Aroundtown-Aktie: Comeback-Chance oder Value-Falle für deutsche Anleger?
23.02.2026 - 22:01:16 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Die Aktie von Aroundtown SA bleibt ein Zockerpapier im europäischen Immobiliensektor – aber eines mit wachsender Bilanzstärke und deutlich reduziertem Risiko im Vergleich zu den Krisenjahren. Für deutsche Anleger stellt sich jetzt die Frage: Ist der Boden erreicht – oder droht die nächste Kapitalmaßnahme? Was Sie jetzt wissen müssen…
Der Gewerbeimmobilien-Spezialist, der stark in Deutschland engagiert ist, arbeitet sich sichtbar aus der Krise: Schulden werden konsequent zurückgeführt, Fälligkeiten gestreckt, Liquidität aufgebaut. Gleichzeitig bleibt der Aktienkurs im Bereich von Pennystock-Niveaus – ein explosives Setup für spekulative Investoren.
Für Leser mit Fokus auf den deutschen Markt ist Aroundtown besonders spannend: rund die Hälfte des Portfolios liegt in Deutschland, darunter Büro- und Wohnimmobilien in Städten wie Berlin, Frankfurt und München. Damit ist die Aktie ein direkter Hebel auf die Erholung – oder weitere Schwäche – des heimischen Immobilienmarkts.
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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Die Aroundtown-Aktie hat in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Absturz erlebt – von einem einst zweistelligen Kurs zu einem spekulativen Pennystock. Auslöser war der Zins-Schock in Europa: Steigende Renditen haben Bewertungen für Büro- und Wohnimmobilien massiv unter Druck gesetzt, Refinanzierung verteuert und Investoren verunsichert.
Für Aroundtown kam hinzu, dass der Markt jahrelang ein komplexes Konstrukt aus Beteiligungen und hybriden Finanzierungsinstrumenten misstrauisch beäugte. Vor allem die Beteiligung an Grand City Properties und das umfangreiche Anleihe-Universum sorgten immer wieder für Diskussionen über Transparenz und Refinanzierungsrisiken.
Genau hier setzt das aktuelle Management an: De-Leveraging, Portfoliofokus, Cash-Aufbau. In den jüngsten Quartals- und Jahreszahlen zeigt sich ein klares Muster:
- Verkauf nicht-strategischer Objekte, insbesondere in schwächeren Lagen
- Rückkauf und Tilgung von Anleihen unter Nominalwert zur Reduktion des Verschuldungsgrads
- Fokus auf Kernmärkte mit stabiler Nachfrage – vor allem Deutschland und die Niederlande
- Konsequente Zurückhaltung bei Dividenden, um Liquidität zu schonen
Die Folge: Die Loan-to-Value-Quote (Verschuldung im Verhältnis zum Immobilienvermögen) konnte sukzessive gesenkt werden. Ratingagenturen haben diese Schritte mit stabileren Ausblicken honoriert, was wiederum die Finanzierungsperspektiven verbessert.
Gleichzeitig bleibt das operative Umfeld anspruchsvoll. Besonders im deutschen Büromarkt drücken:
- Homeoffice-Trend und Flächeneffizienzprogramme großer Unternehmen
- Höhere Leerstandsquoten in B- und C-Lagen
- Zurückhaltende Bankenfinanzierung für Projektentwicklungen
Für Aroundtown bedeutet das: Bestandsmanagement statt Wachstum um jeden Preis. Mietanpassungen, energetische Sanierungen und aktive Mieterbetreuung stehen im Vordergrund, um Leerstände zu begrenzen und Mieterträge stabil zu halten.
Für deutsche Anleger ist wichtig: Die Bewertung der Aktie am Markt spiegelt inzwischen ein sehr pessimistisches Szenario wider. Das Kurs-NAV-Verhältnis (Aktienkurs im Verhältnis zum ausgewiesenen Net Asset Value je Aktie) liegt deutlich unter 1, in Phasen sogar dramatisch darunter – der Markt preist also hohe stille Wertberichtigungen oder weitere Belastungen ein.
Wer heute einsteigt, wettet damit im Kern auf drei Punkte:
- Dass es nicht zu einem großflächigen Preissturz bei Gewerbeimmobilien in Deutschland kommt
- Dass Aroundtown seine Anleihenfälligkeiten ohne „Notmaßnahmen“ (z. B. stark verwässernde Kapitalerhaben) bewältigt
- Dass die Zinswende der EZB (Zinssenkungen oder zumindest keine weiteren Erhöhungen) mittelfristig zu einer Neubewertung von Immobilienwerten führt
Für konservative Privatanleger ist das Chance-Risiko-Profil weiterhin anspruchsvoll. Für spekulativ orientierte Investoren, die den deutschen Immobilienzyklus aktiv spielen wollen, bleibt Aroundtown dagegen einer der liquidesten Hebel im Segment.
