ATLAS-System: Dreitägiger Totalausfall für Zoll-Modernisierung
25.02.2026 - 09:49:41 | boerse-global.deAb morgen steht das digitale Herzstück des deutschen Zolls still. Für fast drei Tage wird das ATLAS-System komplett abgeschaltet, um auf die neue Version 10.2.2 umzurüsten. Die Wartungsarbeiten vom 26. bis 28. Februar bringen den elektronischen Zollabfertigungsverkehr zum Erliegen – mit spürbaren Folgen für Logistik und Außenhandel.
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Dreitägiger Digital-Stillstand ab Donnerstagmorgen
Der Countdown läuft: Pünktlich um 8:00 Uhr am Donnerstag, dem 26. Februar, beginnt der geplante Systemausfall. Verantwortlich ist das ITZBund, der zentrale IT-Dienstleister der Bundesregierung. Bis spätestens Samstagnacht gegen 23:59 Uhr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. In dieser Zeit ist der Zugriff auf die Kernfunktionen von ATLAS nicht möglich.
Betroffen sind alle wichtigen Online-Portale der Zollverwaltung. Dazu zählen die Internetausfuhranmeldung IAA-Plus, die Internetzollanmeldung für die Einfuhr IZA und das Antragsverfahren für zugelassene Wirtschaftsbeteiligte IAEO. Auch der elektronische Zolltarif EZT-Online bleibt offline. Die Maßnahme ist unter dem Ticket INC000007208219 beim IT-Service-Desk geloggt.
Akute Betriebsstörungen für Unternehmen
Die Folgen des Updates sind konkret und weitreichend. So können während der Wartung weder neue EORI-Nummern beantragt noch bestehende Stammdaten geändert werden. Die zuständige Stelle in Dresden stellt diesen Service komplett ein.
Da die Beantragung von EORI-Nummern während der Wartungsarbeiten pausiert, ist eine fehlerfreie Vorbereitung nach dem Hochfahren der Systeme umso wichtiger. Dieser Praxisleitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Nummer richtig beantragen und teure Zollverzögerungen vermeiden. Kostenlosen EORI-Ratgeber mit Vorlagen sichern
Auch die Bearbeitung von Zollgenehmigungen und AEO-Zertifikaten in den Hauptzollämtern ruht. Ab Freitagmorgen kommen dann noch Nachverfahren für Erstattungen und Rückforderungen hinzu. Vereinfachte Anmeldungen, die am Freitag bei lokalen Zollstellen eingereicht werden, landen erst nach dem Hochfahren am Samstag in den Systemen der Hauptämter. Die endgültige Abwicklung verschiebt sich damit zwangsläufig auf den kommenden Montag.
Warum der radikale Neustart nötig ist
Hinter dem drastischen Schritt steckt ein notwendiger Technologiesprung. Der Wechsel von Release 10.1.2 auf 10.2.2 soll die Leistungsfähigkeit der Systeme erhöhen, Sicherheitslücken schließen und die Kompatibilität mit dem EU-Zollkodex gewährleisten. ATLAS verarbeitet heute nahezu alle Zollvorgänge elektronisch – eine stabile und moderne Infrastruktur ist für Deutschlands exportstarke Wirtschaft unverzichtbar.
Bereits Ende Januar hatte die Generalzolldirektion die Sicherheitszertifikate für die Webservices erneuert. Die jetzige Hauptwartung ist Teil einer kontinuierlichen Modernisierungsoffensive. Sie stellt sicher, dass nationale Systeme wie ATLAS mit EU-weiten Projekten, etwa dem Import Control System 2, reibungslos zusammenarbeiten.
Notfallverfahren und kommende Veränderungen
Für dringende Sendungen, etwa verderbliche Ware, gibt es ein Ausfallverfahren. Unternehmen müssen dabei spezielle Formulare mit der genannten Ticketnummer verwenden. Logistikverbände raten jedoch dringend, möglichst viele Sendungen noch vor Beginn der Wartung abzuwickeln. Denn jeder manuelle Vorgang muss später mühsam nachgetragen werden – ein enormer administrativer Aufwand.
Und auch nach diesem Wochenende geht die Digitalisierung weiter. Schon am 17. März steht der nächste große Schritt an: Die IAA-Plus wird dann vollständig in das zentrale Zoll-Portal migriert. Die alten Zugangswege werden anschließend abgeschaltet. Für die Logistikbranche bedeutet das: Die Phase der Anpassung und des Umstellens ist noch lange nicht vorbei.
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