierungsstau“, wie die Gewerkschaften betonen.
„Die Beschäftigten halten seit fünf Jahren das heruntergewirtschaftete Autobahnsystem unter schwierigsten Bedingungen am Laufen“, sagte ver.di-Vize Christine Behle. Die Arbeit auf der Straße sei körperlich anstrengend und gefährlich. Ohne eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Bezahlung werde es nicht gelingen, das nötige Fachpersonal für die anstehenden Großprojekte zu gewinnen.
Erste eigenständige Tarifrunde steht an
Diese Verhandlungsrunde hat eine besondere Bedeutung: Erstmals handelt die Autobahn GmbH einen komplett eigenständigen Tarifvertrag aus. Die bisherige Kopplung an den öffentlichen Dienst (TVöD) ist ausgelaufen. Diese neue Unabhängigkeit nutzen die Gewerkschaften für branchenspezifische Forderungen.
So verlangt der dbb eine betriebliche Krankenzusatzversicherung für alle Mitarbeiter. „Das ist angesichts der körperlich fordernden Tätigkeiten realistisch und notwendig“, begründet Tarifchef Andreas Hemsing die Forderung. Solche Leistungen könnten die Attraktivität des Arbeitgebers im verschärften Wettbewerb um Fachkräfte deutlich steigern.
Verhandlungsfahrplan und mögliche Eskalation
Der erste Verhandlungstermin ist bereits an diesem Donnerstag, den 8. Januar, in Berlin angesetzt. Drei Verhandlungsrunden sind bis Ende Februar geplant. Die Gewerkschaften erwarten vom Arbeitgeber bereits in der ersten Runde ein „verhandlungsfähiges Angebot“. Andernfalls könnten Warnstreiks folgen.
Die Autobahn GmbH steht unter Druck: Einerseits muss sie haushälterisch mit den Steuergeldern umgehen. Andererseits sind die dringend benötigten Infrastrukturmilliarden nutzlos, wenn das Personal für deren Umsetzung fehlt. „Die Milliarden für Brücken und Straßen können nur mit motivierten Beschäftigten effektiv verbaut werden“, bringt es ver.di-Verhandlerin Claudia Latzer auf den Punkt.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der politische Wille für eine moderne Infrastruktur auch bei der Bezahlung derjenigen ankommt, die sie bauen und instand halten. Für viele Pendler und die deutsche Wirtschaft hängt viel davon ab.
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