Deutscher Markt im Fokus: Warum Aroundtown für hiesige Anleger relevant bleibt
Anders als viele internationale REITs ist Aroundtown tief im deutschen Markt verwurzelt. Das Unternehmen hält über direkte Engagements und Beteiligungen einen hohen Anteil seiner Assets in Deutschland. Diese Konzentration hat zwei Seiten.
Vorteile für deutsche Anleger:
- Hohe Transparenz: Deutsche Standorte, bekannte Städte, nachvollziehbare Mietmärkte
- Direkter Bezug zu heimischen Zinsen, Regulierung und Konjunktur – kein Währungsrisiko im Euro-Raum
- Möglichkeit, Makrodaten (z. B. deutsche Büro-Leerstände, Wohnmieten, Baugenehmigungen) direkt mit der Unternehmensstory zu verknüpfen
Nachteile bzw. Risiken:
- Klumpenrisiko Deutschland: Eine schwache Konjunktur oder längere Stagnation im Immobiliensektor träfe das Portfolio überproportional
- Politische Eingriffe wie Mietendeckel, strengere Energieauflagen oder Bürokratiebelastung können Renditen drücken
- Der Markt ist stark von der EZB-Politik abhängig – bleiben Zinsen länger hoch, leidet die Bewertung
Für viele Privatanleger ersetzt eine Aroundtown-Position quasi den direkten Immobilienkauf: Statt Eigentumswohnung in Berlin oder Büroetage in Frankfurt kauft man über die Börse einen Bruchteil eines großen Portfolios. Der Hebel ist allerdings deutlich höher – im positiven wie im negativen Sinn.
Eine Besonderheit ist die starke Präsenz von Anleihen im Kapitalmix. Wer die Aktie analysiert, muss deshalb zwingend die Bond-Seite mitdenken: Welche Fälligkeiten stehen an, zu welchen Konditionen können sie verlängert werden, welcher Teil kann über Objektverkäufe getilgt werden? Genau hier entscheidet sich langfristig, ob der Equity-Case aufgeht.
Wie sich die Stimmung gedreht hat – und was Social Media zeigt
Auf einschlägigen deutschen Börsenforen und in sozialen Medien zeigt sich bei Aroundtown ein zweigeteiltes Bild. In Phasen schwacher Kurse dominieren Verunsicherung und Misstrauen gegenüber der Bilanzqualität. In Erholungsphasen kippt die Stimmung rasch in Richtung „Short Squeeze“-Erwartung und aggressiven Nachkäufen.
Auf X (ehemals Twitter) und Reddit diskutieren Trader vor allem:
- Den hohen Abschlag zum ausgewiesenen Net Asset Value
- Short-Interest-Daten und mögliche Eindeckungsrallys
- Charttechnische Marken im Bereich markanter Tiefs und Widerstände
Auf YouTube wiederum tauchen verstärkt deutschsprachige Analysen auf, die Aroundtown in einem Atemzug mit anderen „gefallenen Engeln“ aus dem Immobiliensektor nennen. Viele Creator betonen das spekulative Potenzial, warnen aber gleichzeitig vor der Gefahr weiterer Abschreibungen auf das Portfolio, falls Gutachter ihre Bewertungen stärker an das gestiegene Zinsniveau anpassen müssen.
Für Anleger ist diese Social-Sentiment-Lage ambivalent: Sie kann kurzfristig zu kräftigen Ausschlägen führen, ist aber als alleinige Entscheidungsgrundlage zu riskant. Wer sich engagiert, sollte Social Media eher als Frühwarnsystem für Stimmungswenden nutzen – nicht als Ersatz für Bilanzanalyse.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Institutionelle Analysten haben Aroundtown seit dem Höhepunkt der Zinswende meist mit hoher Vorsicht begleitet. Viele Häuser hatten ihre Kursziele in der Krise massiv eingedampft oder die Bewertung zeitweise ausgesetzt, solange Unsicherheit über die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells bestand.
Inzwischen zeichnet sich ein differenzierteres Bild ab. Nach den jüngsten Zahlen und Fortschritten beim Schuldenabbau haben mehrere Analysehäuser ihre Modelle aktualisiert und sehen in Teilen ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil – mit begrenztem Downside, aber relevantem Rebound-Potenzial im Erholungsszenario.
