ATLAS 10.2: Zoll startet zentrale EU-Importabwicklung Ende Februar
08.02.2026 - 10:22:12Die deutsche Zollverwaltung schaltet am 28. Februar die neue Software-Generation ATLAS 10.2 frei. Kern der Aktualisierung ist das lang erwartete System zur Zentralen Abwicklung für Importe (CCI), das europäische Zollprozesse grundlegend verändert. Unternehmen können damit ihre Zollerklärungen künftig unabhängig vom physischen Warenort abgeben.
Bestätigter Start nach Verschiebung
Der Rollout erfolgt in einem geplanten Wartungsfenster. Der IT-Dienstleister des Bundes (ITZBund) bestätigte, dass der Echtbetrieb am Samstag, dem 28. Februar 2026, beginnt. Ursprünglich war das Release für November 2025 geplant. Die Verschiebung gab Software-Anbietern und der Logistikbranche mehr Zeit für Tests und Anpassungen – und vermied Störungen im Weihnachtsgeschäft.
Als finales Signal für den Start veröffentlichte die Zollverwaltung bereits am 5. Februar das aktualisierte „Merkblatt zu Zollanmeldungen 2026“. Es löst die Version von 2025 ab und gilt als verbindliche Handlungsanleitung für die neuen Verfahren.
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CCI: Revolution für europäische Importeure
Das Herzstück von ATLAS 10.2 ist die Einführung von Centralised Clearance for Import (CCI). Dieses System, eine Kernmodernisierung des EU-Zollkodex, erlaubt einen administrativen Bruch mit der Logistik.
Konkret bedeutet das: Ein zugelassenes Unternehmen kann seine Import-Zollerklärung bei einer einzigen „überwachenden Zollstelle“ in Deutschland einreichen. Die Waren können zeitgleich an einer ganz anderen „Präsentations-Zollstelle“ in einem anderen EU-Mitgliedstaat vorgeführt werden. Die administrative Bürokratie wird zentralisiert, die physischen Warenströme bleiben dezentral.
Die Vorteile sind klar: weniger Abstimmungsaufwand und schlankere Prozesse. Der Zugang ist jedoch an strenge Voraussetzungen geknüpft. Nur Unternehmen mit einer Authorized Economic Operator (AEO C)-Zertifizierung dürfen CCI nutzen. Die Verschiebung auf Februar gab vielen Firmen die nötige Luft, ihre Systeme anzupassen.
Technische Anforderungen und Software-Update
Für alle Beteiligten ist das Update verpflichtend. Führende Anbieter von Zollsoftware wie AEB haben ihre Lösungen bereits an die neuen Nachrichtenformate und Prüflogiken angepasst. Neben CCI bringt ATLAS 10.2 weitere Neuerungen:
- Aktualisierte Code-Listen: Neue Datenstrukturen entsprechen den aktuellen EU-Vorgaben.
- Parallele NCTS-Anpassungen: Das Update läuft synchron zur Weiterentwicklung des Neuen Computerisierten Transitverfahrens (NCTS), um Kompatibilität zu gewährleisten.
- Geplante Wartungsfenster: Nach dem Haupt-Release am 28. Februar sind weitere Updates (Release 10.2.2) für das Frühjahr 2026 geplant.
Das veröffentlichte Merkblatt liefert die finale technische Validierung für die korrekte Ausfüllung der Datensätze.
Branche atmet auf – Fokus liegt jetzt auf Umsetzung
Die Entscheidung, den Start auf Ende Februar zu verschieben, stieß in der Logistik- und Handelsbranche auf breite Zustimmung. Nun konzentriert sich alles auf die finale Umsetzung. Verbände raten ihren Mitgliedern dringend, Software-Versionen zu prüfen und Mitarbeiter in den neuen CCI-Prozeduren zu schulen.
Die anfängliche „Soft Migration“ wird entscheidend sein, während alte Systeme auslaufen und neue Validierungsregeln greifen. Langfristig ebnet ATLAS 10.2 den Weg für eine tiefere europäische Integration. Die deutsche CCI-Implementierung wird mit Systemen anderer Mitgliedstaaten vernetzt – ein Schritt hin zu einem wirklich digitalen, grenzenlosen Zollraum in der EU.
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