Arsink-Trojaner bedroht Millionen ungeschützter Android-Geräte
08.02.2026 - 17:40:12Eine neue, cloud-basierte Spionagekampagne nutzt Social Engineering und täuscht Sicherheitssysteme aus. Der Trojaner „Arsink“ hat bereits Zehntausende Geräte in über 140 Ländern infiltriert. Die Gefahr wird durch die veraltete Android-Infrastruktur massiv verschärft.
Cloud-Trojaner tarnt sich in legitimen Diensten
Sicherheitsforscher des Unternehmens Zimperium haben die großangelegte Kampagne aufgedeckt. Der Schädling gewährt Angreifern nach einer Infektion die vollständige Kontrolle über das Smartphone. Er kann SMS, Kontakte, Anruflisten auslesen und sogar Kamera sowie Mikrofon fernsteuern. Die eigentliche Raffinesse liegt in der Tarnung: Arsink nutzt legitime Cloud-Dienste wie Google Firebase, Google Drive und Telegram für seine Kommunikation. So verschmilzt der bösartige Datenverkehr mit normalem Traffic und entgeht herkömmlichen Sicherheitsfiltern.
Die Verbreitung erfolgt nicht über Schwachstellen, sondern durch Social Engineering. Nutzer werden auf Plattformen wie Telegram oder Discord mit kostenlosen „Premium“- oder „Mod“-Versionen beliebter Apps wie WhatsApp, Instagram oder TikTok geködert. Wer diese manipulierten APK-Dateien außerhalb des Google Play Stores installiert, infiziert sein Gerät selbst.
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Alte Android-Versionen als Achillesferse
Die wahre Brisanz entfaltet die Bedrohung durch ein strukturelles Problem: die Android-Fragmentierung. Branchendaten zeigen, dass rund 40 Prozent aller aktiven Android-Geräte mit Android 12 oder älter laufen. Für diese Versionen stellt Google seit langem keine Sicherheitsupdates mehr bereit.
Diese „Patch-Lücke“ schafft ein permanentes Risiko. Selbst wenn Arsink primär den Nutzer täuscht, bieten ungepatchte Systeme ein ideales Einfallstor für weitere Angriffe. Die Verantwortung für Updates liegt bei Herstellern und Mobilfunkanbietern – ein Prozess, der oft langsam ist oder ganz ausbleibt. Im Kontrast dazu steht das zentralisierte Update-Modell von Apple iOS.
Globale Verbreitung und Folgen
Die Infektionen sind weltweit, mit Schwerpunkten in Asien und dem Nahen Osten. Besonders betroffen sind Ägypten (ca. 13.000 Geräte) und Indonesien (ca. 7.000 Geräte), gefolgt vom Irak, Jemen, Indien und Pakistan. Die Angreifer zeigen damit, dass sie Nutzer über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg gezielt ansprechen können.
Für Sicherheitsexperten markiert Arsink eine neue Ära mobiler Bedrohungen. Der Missbrauch vertrauenswürdiger Cloud-Infrastruktur zwingt die Abwehr zu einem Paradigmenwechsel: weg von der reinen Überwachung von Netzwerkverkehr, hin zur verhaltensbasierten Analyse direkt auf dem Gerät. Die gestohlenen Daten – von 2FA-SMS bis zu privaten Fotos – machen den Trojaner zu einem mächtigen Werkzeug für Identitätsdiebstahl und Finanzbetrug.
So können sich Nutzer schützen
Die wichtigste Regel lautet: Apps nur aus offiziellen Quellen installieren. Das Herunterladen und manuelle Installieren von APK-Dateien ist ein enormes Sicherheitsrisiko. Nutzer sollten zudem prüfen, ob ihr Gerät noch Sicherheitsupdates erhält.
Für Besitzer alter Smartphones wird die Lage prekär. Geräte mit Android 12 oder älter gelten als unsicher, wenn sie keine Patches mehr erhalten. Experten raten hier zum Austausch gegen ein unterstütztes Modell. Auch für Unternehmen ist Vorsicht geboten: Infizierte private Geräte, die für die Arbeit genutzt werden (BYOD), können zum Einfallstor für Angriffe auf Firmennetze werden. Mobile-Threat-Defense-Lösungen, die verdächtiges Verhalten auf dem Gerät erkennen, gewinnen daher an Bedeutung.
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