Typische Kernaussagen der aktuellen Research-Notizen lauten:
- Strukturierter Schuldenabbau wird honoriert: Der Markt beginnt, die Fortschritte bei der Reduktion der LTV-Quote und der Sicherung von Liquidität einzupreisen.
- Risiko weiterer Wertberichtigungen bleibt: Solange das Zinsniveau erhöht bleibt und Büro-Leerstände steigen, sehen viele Analysten die Gefahr zusätzlicher Abwertungen im Portfolio.
- Kursziele reflektieren Szenario-Spannweite: Die Spanne zwischen konservativen und optimistischen Kurszielen ist breit – ein Hinweis auf die hohe Unsicherheit, aber auch auf das Spektrum möglicher Outcomes.
Interessant für deutsche Anleger: Einige Häuser sehen Aroundtown nicht als „klassische Value-Aktie“, sondern als Option auf eine Normalisierung des Immobilienmarkts. Entsprechend werden Positionen oft klein und taktisch geführt, anstatt als langfristiger Kernbestandteil von Depots.
Wer sich an den Profis orientiert, sollte zwei Dinge beachten:
- Analystenmodelle sind hochsensitiv gegenüber Annahmen zu Zinsentwicklung und Immobilienbewertungen – kleine Änderungen können große Effekte auf faire Werte haben.
- Die Rating-Historie zeigt, wie schnell Einschätzungen kippen können, wenn der Markt neue Risiken entdeckt (z. B. bei Refinanzierungsfragen).
Als Privatanleger lohnt sich daher ein Blick nicht nur auf das reine Kursziel, sondern auch auf die zugrunde liegenden Zins- und Bewertungsannahmen. Wer selbst skeptischer ist als das Basisszenario der Analysten, sollte Positionsgrößen entsprechend defensiv wählen.
Chancen & Risiken: Was heißt das konkret für Ihr Depot?
Wer die Aroundtown-Aktie aus deutscher Sicht bewertet, sollte klare Spielregeln definieren:
1. Rolle im Portfolio festlegen
Aroundtown ist – Stand heute – keine klassische „Sparplan-Aktie“, sondern ein zyklischer Turnaround-Play. Die Position sollte im Regelfall eine Beimischung bleiben, nicht das Herzstück des Depots. Für risikoaffine Anleger können 2–5 % Depotanteil bereits ausreichend sein, um an einer möglichen Neubewertung zu partizipieren.
2. Zins- und EZB-Szenario im Blick behalten
Immobilien sind Zins-Assets. Senkt die EZB in den kommenden Quartalen die Leitzinsen, könnte das Bewertungsdruck nehmen und Finanzierungskosten entspannen. Bleiben Zinsen länger hoch, wird jeder Refinanzierungsschritt zur Bewährungsprobe. Hier lohnt es sich, Pressekonferenzen der EZB und Zinsprojektionen aktiv zu verfolgen.
3. Schuldenprofil regelmäßig checken
Der Blick in den Investor-Relations-Bereich von Aroundtown ist Pflicht: Fälligkeitskalender, Covenants, Refinanzierungen und Anleiherückkäufe liefern die harte Basis, ob die Equity-Story trägt. Positiv ist, dass das Management transparent kommuniziert – kritisch ist, dass der Markt bislang nur begrenzt Vertrauen schenkt.
4. Immobilienmarkt Deutschland beobachten
Kennzahlen wie Transaktionsvolumen, Preisindizes für Gewerbeimmobilien, Büro-Leerstände und Mietentwicklungen in den Kernstädten sind entscheidend. Wenn sich hier eine Bodenbildung abzeichnet, könnte die Aktie früher reagieren als der physische Markt – Börsen handeln Erwartungen.
5. Eigene Risikotoleranz ehrlich bewerten
Wer bei zweistelligen Kursverlusten nervös wird, sollte Turnaround-Werte wie Aroundtown meiden oder maximal mit sehr kleinem Kapitalanteil spielen. Die Mischung aus hoher Verschuldung, Zinsabhängigkeit und Marktunsicherheit ist nichts für schwache Nerven – kann aber im positiven Szenario überdurchschnittliche Renditen liefern.
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Fazit: Aroundtown bleibt eine der spannendsten, aber auch kontroversesten Immobilienaktien im deutschen Anlegeruniversum. Wer einsteigt, sollte nicht nur auf den Kurs schauen, sondern tief in Bilanz, Zinsumfeld und Marktzyklen eintauchen – dann kann aus einer Krisenstory eine Erholungschance werden.
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