ASML: Jahresprognose auf 43–45 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 12:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ASML hat seine Jahresprognose kräftig angehoben. Der Grund: Der KI-Boom treibt die Nachfrage nach Chip-Fertigungsanlagen weiter nach oben, stärker als selbst die eigenen Analysten erwartet hatten.
Der niederländische Ausrüster für Halbleiterproduktion legte am Mittwoch seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg auf 9,33 Milliarden Euro, deutlich über der Analystenschätzung von 8,83 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte ASML noch 7,69 Milliarden Euro erlöst.
Gewinn und Marge übertreffen Erwartungen
Der Nettogewinn kletterte auf 2,92 Milliarden Euro, nach 2,29 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge erreichte 54 Prozent und lag damit über den eigenen Zielen des Unternehmens. Der Gewinn je Aktie betrug 7,59 Euro und übertraf ebenfalls die Markterwartung.
CEO Christophe Fouquet führt die starken Zahlen auf höhere Umsätze im Servicegeschäft rund um die installierte Maschinenbasis zurück. Investitionen in KI-Infrastruktur stärken laut Fouquet zusätzlich die gesamte Wachstumsperspektive der Halbleiterbranche.
Jahresziel springt deutlich nach oben
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet ASML nun einen Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro. Bisher hatte das Unternehmen 36 bis 40 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch die Margen-Prognose steigt: Statt 51 bis 53 Prozent peilt ASML jetzt 54 bis 56 Prozent an.
Für das dritte Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll in diesem Zeitraum zwischen 55 und 57 Prozent liegen. ASML verweist zudem auf einen außergewöhnlich starken Auftragseingang im ersten Halbjahr, der die Sichtbarkeit auf die langfristige Nachfrage verbessert.
Kapazitätsausbau trotz Preiswiderstand von TSMC
Um die steigende Nachfrage zu bedienen, will ASML seine Produktionskapazität für Low-NA-EUV- und Immersions-DUV-Systeme bis 2027 um 30 Prozent erhöhen. Für 2028 prüft der Konzern eine weitere Steigerung um denselben Wert.
Parallel dazu plant ASML Preiserhöhungen bei bestimmten Lithografie- und Chipfertigungsanlagen. Das Vorhaben stößt bei einem wichtigen Kunden auf Widerstand: TSMC hat sich gegen die Preisanhebung ausgesprochen. ASML hält an dem Plan trotzdem fest.
Auf der Technologieseite meldet ASML einen weiteren Fortschritt: Die High-NA-EUV-Technologie ist inzwischen bei Intel Oregon qualifiziert. Sie kommt bereits für ausgewählte Fertigungsschichten der Intel-18A-Chips zum Einsatz, die in der Core-Ultra-Serie 3 verbaut werden.
Aktie bleibt unter Rekordhoch
Die ASML-Aktie schloss am Mittwoch bei 1.578,60 Euro. Auf Jahressicht steht damit ein Plus von 61,73 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sogar ein Anstieg von 146,59 Prozent. Zum Rekordhoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni fehlen der Aktie aktuell noch 8,56 Prozent.
Der Kurs liegt derzeit 6,41 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.502,14 Euro. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich auf rund 604,72 Milliarden Euro. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich der angehobene Ausblick für das Gesamtjahr in weiteren Rekordbestellungen niederschlägt.
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