ASML: MATCH Act zielt auf DUV-Systeme
Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 20:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ASML steht vor einem Tag mit doppeltem Risiko. Am Mittwoch legt der niederländische Lithografie-Konzern seine Quartalszahlen vor. Zugleich wächst in Washington der politische Druck durch ein neues Exportkontrollgesetz.
Die Aktie notiert aktuell bei 1.542,20 Euro und legt am Dienstag um 1,47 Prozent zu. Der Kurs bleibt damit 11,77 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro, das Ende Juni erreicht wurde. Auf Jahressicht steht trotzdem ein Plus von 56,05 Prozent.
Der MATCH Act zielt auf DUV-Systeme
Innerhalb der vergangenen 48 Stunden hat sich die geopolitische Lage für ASML verschärft. US-Gesetzgeber haben den sogenannten MATCH Act eingebracht. Das Gesetz soll die Exportkontrollen für Halbleiter-Ausrüstung weiter verschärfen.
Frühere Beschränkungen betrafen vor allem die teuersten EUV-Systeme für die Chipproduktion. Der neue Vorstoß nimmt gezielt DUV-Maschinen ins Visier — und die dazugehörigen Service- und Wartungsverträge. Genau das könnte für ASML schmerzhaft werden.
Der China-Anteil an ASML's Systemverkäufen ist bereits eingebrochen: von 36 Prozent im vierten Quartal 2025 auf nur noch 19 Prozent im ersten Quartal 2026. Analysten warnen, dass ein Verlust der Service-Einnahmen die Bewertung des gesamten Altgeräte-Geschäfts in der Region verändern könnte. Diese Wartungsverträge galten bisher als stabiler Puffer mit hohen Margen.
TSMC liefert ein starkes Nachfragesignal
Einen deutlichen Kontrapunkt setzte am Montag der wichtigste ASML-Kunde. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company meldete für Juni einen Umsatz von 442,68 Milliarden taiwanesischen Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 67,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Marktbeobachter werten die starke Auslastung bei TSMC als wichtigen Indikator für die Lithografie-Nachfrage. Allerdings zeigt der Umsatzsprung auch ein mögliches Nadelöhr für ASML auf: die Lieferbrücke für die zweite Jahreshälfte 2026. Der Konzern muss beweisen, dass er die Auslieferungen schnell genug hochfahren kann — besonders bei den neuen High-NA-EUV-Anlagen der nächsten Generation.
Was der Markt von den Quartalszahlen erwartet
Für das zweite Quartal rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 10,27 bis 10,28 Milliarden Dollar. LSEG-Schätzungen gehen konkret von einem Nettogewinn von 2,61 Milliarden Euro aus — ein Plus von 8,8 Prozent, getragen von einem Umsatz um 8,8 Milliarden Euro.
Neben den reinen Zahlen richtet sich der Blick auf die Jahresprognose 2026. Diese liegt derzeit zwischen 36 und 40 Milliarden Euro Umsatz. Analysten von Susquehanna weisen darauf hin, dass die Kapazität von ASML bis Ende 2027 bereits weitgehend ausgebucht sein könnte. Der Engpass liege damit nicht mehr an fehlenden Aufträgen, sondern an der Fertigungskapazität selbst.
Die Kursschwankung nach den Zahlen könnte deutlich ausfallen. Optionsmärkte preisen aktuell eine mögliche Bewegung von rund 8,36 Prozent nach der Veröffentlichung ein. Bei einer Marktkapitalisierung von 604,72 Milliarden Euro wäre das kein kleiner Ausschlag.
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