ASML, Sozialplan

ASML: Sozialplan treibt Kurs auf 1.554 Euro

11.06.2026 - 14:23:48 | boerse-global.de

ASML mildert Stellenabbau durch neuen Sozialplan und interne Umbesetzungen. Der Aktienkurs steigt um über drei Prozent.

ASML Aktie: Überarbeiteter Sozialplan treibt Kurs auf 1.554 Euro
ASML - Abstrakte Darstellung von Mikrochip-Architektur mit leuchtenden Linien und komplexen Mustern, die technologischen Fortschritt symbolisieren. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

ASML hat seinen Stellenabbau deutlich abgemildert. Nach Verhandlungen mit niederländischen Gewerkschaften steht nun ein überarbeiteter Sozialplan — und der Markt reagiert mit einem Kursanstieg von über drei Prozent auf 1.554 Euro.

Weniger Entlassungen, mehr Zeit

Ursprünglich hatte ASML im Januar 2026 angekündigt, rund 1.700 Stellen in den Niederlanden und den USA zu streichen. Betroffen waren vor allem Technologie- und IT-Abteilungen sowie Führungsebenen.

Der neue Plan ändert das Bild erheblich. Zwangsentlassungen treten frühestens im Mai 2027 in Kraft — ein Jahr später als zunächst geplant. Außerdem rückt interne Umbesetzung in den Vordergrund: Betroffene Mitarbeiter sollen bevorzugt in neue Rollen innerhalb des Unternehmens wechseln. Das könnte Hunderte Jobs retten.

ASML-Sprecherin Monique Mols bestätigte, dass Mitarbeiter noch vor Ende Juni erfahren, ob ihre Stelle betroffen ist.

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Kein Krisenzeichen — sondern Effizienzprogramm

Der Stellenabbau hat nichts mit finanziellen Schwierigkeiten zu tun. Finanzchef Roger Dassen hatte erklärt, das Unternehmen sei zu komplex geworden. Mitarbeiter verbrachten zu viel Zeit mit Prozesskoordination statt mit ihrer eigentlichen Arbeit.

Die gestrichenen Positionen spiegeln das wider: Projektleiter, Scrum Master, Release Train Engineers, Program Manager — alles Koordinationsrollen, die sich nach Fusionsintegrationen angehäuft hatten.

Starke Zahlen als Rückenwind

Das operative Umfeld spielt ASML zusätzlich in die Karten. Im ersten Quartal 2026 übertraf das EBIT mit 3,2 Milliarden Euro die Erwartungen um vier Prozent. Der Konzern hob seine Umsatzprognose für 2026 auf 36 bis 40 Milliarden Euro an — von zuvor 34 bis 39 Milliarden. Die Bruttomarge soll zwischen 51 und 53 Prozent liegen.

China verliert an Gewicht: Sein Anteil am Umsatz sinkt von 33 Prozent in 2025 auf geschätzte 20 Prozent in 2026. Den Ausfall kompensiert die KI-getriebene Nachfrage von TSMC, Samsung und anderen Chipgiganten mehr als vollständig.

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Analysten erhöhen die Kursziele

Die Analystengemeinde reagiert bullish. BofA-Analyst Didier Scemama hob sein Kursziel von 1.710 auf 1.921 Euro an und behält seine Kaufempfehlung. Barclays zog nach: Kursziel rauf auf 1.900 Euro, Rating "Overweight". Goldman Sachs erhöhte seine Umsatzschätzungen für 2026 bis 2030 um sechs bis zehn Prozent — mit Verweis auf anhaltend starke Nachfrage nach modernsten Chip-Knoten für KI-Anwendungen.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 57 Prozent zugelegt. ASML hat damit die Marktkapitalisierungsschwelle von 700 Milliarden Dollar überschritten — als erstes europäisch gelistetes Unternehmen überhaupt. Das 52-Wochen-Hoch von 1.580 Euro liegt nur noch knapp zwei Prozent entfernt.

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