ATLAS, Zoll-Stillstand

ATLAS 10.2.2: Drei Tage Zoll-Stillstand für Deutschlands Außenhandel

11.02.2026 - 00:34:12

Die zentrale Zollsoftware ATLAS wird Ende Februar für fast 72 Stunden abgeschaltet, um ein wichtiges Update einzuspielen. Dieses bringt das neue EU-Verfahren CCI und zwingt den Außenhandel zur Pause.

Deutschlands zentrale Zollsoftware ATLAS wird Ende Februar für drei Tage komplett abgeschaltet. Der finale Wechsel auf das neue Release 10.2.2 zwingt den gesamten Außenhandel zur Pause – und bringt eine revolutionäre Neuerung.

Der Countdown läuft: Drei Tage System-Ausfall

Am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, um 8:00 Uhr beginnt der geplante Blackout. Erst am Samstag, dem 28. Februar, um 23:59 Uhr soll das System wieder hochfahren. Diese fast 72-stündige Wartungspause in der neunten Kalenderwoche ist unvermeidlich, um die zentrale Datenbank zu migrieren. Das hat das ITZBund nun final bestätigt.

Die Konsequenz? Sämtliche Kernservices fallen aus. Keine neuen EORI-Nummern, keine Bearbeitung von Zulassungsanträgen – auch nicht für Authorized Economic Operators (AEO). Apps wie IAA-Plus sind offline, der Nachrichtenaustausch mit den Zollstellen kommt zum Erliegen. Für dringende Anmeldungen bleibt nur das offizielle Notfallverfahren. Eine gewaltige logistische Herausforderung für Importeure, Exporteure und Spediteure.

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Die große Neuerung: Zentrales Import-Verfahren CCI

Doch der Aufwand hat einen klaren Zweck. Herzstück des Updates ist die Einführung von Centralised Clearance for Import (CCI). Dieses neue IT-Verfahren ist ein Game-Changer für den EU-Binnenmarkt.

Was bedeutet das konkret? Wirtschaftsbeteiligte können ihre Waren künftig elektronisch bei ihrer Heimat-Zollstelle anmelden – unabhängig davon, in welchem EU-Land die Ware tatsächlich eingeführt wird. Ein großer Schritt zur Vereinheitlichung der Zollprozesse in der Europäischen Union, wie es der Unionszollkodex vorsieht.

Unternehmen müssen jetzt handeln

Neben CCI bringt Release 10.2.2 weitere technische Anpassungen. Alte Länderkennzeichen-Listen werden abgeschaltet, Datenanforderungen in Export-Erklärungen ändern sich. Unternehmen und ihre Software-Anbieter müssen daher sicherstellen, dass alle Systeme kompatibel sind. Die ursprünglich für November 2025 geplante Einführung wurde extra verschoben, um mehr Vorbereitungszeit zu geben.

Die strategische Bedeutung des Updates ist enorm. Es geht nicht um eine bloße technische Aktualisierung, sondern um die fundamentale Modernisierung der Handelsabwicklung. Bessere Datenqualität für Risikomanagement und fiskalische Zwecke sind das Ziel. Der dreitägige Stillstand ist somit nur der Anfang einer längeren Reise.

Was nach dem großen Switch kommt

Der Februar-Umstieg ist ein Meilenstein, aber kein Endpunkt. Das ITZBund hat bereits weitere Wartungsfenster für 2026 eingeplant: im April, Juni, September und November. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattform ist also garantiert.

Für die deutsche Wirtschaft heißt das: Agilität und Information sind jetzt entscheidend. Wer die Umstellung auf ATLAS 10.2.2 verschläft, riskiert massive Verzögerungen bei künftigen Zollabfertigungen. Die Uhr tickt.

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