ATLAS 10.2: Deutscher Zoll startet zentrale Import-Abfertigung
21.02.2026 - 07:12:11 | boerse-global.deAb dem 28. Februar revolutioniert ein Update des deutschen Zollsystems den Import in die EU. Die neue zentrale Importabfertigung (CCI) soll Bürokratie abbauen und grenzüberschreitenden Handel deutlich vereinfachen.
Kern der Reform: Eine Anmeldung für die ganze EU
Das ist die große Neuerung in ATLAS Release 10.2: Unternehmen können ihre Importwaren künftig zentral bei ihrem hauptsächlichen Zollamt in Deutschland anmelden – unabhängig davon, über welchen EU-Hafen die Ware tatsächlich eingeführt wird. Bisher musste ein deutscher Händler, der Ware über Rotterdam bezieht, sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland Zollformalitäten erledigen. Diese Doppelarbeit entfällt.
„Das ist ein Quantensprung für den Binnenmarkt“, erklärt ein Branchenkenner. „Die Verfahren werden schneller, kostengünstiger und vor allem weniger fehleranfällig.“ Der Schritt ist zwingend für die Umsetzung des EU-Zollkodex (UCC), der einen vollständig digitalen und harmonisierten Zollraum vorsieht.
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Die Generalzolldirektion hat den Go-Live für den 28. Februar 2026 bestätigt. Vom 26. bis 28. Februar wird das System für Wartungsarbeiten nicht verfügbar sein. Unternehmen, die das neue Verfahren nutzen wollen, müssen handeln: Ihre Software muss für CCI zertifiziert sein und interne Prozesse an die neuen Datenanforderungen angepasst werden.
Damit Ihre Einfuhren künftig reibungslos durch die zentrale Importabfertigung laufen, sollten Sie besonders auf die korrekte Warentarifierung achten – falsche Zolltarifnummern führen zu Verzögerungen und hohen Nachforderungen. Ein kostenloser Praxis-Report erklärt Schritt für Schritt, wie Sie die richtige Zolltarifnummer finden, Waren korrekt klassifizieren und häufige Fehler vermeiden. Zolltarifnummer-Guide jetzt kostenlos herunterladen
Die Umstellung ist keine freiwillige Maßnahme, sondern Teil einer europaweiten Modernisierungswelle. Sie soll mit dem explosionsartig gewachsenen Handelsvolumen, vor allem durch den E-Commerce-Boom, Schritt halten.
Der große Kontext: EU-Zoll revolutioniert sich 2026
Die deutsche CCI-Einführung ist nur ein Puzzleteil. Ein weiterer, weitaus spürbarerer Einschnitt folgt am 1. Juli 2026: Dann fällt die Bagatellgrenze von 150 Euro für Zollgebühren auf E-Commerce-Sendungen weg. Jedes Paket aus Drittländern wird ab dann zollpflichtig.
Bis ein vollwertiges EU-Datenportal 2028 startet, gilt eine vereinfachte Pauschalbesteuerung für viele Niedrigwertwaren. Ziel der EU ist klar: Sie will Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten europäischer Händler bekämpfen, Steuerhinterziehung eindämmen und die Einnahmen sichern. Für Importeure bedeutet das eine komplette Überprüfung ihrer Preis-, Logistik- und Compliance-Strategien.
Digitaler Zoll als Antwort auf globalen Handel
Der Treiber hinter all diesen Reformen ist der globale Handelsdruck. Durch Digitalisierung und Zentralisierung wollen die Behörden effizienter werden, Risiken besser managen und Kosten für kooperative Unternehmen senken.
Mit ATLAS 10.2 festigt Deutschland seine Vorreiterrolle in der digitalen Zollunion. Die erfolgreiche CCI-Einführung könnte zum Modell für andere Mitgliedstaaten werden. Die Zukunft gehört dem nahtlosen, sicheren Datenaustausch in Echtzeit – für einen Binnenmarkt, der im weltweiten Wettbewerb nicht an Bürokratie scheitert.
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