Asml, Aktie

Asml Aktie: Prognose rauf, Kurs zurück

Veröffentlicht am: 15.07.2026 um 23:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ASML hebt Umsatzprognose für 2026 erneut an, der Aktienkurs zeigt sich jedoch schwankend. Analysten bewerten die Kapazitätsausbaupläne unterschiedlich.

ASML Aktie: Prognoseanhebung trotz volatiler Kursreaktion
Abstrakte Darstellung der Halbleiterindustrie mit futuristischen Mikrochip-Mustern und einem Wechselspiel von blauem und amberfarbenem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bessere Zahlen, höhere Ziele, wilder Kurstanz einer Aktie zwischen 1.554 und 1.678 Euro innerhalb weniger Stunden am Mittwoch — die Reaktion auf die ASML-Quartalszahlen zeigt, wie nervös der Markt auf den KI-Boom im Halbleitersektor reagiert. Konzernchef Christophe Fouquet hob sein Umsatzziel für 2026 zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Die Aktie eröffnete mit einem Kurssprung, drehte im Tagesverlauf aber ins Minus und pendelte am Nachmittag um ihren Vortagesschluss.

Zahlen übertreffen die eigenen Vorgaben

Im zweiten Quartal steigerte ASML seinen Umsatz auf gut 9,3 Milliarden Euro, nach knapp 8,8 Milliarden im ersten Jahresviertel. Der Nettogewinn kletterte auf gut 2,9 Milliarden Euro, die Bruttomarge stieg von 53 auf 54 Prozent. Analysten hatten nur eine geringe Steigerung erwartet — ASML lieferte deutlich mehr.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management jetzt mit einem Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro. Erst im April hatte Fouquet die Prognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben. Auch die Bruttomarge soll mit 54 bis 56 Prozent höher ausfallen als zuletzt in Aussicht gestellt. Für das laufende dritte Quartal stellte der Konzern einen Umsatz von 11 bis 12 Milliarden Euro und eine Marge zwischen 55 und 57 Prozent in Aussicht.

Analysten uneins bei den Kapazitätsplänen

Barclays-Analyst Simon Coles zeigte sich von den Ergebnissen begeistert und verwies auf einen vermutlichen Rekord beim Auftragseingang für EUV-Lithografiesysteme im ersten Halbjahr. Skeptischer äußerte sich Jefferies-Analyst Janardan Menon: Die Pläne zum Ausbau der EUV-Kapazitäten blieben hinter den Markterwartungen zurück. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande sieht das anders — für ihn deuten die Kapazitätspläne darauf hin, dass die Gewinnerwartungen des Marktes für 2028 zu niedrig angesetzt sind.

ASML will die Kapazität für Standard-EUV-Anlagen im kommenden Jahr um 30 Prozent ausbauen, von aktuell 65 Maschinen. Für 2028 prüft der Konzern eine weitere Ausweitung um denselben Wert. Finanzchef Roger Dassen bestätigte, dass China auch 2026 rund 20 Prozent des Konzernumsatzes stellen dürfte, obwohl der Länderanteil insgesamt sinkt. In den Zielen für 2027 und 2028 sind laut Dassen zudem die Pläne für die von Tesla-Chef Elon Musk vorangetriebene Chipfabrik Terafab eingepreist, an der auch Intel beteiligt sein soll.

Die Investitionswelle der Tech-Konzerne in Rechenkapazitäten bleibt der zentrale Treiber für ASML. Ob sich die optimistischeren Kapazitätsprognosen für 2028 als richtig erweisen, dürfte sich an den kommenden Auftragseingängen und der Entwicklung bei den Terafab-Plänen zeigen.

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