Atemtechniken, Experten

Atemtechniken: Experten warnen vor gefährlichem Social-Media-Hype

26.02.2026 - 10:18:59 | boerse-global.de

Neue Forschung bestätigt die positive Wirkung angeleiteter Atemarbeit, während Experten vor unbedachten Übungen aus dem Internet warnen. Die falsche Anwendung kann zu Schwindel und Stress führen.

Experten warnen aktuell vor unbedachten Atemübungen aus dem Netz. Besonders die virale "4-7-8"-Methode kann bei falscher Anwendung Schwindel oder Panik auslösen. Gleichzeitig belegen neue Studien die positive Wirkung gezielter Atemarbeit. Die Diskrepanz zwischen Hype und Wissenschaft rückt das Thema in den Fokus.

Der schmale Grat zwischen Entspannung und Stress

Die Verlockung ist groß: Ein paar tiefe Atemzüge sollen das Gedankenkarussell stoppen. Doch die Realität ist komplexer. Viele Anwender, die sich mit starren Techniken wie "4-7-8" zur Ruhe zwingen, erleben das Gegenteil. Bei dieser Methode atmet man vier Sekunden ein, hält sieben Sekunden die Luft und atmet acht Sekunden aus.

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Laut Fachleuten kann ein übertriebenes Anhalten der Luft das empfindliche Gleichgewicht von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut stören. Dieser Zustand, Hypokapnie genannt, führt oft zu Schwindel, Kribbeln und Herzstolpern. Für Menschen mit Angstneigung kann die veränderte Atmung vom Körper als Gefahrensignal interpretiert werden – der Stresspegel steigt. Umfragen in Online-Gruppen deuten an, dass rund 30 Prozent der Anwender Übungen abbrechen, weil sie sich unwohl fühlen.

Neue Studie belegt Wirksamkeit – unter Anleitung

Dass bewusste Atmung bei richtiger Anleitung wirkt, zeigt eine Studie vom Februar 2026. Forscher um Richard Lawrence Blake testeten die Wirkung von "Conscious Connected Breathwork" in einem Online-Format mit 107 Teilnehmern.

Die Ergebnisse waren signifikant. Die Gruppe, die an sechs wöchentlichen Sitzungen teilnahm, verzeichnete eine deutliche Reduktion der Angstsymptome. Ihre Werte sanken im Schnitt um mehr als zehn Punkte. Die Kontrollgruppe zeigte kaum Veränderungen. Die Studie unterstreicht das Potenzial angeleiteter Atemtherapien als kostengünstige Intervention. Entscheidend ist jedoch die Anleitung durch Fachkräfte – ein klarer Unterschied zu eigenmächtigen Experimenten mit Internet-Videos.

Wie Atmung den Körper verändert

Bewusste Atmung greift direkt in das autonome Nervensystem ein. Eine verlangsamte Bauchatmung aktiviert den Parasympathikus, den Ruhenerv, und stimuliert den Vagusnerv. Das erhöht die Herzratenvariabilität – ein wichtiger Indikator für Stresstoleranz und Erholungsfähigkeit.

Die Forschung geht mittlerweile weiter. Eine Machbarkeitsstudie unter Leitung von Natalie L. Dyer untersuchte Biofeld-Messwerte während Atemübungen. Die Forscher erfassten Hautleitfähigkeit, Gehirnwellen und Infrarotstrahlung. Das Ergebnis: Körperliche Atemübungen rufen deutlich andere physiologische Effekte hervor als reine Meditation. So veränderte sich etwa die Infrarotabstrahlung im Nasenbereich signifikant. Atmung ist demnach ein aktiver Prozess, der den gesamten Körperzustand moduliert.

Einfache Strategien für den Alltag

Trotz der Warnungen bleibt bewusste Atmung ein exzellentes Werkzeug – wenn richtig angewandt. Es müssen nicht immer komplexe Techniken sein. Schon die Rückkehr zur natürlichen Bauchatmung kann viel bewirken. Stress und langes Sitzen führen oft zu flacher Brustatmung.

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Durch bewusstes Einbeziehen des Zwerchfells wird die Luft tiefer transportiert. Das verbessert die Sauerstoffversorgung und senkt die Atemfrequenz natürlich. Therapeuten raten, Übungen zunächst in stressfreien Momenten zu trainieren. Eine sanft verlängerte Ausatmung signalisiert dem Gehirn Sicherheit. So lässt sich der Fokus vor Meetings oder Aufgaben schärfen – ohne Gefahr von Schwindel.

Zwischen Therapie und Lifestyle-Trend

Die wissenschaftliche Anerkennung hat zu einer massiven Kommerzialisierung geführt. Medienberichte warnen: Der Hype um "Breathwork" nimmt bedenkliche Züge an. Anbieter verlangen hohe Summen für Kurse, die vollmundig höchstes Potenz oder tiefgreifende Heilung versprechen.

Wissenschaftler mahnen, die Effekte nicht zu überbewerten. Die stressreduzierende Wirkung sei gut belegt. Doch manche Versprechen gehen weit über empirisch Nachgewiesenes hinaus. Schnelle, hyperventilierende Atmung kann zudem veränderte Bewusstseinszustände hervorrufen, die destabilisierend wirken. Die Bdabatte spiegelt das Spannungsfeld der Wellness-Industrie: Hier evidenzbasierte Therapie, dort kommerzieller Lifestyle-Trend.

Was kommt als nächstes?

In den kommenden Monaten ist eine weitere Professionalisierung zu erwarten. Ein globaler Meilenstein wird der "World Breathing Day" am 11. April 2026. Geplant sind weltweit Workshops, die das Bewusstsein für die Kraft der Atmung schärfen sollen.

Die klinische Forschung schreitet voran. Experten erwarten Studien mit größeren Teilnehmergruppen, um evidenzbasierte Richtlinien für spezifische Techniken zu entwickeln. Bis dahin raten Therapeuten, die Atmung als sanftes Werkzeug zu betrachten. Statt sich mit Stoppuhren und starren Regeln unter Druck zu setzen, sei es oft wirkungsvoller, einfach die Ausatmung zu verlängern und auf die eigenen Körpersignale zu hören.

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