ATLAS-System, Sicherheitszertifikate

ATLAS-System: Neue Sicherheitszertifikate sind ab sofort Pflicht

26.01.2026 - 06:15:12

Seit dem 26. Januar 2026 ist die Nutzung neuer MTLS-Zertifikate für die Kommunikation mit dem Zollsystem ATLAS verpflichtend. Unternehmen ohne Umstellung riskieren Betriebsstillstände im Import und Export.

Ab heute müssen alle Unternehmen auf neue Sicherheitszertifikate für den digitalen Zollverkehr umstellen. Wer die Frist verpasst hat, riskiert massive Betriebsstörungen im Import und Export.

Die Generalzolldirektion hat die Übergangsfrist beendet. Seit diesem Montagmorgen ist die Nutzung neuer MTLS-Client-Zertifikate für alle Webservice-Kommunikation mit dem Zollsystem ATLAS verpflichtend. Diese sicherheitstechnische Nachrüstung betrifft Tausende Unternehmen, Logistikdienstleister und Zollagenten. Sie ist ein zentraler Schritt zur Modernisierung der deutschen Handels- und Abfertigungsinfrastruktur, über die jährlich Waren im Wert von zwei Billionen Euro abgewickelt werden.

Was bedeutet die Umstellung auf MTLS?

Der Kern der Änderung ist der Wechsel zu Mutual Transport Layer Security (MTLS). Im Gegensatz zum Standard-TLS, bei dem nur der Client die Identität des Servers prüft, etabliert MTLS eine Zwei-Wege-Authentifizierung. Sowohl die Software des Teilnehmers als auch das ATLAS-System müssen vertrauenswürdige digitale Zertifikate vorlegen und validieren, bevor eine Kommunikation stattfinden kann.

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Unternehmen, die nach dem MTLS‑Switch keine stabile Verbindung zu ATLAS mehr herstellen können, stehen vor einem echten Betriebsrisiko: Keine elektronische Übermittlung von Zollerklärungen, verzögerte Abfertigungen und blockierte Lieferketten. Der kostenlose Praxis‑Guide „Zollanmeldung“ erklärt Feld‑für‑Feld, wie Sie Zollerklärungen korrekt ausfüllen, typische Fehler vermeiden und die Zusammenarbeit zwischen IT, Buchhaltung und Zollabteilung reibungslos organisieren – inklusive Praxisbeispielen und Checklisten. Jetzt kostenlosen Zoll-Anmeldungs-Guide herunterladen

Dies schafft einen abgesicherten, verschlüsselten Kanal, in dem sich beide Seiten ihrer Identität sicher sein können. Die Maßnahme soll sensible Handelsdaten schützen und mit modernen Cybersicherheitsstandards in Einklang bringen. Das für die technische Infrastruktur verantwortliche ITZBund hatte die Teilnehmer aufgefordert, das neue Zertifikat in den „Truststore“ ihres Systems zu importieren.

Betriebsstillstand für Nachzügler

Für Unternehmen, die die Umstellung nicht rechtzeitig umgesetzt haben, drohen unmittelbare Konsequenzen. Ein Ausfall der Verbindung zum ATLAS-System bedeutet: Keine elektronische Übermittlung von Zollerklärungen, keine Abfertigungsbescheide, keine Verwaltung von Transitwaren.

Die operativen Folgen können gravierend sein. Verzögerungen an der Grenze, feststehende Sendungen und unerfüllte Zollverpflichtungen können Lieferketten unterbrechen, Vertragsstrafen nach sich ziehen und erhebliche finanzielle Verluste verursachen. Die Behörden hatten zwar eine Übergangsfrist eingeräumt, doch für alle, die die Deadline vom 26. Januar verpasst haben, ist der automatisierte Zollabwicklungsprozess nun de facto blockiert.

Teil einer umfassenden Modernisierungswelle

Die Sicherheitserweiterung ist nur ein Baustein einer ganzen Serie von Updates im deutschen Zoll-IT-Umfeld Anfang 2026. Auf den MTLS-Wechsel folgt bereits der nächste große Termin: Die Inbetriebnahme von ATLAS Release 10.2 ist für den 28. Februar geplant. Diese Version bringt wesentliche Änderungen, vor allem im IT-Verfahren für die Zentrale Zollabfertigung Import (CCI).

Parallel werden weitere Dienste umgestellt. Der Online-Service für Ausfuhranmeldungen, „Internet-Ausfuhranmeldung-Plus“ (IAA-Plus), wird ab dem 17. März ausschließlich über das offizielle Zoll-Portal erreichbar sein. Diese Bündelung der Services spiegelt das Bestreben deutscher und EU-Behörden wider, eine sicherere, effizientere und vernetztere digitale Zollumgebung im Einklang mit dem Unionszollkodex (UZK) zu schaffen.

Ausblick: Cybersecurity wird Grundvoraussetzung

Mit der verbindlichen Einführung der MTLS-Zertifikate hat die Zollverwaltung eine neue, höhere Sicherheitsbasis für alle elektronischen Interaktionen geschaffen. Für die Unternehmen gilt es nun, die Funktionsfähigkeit ihrer Systeme zu überprüfen und eventuelle Verbindungsprobleme nach dem Switch zu beheben.

Die Digitalisierung im Zoll- und Handelsverkehr schreitet unvermindert voran. Laufende Projekte wie die vollständige Implementierung des Import Control System 2 (ICS2) erfordern eine kontinuierliche Anpassungsbereitschaft der Wirtschaft. Die heutige Pflichtumstellung sendet ein klares Signal: Robuste Cybersecurity und technische Compliance sind im modernen Logistik- und Welthandel keine Option mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für die Geschäftstätigkeit.

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