Arbeitszeitgesetz: Deutschland vor historischer Reform
19.01.2026 - 07:44:12Die Bundesregierung plant eine der größten Arbeitszeitreformen der letzten Jahrzehnte. Kern der für 2026 vorgesehenen Änderung ist der Wechsel von einer starren täglichen zu einer flexibleren wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Parallel wird die elektronische Zeiterfassung für alle Unternehmen verpflichtend. Diese Doppelreform spaltet die Sozialpartner: Während die Wirtschaft mehr Spielraum fordert, warnen Gewerkschaften vor gesundheitlichen Risiken.
Flexibilisierung versus Gesundheitsschutz
Im Zentrum der hitzigen Debatte stehen zwei gegenläufige Interessen. Arbeitgeberverbände argumentieren, dass flexible Modelle im globalen Wettbewerb unverzichtbar seien und zudem dem Wunsch vieler Beschäftigter nach mehr Autonomie entgegenkämen. Sie verweisen auf Umfragen, die eine Mehrheit für die wöchentliche Betrachtung zeigen.
Gewerkschaften und Arbeitsmediziner halten dagegen. Sie fürchten eine Entgrenzung von Arbeit und Privatleben. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) warnt vor den gesundheitlichen Folgen von regelmäßigen Arbeitstagen über zehn Stunden. Die Sorge: Ohne die tägliche Grenze kommt es zur Selbstausbeutung.
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Die geplanten Neuregelungen im Detail
Die Reform sieht zwei zentrale Säulen vor:
- Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit: Die starre Obergrenze pro Tag soll fallen. Stattdessen soll eine wöchentliche Höchstarbeitszeit mehr Spielraum für betriebliche Bedürfnisse und private Termine der Beschäftigten schaffen.
- Pflicht zur elektronischen Zeiterfassung: Diese wird gesetzlich verankert. Jeder Arbeitgeber muss Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeit systematisch dokumentieren. Das soll als Korrektiv dienen und unbezahlte Überstunden verhindern.
Kritiker der Flexibilisierung sehen in der Zeiterfassung ein notwendiges Werkzeug, um die Einhaltung von Pausen und Ruhezeiten überhaupt erst kontrollierbar zu machen.
Ein europäischer Trend mit deutschen Besonderheiten
Deutschland ist mit dieser Debatte nicht allein. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Zeiterfassung hat in vielen EU-Staaten Diskussionen ausgelöst. Länder wie Österreich gelten mit ihren flexibleren Modellen für deutsche Wirtschaftsvertreter als Vorbild.
Die große Herausforderung für den Gesetzgeber ist der Balanceakt: Wie schafft man einen Rahmen, der die Wettbewerbsfähigkeit stärkt, ohne den Gesundheitsschutz auszuhöhlen? Die elektronische Erfassung könnte hier der Schlüssel sein – vorausgesetzt, sie wird auch konsequent zur Kontrolle genutzt.
Was die Reform für Unternehmen bedeutet
Für die Betriebe steht bereits jetzt Handlungsbedarf an. Sie müssen sich auf die verbindliche Einführung von Zeiterfassungssystemen vorbereiten. Das erfordert technische und organisatorische Anpassungen. Gleichzeitig lohnt ein früher Blick auf die eigenen Arbeitszeitmodelle.
Die intensiven Verhandlungen zwischen Regierung und Sozialpartnern werden voraussichtlich noch das ganze Jahr andauern. Am Ende wird der Erfolg der Reform davon abhängen, ob in der Praxis eine Kultur entsteht, die Flexibilität mit echter Erholung in Einklang bringt – oder ob sie die Tür zu einer Kultur der permanenten Verfügbarkeit öffnet.
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