ASML: Q2-Zahlen am 15. Juli entscheidend
14.06.2026 - 04:17:18 | boerse-global.deDie Erwartungen an den weltgrößten Chipanlagen-Bauer sind gewaltig. Mit einem Kursplus von über 60 Prozent seit Jahresbeginn notiert das Papier nur knapp unter dem Allzeithoch. Mitte Juli muss das Management nun beweisen, ob die fundamentale Entwicklung dieses Tempo rechtfertigt.
Fokus auf die Quartalszahlen
Am 15. Juli 2026 öffnet der Konzern seine Bücher für das zweite Quartal. Analysten schauen besonders auf den Umsatz. ASML peilt hier einen Mittelwert von 8,7 Milliarden Euro an. Die Bruttomarge soll bei gut 51 Prozent liegen.
Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Messlatte hoch. Der Vorstand erwartet Erlöse von bis zu 40 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die nächste Technologie-Generation
Abseits der nackten Zahlen rückt eine strukturelle Entwicklung in den Vordergrund. Die ersten Halbleiter aus den neuen High-NA-EUV-Maschinen sollen in wenigen Monaten auf den Markt kommen. Die Anlagen kosten rund 400 Millionen US-Dollar pro Stück. Eine gewaltige Summe. Dieser Preis lässt einige Kunden zögern.
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Branchenprimus TSMC wartet vorerst ab. Konkurrenten wie Intel, Samsung und SK Hynix treiben die Einführung dagegen aktiv voran. Die Technologie funktioniert bereits in der Praxis. Über 300.000 Wafer haben die Systeme bei Kunden schon verarbeitet. Die erste Anlage der neuen EXE:5200-Serie steht mittlerweile bei SK Hynix.
Analysten loben, Kassen sind voll
Experten bewerten die Aussichten überwiegend positiv. Goldman Sachs empfiehlt die Aktie zum Kauf und ruft ein Kursziel von 1.770 Euro auf. Die Bank of America verweist ergänzend auf die starke Nachfrage durch den Ausbau der KI-Infrastruktur.
Aktionäre profitieren direkt von den vollen Kassen. Im ersten Quartal kaufte ASML eigene Aktien für rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Die geplante Dividende für 2025 steigt um 17 Prozent auf 7,50 Euro je Anteilsschein.
Politisches Risiko bleibt
Ein Störfaktor bleibt das Geschäft in China. Der Umsatzanteil der Region sank zuletzt von 41 auf 33 Prozent. ASML rechnet langfristig mit einer weiteren Normalisierung auf rund 20 Prozent.
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In den USA formiert sich parallel dazu politischer Widerstand. Der geplante MATCH-Act soll China den Zugang zu weiteren Chip-Werkzeugen abschneiden. Ein Fortschritt dieses Gesetzesentwurfs bringt neue Unsicherheit in den Markt.
Aktuell zeigt sich die Börse unbeeindruckt. Die Aktie ging am Freitag bei 1.614,80 Euro aus dem Handel. Damit fehlt nur ein minimaler Sprung zum Rekordhoch von 1.644 Euro. Ein starker Quartalsbericht Mitte Juli liefert den direkten Auslöser, um diese Marke endgültig zu knacken.
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