ATLAS-Update bringt EU-Zentralabfertigung für Deutschland
03.02.2026 - 10:53:11Die deutsche Zollverwaltung setzt am 28. Februar 2026 die zentrale EU-Importabfertigung in Betrieb. Die lang erwartete Funktion ist Teil des verpflichtenden ATLAS-Updates 10.2.
Endgültiger Starttermin nach Verschiebung
Nach einer Verschiebung vom ursprünglich geplanten November 2025 steht der neue Starttermin nun fest. Das „Merkblatt für Teilnehmer zum ATLAS-Release 10.2“ mit dem Stand Februar 2026 gilt als definitive technische Anleitung für den Wechsel. Damit signalisiert der Zoll: Ein weiterer Aufschub ist ausgeschlossen.
Die dreimonatige Verzögerung nutzten Softwareanbieter und Unternehmen für zusätzliche Tests. Für alle Wirtschaftsbeteiligten, die das deutsche Zollsystem nutzen, ist das Update verpflichtend. Es ersetzt die aktuelle Version 10.1.
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Diese technischen Änderungen kommen auf Unternehmen zu
Das Update bringt mehr als nur den neuen Zeitplan. Die technischen Anpassungen sind entscheidend für einen reibungslosen Datenverkehr nach dem Start.
- Vereinfachte Verfahren: Der bisherige Verfahrensbereich „EAS“ (Einfuhr-Abfertigungs-System) wird aus den Spezifikationen gestrichen.
- Mehr Raum für Beschreibungen: Das Datenfeld für die „Warenbezeichnung“ unterstützt künftig bis zu 2.560 Zeichen. Das soll detailliertere Produktbeschreibungen für komplexe Compliance-Prüfungen ermöglichen.
- Abschied von alten Wegen: Bestimmte Kommunikationsmethoden wie Faxnummern der Generalzolldirektion entfallen. Der Zoll treibt die vollständige Digitalisierung weiter voran.
- Neue digitale Dienste: Die elektronische Internetanwendung für „Aufschub-BIN“ (IA-ABIN) wird eingestellt und durch neue digitale Servicekanäle ersetzt.
Paradigmenwechsel in der EU-Zollabwicklung
Das Herzstück von Release 10.2 ist die Integration von Centralised Clearance for Import (CCI). Diese zentrale Importabfertigung ist eine Kernkomponente des EU-Zollkodex (UCC) und bedeutet einen strategischen Wandel.
Künftig können Unternehmen ihre Zollerklärung bei einem beaufsichtigenden Zollamt in einem Mitgliedstaat – etwa Deutschland – einreichen, während die Ware physisch in einem anderen EU-Land wie den Niederlanden oder Frankreich vorgeführt wird. Dieses Modell soll Bürokratie abbauen, die Abrechnung zentralisieren und Lieferketten für multinationale Konzerne straffen.
Während Länder wie Belgien und Schweden bereits im Oktober 2025 in das CCI-System eingestiegen sind, ist Deutschlands Beitritt aufgrund seines hohen Handelsvolumens von besonderer Bedeutung. Die Verzögerung wurde im Logistiksektor als notwendige Pause für die Stabilisierung der deutschen IT-Infrastruktur gewertet.
Letzte Vorbereitungen für die Wirtschaft
Mit dem Starttermin Ende Februar drängt die Zeit. Handelsexperten raten Unternehmen, ihre System-Updates nun abzuschließen. Die Klarheit durch die neuen Unterlagen ermöglicht es Firmen, ihre Umstellungspläne für das letzte Februarwochenende zu fixieren und Lieferkettenstörungen zu minimieren.
Importeure sollten prüfen, ob ihre internen Systeme mit den spezifischen Änderungen – insbesondere den neuen Zeichenbegrenzungen und entfallenen Verfahrenscodes – kompatibel sind.
Der Zoll plant bereits Wartungsfenster für die neue Release-Serie in April, Juni und September 2026. Der Fokus liegt klar auf Stabilität und kontinuierlicher Verbesserung nach dem Start. Für die deutsche Handelsgemeinschaft beginnt die CCI-Ära damit planbar, aber verbindlich.
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